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Magisch: Weltmeisterliches Zauber-Seminar in Altheim

"Magic Christian" bei den fränkischen Zauberer-Kollegen - 14.09.2018 17:29 Uhr

Das große magische Welttheater im kleinen „Altheimer Zauberkeller“: Hausherr Karlo Reichel hatte den dreifachen Weltmeister „Magic Christian“ sowie den Magischen Zirkel mit Ehrenvorsitzendem Hans-Günter Adelhard und Zweitem Vorsitzenden Wilfried Harloff (v. r.) zu Gast. © Harald Munzinger


Hausherr Karlo Reichel, alias „Mosche Karlo“, hatte dazu seine 21 Zirkelkollegen mit dem Zweiten Vorsitzenden Wilfried Harloff und Ehrenvorsitzendem Hans-Günter Adelhard an der Spitze eingeladen, die Brigitte Reichel vor dem Seminar mit einem Leberkäsessen stärkte, das auch Gelegenheit zum Kennenlernen mit dem Gast aus der Riege der „erfolgreichsten Zauberkünstler im deutschsprachigen Raum“ bot. Mit drei Weltmeistertiteln in der Sparte Manipulation, einem ersten Preis für eine Erfindung oder in Hollywood mit dem „Oscar der Zauberkunst“ und zahlreichen weiteren internationalen und nationalen Auszeichnungen dekoriert, bekannte der Magier aus Wien, dass er eigentlich gar nicht Zauberer habe werden wollen, sich das „so ergeben“ habe, wie er dies mit einem Funkeln in den schmalen Augen ergänzt.

Das Talent brachte er als Schauspieler sowie Designer mit der Verpackungskunst mit und hat seinen eigenen Stil entwickelt, die Darbietung des Zauberkunststückes zu „verpacken“, damit eine zweite Ebene zu schaffen und den Unterhaltungswert zu steigern. „Magic Christian“ kreierte das „Politische Zauberkabarett“ ,greift aktuelle politische und soziale Themen auf, lässt das Magische „fast nebenbei“ geschehen, wenn er etwa über Migration oder Entwicklungshilfe parliert. Alles elegant und stilvoll, da dem Gentlemen flaches oder gar unter die Gürtellinie zielendes Kabarett ebenso widerstrebt, wie der Begriff „Trick“ für magisches Geschehen.

Johann Nepomuk Hofzinser, einer der berühmtesten Zauberkünstler des 19. Jahrhundert und größte Kartenkünstler seiner Zeit, hätte seine Freude am Enkel „Magic Christian“ in der Zunft der Zauberer, der seine Thesen mit dem Anspruch der Intelligenz in der Unterhaltung lebt. Und „Magic Christian“ hat seine Freude an Hofzinser, über den er schon vier umfangreiche, auch ins Englische übersetzte Bände veröffentlichte, ebenso wie als fundierter Kenner der magischen Materie etliche Fachbücher über die Zauberkunst. Das hat ihn neben seinen zahllosen Auftritten und Seminaren rund um den Globus weit über Österreich und Europa hinaus bekannt gemacht hat.

Ganz besonderes Ereignis

So war für den Magischen Zirkel Würzburg-Ansbach und Karlo Reichel das Seminar mit „Magic Christian“ schon ein ganz besonderes Ereignis, der auch Zauberbücher und -kästen für den jugendlichen Nachwuchs entwickelte und von dessen Ausbildung im Internet nichts hält. Und der zwar die Giganten der magischen Szene, wie David Copperfield oder die „Ehrlich Brothers“ schätzt, aber am dauerhaften Erfolg zweifelt. Es sei gut dass es solch große Shows mit einem wahnsinnigen Aufwand gebe, doch schätzt „Magic Christian alle seine Kollegen, die mit dem „Unikat Zauberei“ die grauen Zellen der Zuschauer anregen, es verstehen, sie in das Geschehen einzubeziehen.

Das war auch ein Schwerpunt des knapp dreistündigen Seminars, in dem „Magic Christan“ mit seinem schauspielerischen Talent dem fachkundigen Auditorium vermittelte, wie man auch „einfache Dinge ungeheuer gut verkaufen kann“. Dem Unterhaltungswert misst der dreifache Weltmeister besondere Bedeutung bei , betont dabei, dass Kunst nicht von Kennen sondern Können kommt, und rät, das Publikum – „Kaiser, König und Edelmann“ - immer genau zu beobachten. Schließlich ist „für den Zauberer der Spiegel seiner Arbeit“.

Das man „zu jedem Publikum den Draht finden“ und „immer sein Bestes geben“ muss, wusste man in seinem Zuhörerkreis, in dem viele der 21 Mitglieder im Magischen Zirkel schon seit Jahrzehnten in diesen Spiegel schauen. Dass die Zauberei auch in einer reizüberfluteten Zeit nichts an ihrer Attraktivität eingebüßt hat, freuten sich im Kollegenkreis Zweiter Vorsitzender Wilfried Harloff, Hans-Günther Adelhard, der 25 Jahre den Vorsitz innehatte, und Schatzmeister Helmut Kirnig über viele Engagements, wie erst jetzt wieder in den Ferienprogrammen der Kommunen und bei diversen Festlichkeiten.

Für interessierten Nachwuchs gibt es jetzt in Nürnberg eine Zauberschule, so dass die edle Form anspruchsvoller Unterhaltung auch eine zauberhafte Zukunft haben sollte. Ob sich auch hier einmal die Emanzipation stärker bemerkbar machen wird? Wie so vieles in diesem Metier, bleibt dies geheimnisvoll. In Altheim fügt sich „magisches Welttheater“ in die „AZK“-Chronik des „maghrebinischen Zauberers Moshe Karlo“ in der großen Gilde von knapp 3000 Mitgliedern im Magischen Zirkel von Deutschland. Der ist in 85 Ortszirkeln organisiert und mit Verbänden in 25 Ländern befreundet.

Harald J. Munzinger

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