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Montag, 20.05.2019

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Markt Erlbach animiert mit Blühwiesen zum Artenschutz

Mit gutem Beispiel voran - 12.04.2019 21:15 Uhr

Auch ein "intelligenter Blumenkasten" kann zum Artenschutz beitragen. Die Gemeinde Markt Erlbach bietet dazu Anregungen an und verschenkt Samentütchen für Blühflächen. © privat


Da die Gesellschaft insgesamt die Verantwortung für Natur und Umwelt trägt und jeder mit einer kleinen Fläche Blühpflanzen seinen Beitrag für mehr Artenvielfalt leisten kann, gab die große Resonanz auf das Volksbegehren "Rettet die Bienen" den Impuls zu "Markt Erlbach summt & brummt". Dazu werden im Rathaus kleine Samentütchen mit heimischen Blühpflanzen an die Markt Erlbacher Bürgerinnen und Bürger verschenkt. Je ein Quadratmeter Blühwiese für Bienen und Kleinstlebewesen kann damit im Garten angelegt, aber auch auf dem Balkon oder auf dem Fensterbrett ein Beitrag gegen das Artensterben geleitet werden.

Erste Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß wird bei dieser Initiative von Kreisbäuerin Renate Ixmeier, Imker-Kreisvorsitzendem Dietmar Lisson, Peter Vollath vom Imkerverein sowie Horst Ebersberger vom Kleingartenverein Markt Erlbach ebenso unterstützt, wie von Thomas Ulrich von "Breitsamer Honig", Elke Senft‐Frühwald vom Kindergarten Hauptstraße, den Bauhof‐Mitarbeitern Helmut Huthöfer und Klaus Scheuenstuhl, den Ortsbäuerinnen und Ortsobmännern des Bauernverbandes sowie Mitgliedern des Marktgemeinderates.

Zusammen wollen sie Bürgerinnen und Bürger in Markt Erlbach und im Landkreis ermutigen, "selbst aktiv" zu werden. Samen von ihrer eigenen "Samentütchen‐Aktion" steuerte Renate Ixmeier bei und Thomas Ulrich sorgte mit dem Breitsamer-Motto "Lass das Summen nicht verstummen" für reichlich Vorrat der Samentütchen, die im Rathaus verschenkt werden. bieten zu können. Dass es viele Wege gibt, etwas für die Bienen und Insekten zu tun, regt Kreisbäuerin Ixmeier den "intelligenten Blumenkasten" an, der "schön, bunt, insektenfreundlich, küchengeeignet und nachhaltig" bepflanzt ist. Informationsmaterial dazu liegt im Markt Erbacher Rathaus aus, in dem auch ein Anschauungsobjekt ausgestellt ist.

Zudem gibt es auf der Seite www.bienenfuettern.de vom Bundesministerium für Ernährung Anregungen für bienenfreundliche Pflanzen für Balkon und Garten. Imker Lisson rät, auch beim Pflanzen von Bäumen auf Bienenfreundlichkeit zu achten.

Bereits zahlreiche Blühwiesen

Der Qualitätssamen, der in den kleinen Tütchen ist, wird auch auf den eigenen zahlreichen Blühwiesen im Marktgemeindegebiet ausgesät. Erste Bürgermeister Dr. Birgit Kreß gab den Anstoß bereits 2015, die ersten Blühwiesen vom Bauhof ansäen zu lassen und um auch weitere blumenreiche Flächen auf Verkehrsinseln, Straßenbegleitgrün und Grünland anzulegen. Ausgesät werden speziell zusammengestellte Saatgutmischungen, die verschiedene heimische Blumenarten beinhalten, die während der ganzen Vegetationsperiode, von der ersten bis zur letzten Blüte, für ein reichhaltiges Nektar‐ und Pollenangebot sorgen.

"Bei den Blühwiesen geht es uns darum, lebenswerte und wertvolle Kulturflächen zu schaffen und zu erhalten, die sich aber weitgehend selbst überlassen bleiben", so Dr. Kreß. Bereits über 17 dieser Blühwiesen bieten mit einer Gesamtfläche von etwa 12.000 Quadratmetern bieten im Gemeindegebiet Nahrung und Lebensraum für Insekten und Bienen. Die mit den Säen und der Pflege beauftragten Bauhofmitarbeiter Helmut Huthöfer und Klaus Scheuenstuhl sind durch die Teilnahme an einigen Fortbildungen und Austauschtreffen mit anderen Kommunen bestens mit dem Thema vertraut. Die Bürgermeisterin, die ihre zwei Mitarbeiter ihre "Blühwiesen‐Manager" nennt, weiß um die Schwierigkeiten dieser Arbeit.

Denn leider sei "das Landschaftsbild der Deutschen nicht immer Insektenfreundlich". Daher komme es viel zu oft vor, dass Blühwiesen von Bürgern als "verwilderte Fläche" moniert würden, "obwohl gerade solche Flächen für unsere Bienen und Insekten für ihr Überleben wichtig sind", so Dr. Kreß. Sie hofft daher, "nicht nur für ihre Mitarbeiter, auf ein Umdenken in der Bevölkerung und der Trend weg von Steingärten geht und wieder mehr zur Natur hin". Sie lädt dazu ein, "unsere vielen Blühwiesen bei einem Spaziergang oder bei einer Radtour" zu besuchen. Alle Flächen sind durch ein Schild der Aktion "Blühender Landkreis", einer Aktion des Bund Naturschutzes und des Imkervereins Neustadt, gekennzeichnet worden. Zurzeit seien bereits weitere Blühwiesen in der Planung, um auch weiterhin mit guten Beispiel voran zu gehen, lässt Dr. Birgt Kreß wissen. 

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