Montag, 16.12.2019

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Markt Erlbach: Neue Kindergarten setzt Maßstäbe

Positives Signal für die Entwicklung des Ortes - 28.11.2019 16:25 Uhr

Mit dem Planer, Ratsmitgliedern und Gästen führt Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß (4. v. l.) den symbolischen Spatenstich für den neuen Kindergarten durch. © Harald Munzinger


Beides läge ihr und dem Gemeinderat am Herzen, erklärte es Erste Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß beim symbolischen Spatenstich im großen Gästekreis. Die als ganz wichtig betonte optimale Kinderbetreuung soll durch den Ersatz des Kindergartens in der Hauptstraße mit einem barrierefreien Neubau und großer Freifläche gewährleistet werden, die es um das "alte Rathaus" nicht gab, das seit den 1970-er Jahren als Hort der Kinder genutzt wird. Da dieses Gebäude nun dringend sanierungsbedürftig ist, wurde der Neubau eines Kindergartens erwogen, für den in zentraler Innenortslage zwar ein geeignetes Grundstück gefunden werden, zur Realisierung des Planes aber ein längerer Prozess der "Abwägungen" zu bewältigen sein sollte.

"In einem Land der vielen Vorschriften und Gesetze" galt es für den Architekten Dieter Wirsching und die Kommune samt Nutzungsanalyse allerlei Hürden auch im Zusammenhang mit dem Denkmalschutz zu nehmen, der den Charakter der Scheune in den Neubau übernommen sehen wollte. Die große Bautafel an der "Neuen Straße" und die im Rathaus ausgestellten Pläne zeigen, dass dies gelungen ist. Auf dem 2200 Quadratmeter großen Grundstück wird ein mit 25 Meter Länge und 13 Meter Breite bis unter das hohe Dach großzügig ausgerichteter "schöner und moderner Kindergarten mit großer Außenspielfläche" entstehen, wie Bürgermeisterin Dr. Kreß die "tolle Neuerung" beschrieb. 2,7 Millionen Euro sind dafür veranschlagt, die Fördermittel auf 1,4 Millionen Euro beziffert, die man mit angepassten Planungen optimal auszuschöpfen suchte. Im Erdgeschoss wird die Kinderkrippe, im Obergeschoss werden die Räume für zwei Kindergartengruppen eingerichtet.

Der Zeitplan ist ambitioniert

Für einen Mehrzweckraum bietet das Dach Platz und der "Spitzgiebel" auch noch für einen Therapieraum. Ein Aufzug sorgt für die barrierefreien Zugänge. Als man auf dem Grundstück mehrere Gruben gefunden habe, sei ein Bodengutachten erstellt und die Teilunterkellerung des Gebäudes für allerlei notwendige Nebenräume beschlossen worden, ließ der Architekt Wirsching wissen. Ehe er mit Erster Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß und ihrem Stellvertreter Werner Stieglitz sowie unter anderem dem Landtagsabgeordneten Raimund Swoboda zu den Spaten griff, kündigten die Mädchen und Jungs des Kindergartens diesen symbolischen Akt mit einem Lied an, mit dem sie rieten: "Willst du fleißige Handwerker sehen, musst du nach Markt Erlbach gehen". Die müssen bei dem Neubau kräftig anpacken, der nach einem "sportlichen Zeitplan" (Kreß) in einem Jahr "aus dem Gröbsten raus sei und im Frühjahr 2021 bezogen werden soll".

Dass da das Wetter und der Winter entsprechend mitspielen müssen, merkte das Dieter Wirsching "in Klammern" an. "Soziale Integration im Quartier" Neben dem neuen Kindergarten steht die Gemeinde mit einem an das Gelände anschließenden Objekt vor einer weiteren Herausforderung. Im stattlichen, 320 Jahren alten Gebäude eines ehemaligen Brauereigasthofes ist im Erdgeschoss eine Tagespflege geplant, dazu eine Begegnungsstätte im Programm "soziale Integration im Quartier" eine Option der Nutzung. "Da kann noch ein Schätzchen gehoben werden", meinte Bürgermeisterin Dr. Kreß. Die Idee aus dem Besucherkreis, Markt Erlbacher Bürger als Investoren etwa für seniorengerechtes Wohnen in einem genossenschaftlichen Projekt zu gewinnen, hielt Architekt Wirsching für durchaus realisierbar. Alt und Jung in guter Nachbarschaft gilt städtebaulich als ideale Lösung.

Auch das Rathaus wartet auf eine Sanierung

Und wenn dabei auch alle Funktionen einer Gemeinde mit kurzen Wegen im Ort erhalten werden können, sieht die Bürgermeisterin nicht nur Flächen auf der grünen Wiese gespart, sondern den Ortskern gegen allgemeine Trends gestärkt. Auch der weit fortgeschrittene Ausbau der Hauptstraße soll dazu beitragen. Was mit dem dringend sanierungsbedürftigen alten Rathaus geschehen soll, wird der nächste Gemeinderat zu entscheiden haben, erklärte Dr. Kreß auf NN-Online-Anfrage.

Sie würde es gerne als Verwaltungssitz "reanimieren", wozu auch ein angrenzendes Gebäude im Gemeindebesitz ausreichend Platz bieten würde. Die Bürgermeisterin schwärmt von einer "historisch einmaligen Chance", zumal auch das in den 1970-er Jahren gebaute Rathaus saniert werden müsste. Das alles ist Zukunftsmusik, jetzt der neue Kindergarten nach langem Planungsphase auf den Weg der Realisierung gebracht, auf dem nun die munter besungenen fleißigen Handwerker zu sehen sind.

Bildtext Mit dem Planer, Ratsmitgliedern und Gästen führt Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß (4. v. l.) den symbolischen Spatenstich für den neuen Kindergarten durch. Foto: Harald Munzinger

Harald J. Munzinger

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