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Markt Erlbach soll "Demenzfreundliche Kommune" werden

Optimale Strukturen für Betroffene und pflegende Angehörige schaffen - 27.01.2016 13:45 Uhr

Eva Adorf und Nina Gremme waren als Expertinnen der Gerontopsychiatrie der Einladung von Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß (v. r.) zur Vorbereitung auf die „Demenzfreundliche Kommune“ gefolgt. © Harald Munzinger


Von dieser Initiative hatte Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß die Gerontopsychiatrischen Fachberaterinnen Eva Adorf und Nina Gremme aus Nürnberg zu einer Auftaktveranstaltung in den Sitzungsaal des Rathauses ebenso eingeladen wie alle in der Gemeinde mit der Seniorenarbeit befassten oder von ihr tangierten Vereine, Verbände und sozialen Einrichtungen. Ein überraschend großer Kreis sollte zeigen, wie ernst man es in Markt Erlbach mit dem Thema Demenz nimmt, die Tabuzone aufheben, Ängste abbauen möchte.

Die Diplom-Psychogerontologin Eva Adorf und Diplom-Sozialpädagogin Nina Gremme (beide Krankenschwestern) von der "Gerontopsychiatrischen Fachkoordination Mittelfranken" zeigten sich sowohl vom großen Interesse, wie auch den schon vielfältigen Initiativen in der Seniorenarbeit angetan. Diesen hat auch Steffi Mandel von der Arbeiterwohlfahrt wertvolle Impulse mit ihrem Konzept der Quartiersentwicklung gegeben und nach der Würdigung durch Bürgermeisterin Kreß "schon viel bewegt", ebenso der rührige Seniorenrat und der Seniorenbeauftragte im stark vertretenen Gemeinderat, Friedrich Riffelmacher.

Die Aktivitäten bündeln

So sollte zunächst eine Ist-Analyse im Vordergrund stehen, um die Aktivitäten zu bündeln, eventuelle Versorgungslücken zu schließen und mögliche ergänzende Schritte zu entwickeln, erklärte Nina Gremme. Vision der "Initiative Demenzfreundliche Kommune" und erklärtes Ziel in Markt Erlbach ist es, "den Lebensraum für Menschen mit Demenz und deren Angehörige so zu gestalten, dass diese gut aufgehoben und begleitet in ihrer vertrauten Gemeinde leben können". Dabei sollen kommunale Versorgungstrukturen geschaffen werden, die dem Wunsch der meisten Menschen nach einem Leben zu Hause bis zum Lebensende entsprechen.

Es gelte, so Gremme, "alle zu erreichen, um eine Sensibilität für das mit großer Scheu besetzte Tabuthema Demenz zu schaffen", das vielfach verdrängt werde, Betroffene sich isolierten. Deshalb komme der Öffentlichkeitsarbeit besondere Bedeutung zu, müssten die alltagspraktischen Hilfen kommuniziert werden. Dass genau dies ein neuralgischer Punkt ist, zeigte der von pflegenden Angehörigen geschilderte quälende "wo-finde-ich-was-Marathon" bei der Suche nach kompetenten Anlaufstellen auf. Dazu soll nach Zielsetzung  „demenzfreundlicher Kommunen“ unter dem Dach des Bezirks Mittelfranken der "Aufbau innovativer, attraktiver und lebensbejahender Projekte in den Gemeinden" ebenso dienen, wie der "Ausbau der Netzwerkarbeit unterschiedlicher Akteure vor Ort".

Letzteres wird in Markt Erlbach Aufgabe eines Arbeitsgremiums aus den verschiedenen Initiativen einer schon sehr aktiven Seniorenarbeit sein, mit der man nach Feststellung in der Auftaktveranstaltung "auf einem sehr guten Weg" sei. Auch mit manch kleinen Schritte mit großer Wirkung, wozu etwa eine Vielzahl von Bänken zählt, die es beeinträchtigen Menschen beispielsweise ermöglicht, Besorgungen zu erledigen und so wieder am Leben in der Gemeinde teilzuhaben.

Thema Demenz in Vereinen verankern

Zudem müsse Demenz, die Jeden treffen könne, in den Vereinen verankert werden, kam der Vorschlag aus der Runde. Es gelte auch die Aufmerksamkeit für Verhaltensänderungen der Mitmenschen zu schärfen, Raum für das von Toleranz geprägte soziale Miteinander zu schaffen. Man könne in Markt Erlbach "mit vorhandenen Steinen weiterbauen", bestehende Strukturen verbinden, wurden beste Ansätze für die "demenzfreundliche Kommune" gesehen, wozu "die Seniorenarbeit unter einem neuen Aspekt zu beleuchten" sei.

Die Initiative bietet dazu ihre Hilfen mit Schulungen oder Vorträgen, einem Ideenpool und Hinweisen auf mögliche Förderungen an, begleitet die Schritte zur „demenzfreundlichen Kommune“ und unterstützt die Entwicklung sowie Umsetzung neuer Ideen und Projekte.

Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß: "Um die Lebensqualität unserer Seniorinnen und Senioren in der Gemeinde zu verbessern, wollen wir uns dem Thema Demenz mehr widmen, für die Menschen mit Demenz und deren Angehörigen ein Netzwerk aufbauen und mit alltagspraktischen Hilfen  und Angeboten deren Teilhabe am Gemeindeleben verbessern". Der Anfang wurde mit der Auftaktveranstaltung gemacht, die Bildung des Arbeitsgremiums wird der nächste Schritt sein, zu der alle in der Seniorenarbeit wirkenden Kräfte zur "Inklusion und Integration von Menschen mit Demenz" eingeladen werden.
  

Harald J. Munzinger

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