Montag, 24.02.2020

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Markt Erlbacher Bürgermeisterin mit Petition überrascht

Initiative macht gegen Solarpark mobil - 24.01.2020 20:57 Uhr

Helga Feinauer und Paul Wiegel übergaben Erster Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß (v. r.) die Einwände gegen Solarparks im Aischtal mit rund 370 Unterschriften. © Harald Munzinger


Helga Feinauer und Paul Wiegel überraschten als Sprecher der Initiative die Bürgermeisterin am Freitagvormittag in ihrem Büro. Auch wenn sie sich wunderte, dass zwar Medien von dem Termin informiert worden, sie jedoch nicht, nahm sie sich Zeit für die kleine Delegation, die 264 Unterzeichner aus dem Gemeindegebiet und 108 externe Unterstützer ihrer Ablehnung einer weiteren Photovoltaikanlage im Ortsteil Mosbach vertrat.

Photovoltaikanlagen auf fruchtbaren Äckern und Wiesen, also wertvollen Landwirtschaftsflächen apostrophiert die Bürgerinitiative als "Planung aus dem Mittelalter" und macht eine Rechnung auf: "Ein Landwirt ernährt laut WHO pro 2.000 Quadratmeter einen Bürger. Bei zehn Hektar werden also 50 Menschen die Ernährungsgrundlage in unserer Heimat entzogen. Diese müssen umweltschädlich eingeführt werden, aus Ländern in denen Menschen hungern. Eine Photovoltaikanlage auf landwirtschaftlichen Flächen ist deshalb kein Umweltschutz sondern, im Gegenteil, umweltzerstörend".

"Unmengen Strom vergeudet!"

Erzeuge der Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim bereits eine Überproduktion an "grünem Strom" von 137 Prozent (Quelle Bayern Atlas), womit dem Umweltschutz genüge getan sei, fragt man sich in der Bürgerinitiative, "wofür solche Unmengen von Strom vergeudet werden". Paul Wiegel sprach unter anderem mit taghell erleuchteten Stadien Beispiele an, wofür man "unsere Natur nicht unwiederbringlich opfern" wolle.

Es gebe ausreichend Dachflächen für Photovoltaikanlagen, führte er aus und wollte diese in Markt Erlbach mehr genutzt wissen. Dass die Kommune hier kein Zugriffsrecht ins Privateigentum habe und zudem der Denkmalschutz sowie die Städtebauförderung Vorgaben machten, hielt Bürgermeisterin Dr. Kress dieser Forderung entgegen und verwies auf das von der Gemeinde initiierte Nahwärmenetz auch zur Versorgung des Neubaugebietes.

Dass in diesem die Photovoltaikanlage auf jedem Dach festgeschrieben sein sollte und die wertvolle Natur nicht dem Ausverkauf preisgegeben werden dürfe, machte Wiegel bei der Übergabe der Einwände der Bürgerinitiative deutlich, die auch mit dem Hinweis auf die Stromerzeugung durch die "Folienphotovoltaiktechnik" ausführt: "Deshalb brauchen wir keine sogenannten ‚Bürgerenergiegesellschaften‘ ….welche auf Kosten unserer Heimat, dem romantischen Aurachtal und dem Naturpark Frankenhöhe, Gewinne kassieren, um uns Bürgern und unseren Kindern einen Scherbenhaufen zu hinterlassen".

Waldbrandgefahr außer Acht gelassen

Markt Erlbach müsse nicht den traurigen Rekord des ersten Platzes wie bei den Ausnahmeflächen Windkrafträder mit über 1000 Hektar halten, wird in dem Papier der Bürgerinitiative weiter ausgeführt, in der Helga Feinauer befürchtet, dass Mosbach, dass I und II noch III und IV folgen und dem Dorf jegliche Lebensqualität genommen werden könnte.

Bei den immer heißer und trockener werdenden Sommern, sehen die Gegner des Solarparks bei dessen Planung die Gefahren von Waldbränden außer Acht gelassen: "Es wird keinerlei Brandschutz vorgesehen. Eine Zustimmung für neu geplante PV Anlagen des BUND ist deshalb mehr als fragwürdig. Katastrophen wie in Australien sind laut Prof. Wiltshire, Alfred-Wegner-Institut, auch bei uns immer mehr wahrscheinlich".

Genug Warnsignale

"Unsere lebenswerte Zukunft liegt nicht in den sechsprozentigen Gewinnversprechen von irgendwelchen Firmen, sondern im Einklang des Lebens mit der Natur. Warnungen, wie die ausgetrocknete Aischquelle, Wassermangel der Quellen um Linden, gibt es genug! Fragt sich denn niemand warum im privilegierten bayerischen Voralpenland keine Windräder zu finden sind?" wird in der Protestnote mit rund 370 Unterschrift ausgeführt. Klargestellt wird darin: "Wir haben nichts gegen PV-Anlagen auf Dächern, in Industriegebieten, entlang von Bahnstrecken, Autobahnen und auf Flächen, wo eine anderweitige sinnvolle Nutzung ohnehin nicht mehr möglich ist - wie mittlerweile auch von der Politik befürwortet".

Dr. Birgit Kreß versicherte den Petenten, bei allen unterschiedlichen Sichtweisen in der Debatte um die alternative Energieversorgung, deren Anliegen ernst zu nehmen und in den Entscheidungsprozess im Gemeinderat einzubringen. Dort gelte es Für und Wider abzuwägen und zu einem Konsens zu kommen. Dass man mit der Unterschriftenaktion "ein Überdenken der Entscheidungsträger herbeiführen" wollte, erklärten die Vertreter der Bürgerinitiative gegen Solarparks im Aurachtal und kündigten an: "Wir bleiben dran".

Harald J. Munzinger

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