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Dienstag, 10.12.2019

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Marktbesuch als Neustädter Erbgut

Auch der letzte Jahrmarkt des Jahres lockte wieder Tausende - 11.11.2019 15:19 Uhr

Am neblig-kühlen Vormittag griff man auf dem "Martinimarkt" gerne zu den Schals, Mützen oder Handschuhen. © Harald Munzinger


Dass der Marktbesuch Erbgut sei, wird es immer wieder begründet, dass man auch ohne konkrete Kaufabsicht durch die lange Budengasse schlendere, so wie es die Eltern und Großeltern und deren Vorfahren taten. Früher allerdings in erster Linie, um sich mit dem Notwendigsten zu versorgen, mit der neuen Schürze etwa, der Wachstuchtischdecke oder scharfen Messern, Gürteln, Gewürzen oder Kitteln und Pantoffeln je nach Jahreszeit.

Artikel, die sich mit Textilien, Schuhen oder Mützen und Hüten auch heute noch an den aneinander gereihten Ständen finden, längst ergänzt durch CD’s und Videos, Druckerpatronen bis hin zu Markisen und allerlei Reinigungsmitteln, deren wundersame Wirkung auch gleich demonstriert wird. Zwischen die Stände mit jahreszeitlichem Pflanzenangebot oder Dekorationsmaterial sowie Obst und Gemüse, mit Schmuck oder allerlei Tand haben sich Imbisswagen geschoben, riecht es verlockend, oder ist der Grill für die Bratwürste geschürt, vor dem sich geduldig lange Schlangen bilden.

Bestimmte Marktrituale

Wer gezielt zum Einkauf auf den Jahrmarkt geht, tut dies vormittags, wer sich gerne mit der Besuchermasse "durchschieben" lassen will, der erlebte auch beim "Martinimarkt" - dem letzten der Traditionsmärkte in diesem Jahr - das typische Gedränge. Und wusste genau, dass er Bekannte trifft, mit denen man zwischen herbstlichen Gestecken und Weihnachtsartikeln über Gott und die Welt plaudern und dabei vergessen konnte, dass man "mitten im Weg steht". Es gibt eben bestimmte Marktrituale.

Dass sich im vielfältigen Angebot der Fieranten immer wieder etwas findet, und sich auch der Einkaufsbummel durch die Geschäfte in der Innenstadt lohnte, zeigte sich bei den meisten Gästen aus der gesamten Region mit prallen Taschen und Tüten auf dem Weg zu den überfüllten Parkplätzen um das Altstadtquartier. Einmalmehr wurde das Neustädter Wetterphänomen bewundert, als sich der Nebel auflöste und die Sonne für einen heiter-bunten Herbsttag sorgte.

Harald J. Munzinger

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