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Milchviehhalter kritisieren Agrarminister Schmidt scharf

Mitglieder des "European Milk Board" sehen Finanzmittel falsch angelegt - 16.09.2015 14:15 Uhr

Der BDM-Kreisvorsitzende Peter Meyer erhebt massive Vorwürfe gegenüber Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (hier am Abgeordnetenpult von Dr. Werner Dollinger, dem er in den Bundestag gefolgt war). © Harald Munzinger


Als "völlig inakzeptabel" kommentierte der Milchviehhalter aus dem Emskirchner Ortsteil Buchklingen Schmidts Äußerung, dass es sich bei dem das Milchmarkt-Krisenmanagement-Konzept des BDM s eine "Quote mit aufgehübschtem Namen" handle. Da die Ergebnisse des Sonderagrarrats in Brüssel für die Milchviehhalter völlig unbefriedigend waren, gehen die Aktionen der Milchbauern auch aktuell weiter.

So haben rund 100 Milchviehhalter aus Luxemburg (LDB), aus Belgien (MIG) und aus Deutschland (BDM), die alle Mitglieder des "European Milk Board" EMB sind, zehn EU-Agrarminister, die im Rahmen ihres zweitägigen Agrarrats-Treffens in Luxemburg dort drei Höfe besuchten, auf einem Betrieb "vorübergehend festgesetzt".

Sie wollten den Ministern in einem persönlichen Gespräch noch einmal verdeutlichen, dass der europäische Milchmarkt mehr braucht als eine Politik, die nur hilflos Geld verteilt statt die Ursache der Krise wirklich aktiv anzugehen. "500 Millionen Euro sind sehr viel Geld für den Steuerzahler, bringen aber für die Milchviehhalter so gut wie keinen Effekt, wenn man dieses Geld nicht dafür nutzt, zeitlich befristet einen Ausgleich für eine Rücknahme der Milchanlieferung zu bezahlen.

So würden die eingesetzten Finanzmittel nicht nur ein Vielfaches an Wirkung zeigen, es hätte auch den Vorteil, dass das Geld direkt bei den Milchbauern ankommt, also genau da, wo die Mittel ganz dringend benötigt werden", argumentierten Milchviehhalter des BDM in Luxemburg. Sie wollten die EU-Agrarminister in Luxemburg weiter begleiten.

"Respektlos vom Tisch gewischt"

Dass auch der deutsche Agrarminister, der zunächst noch nicht in Luxemburg dabei gewesen sei, "noch einige Begleitung braucht", steht für die Milchviehhalter des BDM spätestens seit seinen jüngsten Äußerungen fest, wonach es sich beim Milchmarkt-Krisenmanagement-Konzept des BDM um eine "Quote mit aufgehübschtem Namen" handle.

Man habe, so Peter Meyer gegenüber nn-online, "wirklich viele konstruktive und lange Gespräche mit Politikern, Wissenschaftlern und Verbandsvertretern geführt. Es war keiner darunter, der unsere Vorschläge derart respektlos vom Tisch gewischt hätte wie Minister Schmidt, der unser Konzept noch nicht einmal wirklich kennt". "Wir bleiben dran" – ist auch für die mittelfränkischen und bayerischen Milchviehhalter des BDM das Gebot der Stunde.

Sie wollen auch Ministerpräsident Horst Seehofer deutlich vermitteln, dass ein kurzes Gespräch mit den Bäuerinnen des BDM bei weitem nicht ausreicht, um die Forderungen der Milchviehhalter zu erfüllen. Sie hatten Seehofer im Rahmen der Kundgebung in München aufgefordert, als Parteichef der CSU seinen Parteikollegen Christian Schmidt in die Pflicht zu nehmen, endlich im Sinne der Milchviehhalter aktiv zu werden.

"Alle Ansätze, die im Moment auf dem Tisch liegen, können weder diese noch weiter folgende Krisen lösen. Wir erwarten, dass an einem Ausbau des Sicherheitsnetzes gearbeitet wird, dass den Herausforderungen eines globalen Milchmarkts gerecht wird. Nur das gibt uns eine Perspektive für die Weiterführung unserer Betriebe", fordern Manfred Gilch und Peter Meyer, beide BDM-Landesvorsitzende in Bayern. "Solange das nicht passiert, werden wir immer wieder öffentlich auftreten. Auch da, wo man es vielleicht einfach mal ein bisschen nett haben will." 

nb

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