Mittwoch, 23.10.2019

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Mit Tuben Weltruhm erlangt

Rudolf Meinl erfuhr zum 80. Geburtstag viel Anerkennung - 26.07.2019 15:15 Uhr

Vor einer Bildtafel mit Lebenshöhepunkten von Rudolf Meinl (l.) gratulierte Diespecks Erster Bürgermeister Christian von Dobschütz zum 80. Geburtstag des international renommierten Instrumentenbauers. © Harald Munzinger


Denn Diespeck hat mit dem Namen Rudolf Meinl internationales Ansehen erlangt, ist mit seinen Instrumenten von Detroit oder Chicago bis Moskau oder Bratislava, von Venedig bis Tokyo vertreten, auf denen die weltbesten Tuba-Spieler die speziell für sie gefertigten Meinl-Instrumente blasen. Wie etwa Prof. Martin Rex, Prof. Allesandro Ballarin, David leClair oder Klaus Burger, "einer der führenden Tubisten". So erfuhr der Instrumentenbauer aus Leidenschaft mit dem ausgeprägten Hang zu der in der Musikszene geschätzten Präzision die Auszeichnung der "Internationalen Tuba Euphonium Association" mit Sitz in den USA und ist stolzer Träger des "Deutschen Musikinstrumentenpreises", der ihm für 5/4 Tuba Modell Bayreuth verliehen wurde.

Was für ein Glück also für Diespeck, das zur zweiten Heimat der Familie Meinl werden sollte, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Wohnsitz Silberbach bei Graslitz hatte verlassen müssen, mit Hunderttausenden Sudetendeutschen vertrieben worden war. Die Großeltern von Rudolf Meinl waren Drehventil- beziehungsweise Schallstückbauer, sein Vater Blechblasinstrumentenbauer. In Neuebersbach und Neustadt aufgewachsen, schloss Rudolf Meinl 1954 die Schule ab und trat die Ausbildung zum Blechblasinstrumentenbauer an. Nach der Gesellenprüfung arbeitete er beim Vater, der 1956 eine kleine Werkstatt in Diespeck aufbaute. 

Handgefertigte Tuben nur aus Diespeck

1966 legte er seine Meisterprüfung ab und entwickelte mit dem Vater eine ganze Reihe von Blechblasinstrumenten, "angefangen von kleinen Trompeten bis hin zur 6/4 BBb Tuba", wie es die Vita von Rudolf Meinl beschreibt. Sie entwickelten Instrumente weiter und spezialisierten sich dabei auf Tuben, sollten für "Bass- und Contrabasstuben in allem Formen und Größen sowie für die Cimbassi" bekannt werden, die vor allem in Verdi- und Puccini-Opern gespielt wird. Von Rudolf Meinl 1086 erstmals auf den Markt gebracht, verbreitete sie sich "über viele Orchester in den Konzerten und Opern auf der ganzen Welt", ist es als ein Bestandteil zur Verleihung des "ITEA Liftetime Achievment Awards" in Amerika beschrieben. Mit der Auszeichnung sollte Meinl als einziger Hersteller handgefertigter Tuben und "einer der angesehensten und innovativsten Instrumentenhersteller unserer Zeit" geehrt werden, so der Solist und Komponist David LeClair (Symphonieorchesterchester Basel) in der Laudatio.

Er beschreibt Rudolf Meinl als "einen jener seltenen Menschen, die nicht nur meisterhafte Handwerker sind, sondern auch eine Leidenschaft entwickelten, die für ihre Arbeit weit über die Pflicht hinausging". So habe er seine Arbeitszeit nicht nur mit der Herstellung einzigartiger Instrumente – stets nach den individuellen Bedürfnissen der Musiker – verbracht, sondern auch unzählige Stunden in Forschung und Entwicklung investiert. Wie LeClair, der Rudolf Meinl als "absoluten Perfektionisten" schätzt, waren auch viele andere Stars in Meinls zweimal zur heutigen Größe ausgebauten Werkstatt, um mit ihm und auch Rudolf Meinl Jr. ihre Instrumente zu entwickeln beziehungsweise zu optimieren. So ging das "who is who" der Blechblasmusik in Diespeck ein und aus. Angefangen von Ernst Mosch bis zu Prof. Martin Göss, einem Solisten in zahlreichen Orchestern auf der ganzen Welt.

Handschrift lebt in Instrumenten weiter

Auch wenn er sich aus der Produktion zurückgezogen habe, "lebt seine Handschrift in jedem seiner Instrumente weiter, welche wir so gern spielen", konnte sich Rudolf Meinl auch beim 80. Geburtstag der hohen Wertschätzung der internationalen Musikszene sicher sein. Jene eins großen Freundeskreises, kann der humorvolle und gesellige Jubilar noch bei der Geburtstagsfeier genießen. Und die Gemeinde kann stolz auf Rudolf Meinl sowie auf das in seinem Sinn in vierter Generation weitergeführte Unternehmen sein, in dem "trotz modernster Messtechniken Hand und Ohr der Meister die bestimmende Qualitätskontrolle bleiben, die ein außergewöhnliches Instrument braucht" Und in dem "die Erfahrungen der Künstler mit ihren Instrumenten immer wieder Anregung zu neuen Entwicklungen geben".

Aus dieser Familientradition heraus resultiere "eine kulturelle Verantwortung, dafür zu sorgen, dass diese Handwerkskunst nicht verloren geht", schreibt Rudolf Meinl Jr. Im Firmenportrait. Diespeck hat ihr einen weltweiten Bekanntheitsgrad zu verdanken. Das wusste Bürgermeister Christian von Dobschütz bei der Gratulation zu schätzen, bei der ihm eine Bildtafel Höhepunkte im Leben von Rudolf Meinl bewusst machte, der mit seiner Vitalität an der 80 im Lorbeerkranz zweifeln ließ.

Harald J. Munzinger

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