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Narrenbaum hält Fasching in Markt Erlbach

Heiße Nacht in der „Rangauhalle“ - Stattliche Birke im Lot - 25.01.2020 20:35 Uhr

Hoch ragt der „Narrenbaum“ mit seinen bunten Bändern in den nebengrauen Himmel über Markt Erlbach als Fastnachtshochburg im Rangau. © Harald Munzinger


Da diese zum Zentrum des Markt Erlbacher Faschings wurde, der einst „beim Lampi“ den Saal im Gasthaus „Zum Roß“ zum Beben brachte, hatte Franz Kirchdörfer die Idee, mit dem „Narrenbaum“ einen Brauch aus dem schwäbisch-alemannischen Raum nach Franken zu übertragen und mit ihm „den Fasching im Dorf zu behalten!“ Der erste seiner Art wurde 2010 aufgestellt und sollte 2011 den Orden des Faschingskomitees zieren, wie dessen Präsidentin Simone Fahsl sich über eine noch junge Tradition freut, die man unbedingt weiter pflegen will.

Zumal sich die Präsidentin „megastolz“ über so viele fleißige Kräfte freuen konnte, die wieder dazu bereit waren, den Baum zu schlagen, zu schmücken und aufzurichten. Letzteres sollte diesmal ein Kran und die neue Verankerung auf dem Markplatz erleichtern, so dass die stattliche Birke schneller als je zuvor im Lot war und die bunten Bänder vor der ehemaligen Narrenhochburg flattern ließ. Umgesetzt war damit der Song von Hildegard Knef: „Ich brauch‘ Tapetenwechsel sprach die Birke und macht sich in der Dämmerung auf den Weg“.

Erba Fosernacht 1432 erstmals erwähnt

Die Fosernacht in Markt Erlbach machte das vor 588 Jahren, wie der Ursprung des fastnachtlichen Brauchtums in einem Salbuch nachgewiesen ist. Heute haben sich dessen Pflege im Verein über 300 Mitglieder verschrieben, 140 davon aktiv. Sie zaubern der Präsidentin ein glückliches Lächeln ins Gesicht, wenn sie darüber schwärmt, dass man mit eigenen Kräften eine Riesenshow auf die Bühne bringen kann.

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Narrenbaum in Markt Erlbach

„Ein Baum zu Ehren der Narrenzeit. Steht nun auf dem Marktplatz bereit“. Die Präsidentin des Faschingskomitees, Simone Fahsl, brachte auf den Markt Erlbacher „Narrenbaum“ und die „Fosernacht“ das dreifache „Erba Aha“ aus. Ehe dazu am frostigen Vormittag die Glühweinbecher erhoben werden konnten, hieß es die stattliche Birke bunt zu schmücken, mit dem Kran auf dem Marktplatz ins Lot zu bringen und sicher zu verankern. Am Faschingsdiensttag werden ihre Bänder den Narren beim großen Umzug zuwinken.


Mittendrin die Präsidentin selbst, in Markt Erbach aufgewachsen und seit 23 Jahren in der Formation „Power Girls“ tanzt, der nun der Sessionsorden gewidmet ist. Es sei wunderbar, wie in dieser Fastnachtsgilde ein Rad ins andere greife, alle begeistert bei der Sache seien, so Simone Fahsl, der für die Organisation der Tastentipp in der WhatsApp-Gruppe genügt. Und so konnte sie entspannt das Hoch auf den „Narrenbaum“ ausbringen, während die Vorbereitungen für die zweite große Sitzung am Abend liefen. Erneut hauptsächlich in der Regie von Alexander Popp aus eigenen Kräften gestaltet. Der hatte schon bei seiner Premiere souverän Sitzungspräsidentin Andrea Tiefel vertreten, die in dieser Woche mit Baby Romie ihrem Komitee eine neue Faschingsprinzessin schenkte.

In bunter Pracht soll nun die ins Nebelgrau über Markt Erlbach ragende Birke mit ihren farbigen Bändern jeden sehen lassen, „wie wir Fosernachter in Erba im Mittelpunkt stehen“. Das sollte mit „Trara“ und „Erba Aha“ gefeiert werden, in das Erste Bürgermeisterin Dr. Birgit Kress und ihr Stellvertreter Werner Sieglitz unter den Zaungästen einstimmten. Auf das Brauchtum und die tatkräftigen Helfer, die für die Zierde im Ortsbild sorgten, wurde mit Glühwein und Kinderpunsch angestoßen. Beim großen Umzug am Fastnachtsdienstag nimmt „ihr“ Baum die Parade der fröhlichen Narrenschar ab.

Harald Munzinger

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