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Neun neue Corona-Fälle im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim

Kreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim bildet eiserne Reserve - 22.03.2020 17:36 Uhr

Der Zutritt zu den Kliniken – hier Neustadt - ist nur noch über den Haupteingang möglich. Zur Entlastung der Ärzte und des Pflegepersonals soll eine eiserne Reserve aus medizinischen Fachkräften gebildet werden. © o.n.


Da über das Wochenende ein extremer Anstieg an Corona-Fällen zu verzeichnen war, wird nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen, "dass die Corona-Lage sehr ernst ist und jeder sich zwingend an die staatlich vorgegebenen Restriktionen halten muss". Der Anstieg der Fallzahlen sei "ein Signal an uns alle, besser noch mehr soziale Kontakte zu vermeiden, als es die Vorgaben erfordern", führt der Landkreis in einer Pressemitteilung aus.

Eine positive Nachricht gibt es allerdings ebenfalls aus dem Landratsamt: Von den mittlerweile 18 Fällen konnten drei Personen "aus der häuslichen Absonderung entlassen werden". Diese Personen waren rund 14 Tage in behördlich angeordneter häuslicher Quarantäne. Da sie mittlerweile 14 Tage symptomfrei waren, konnte diese Maßnahme aufgehoben werden.

Aufruf an medizinische Fachkräfte

Im Landkreis arbeitet die "Führungsgruppe Katastrophenschutz" unermüdlich, "um für unsere Landkreisbürger den bestmöglichen Schutz in der aktuellen Situation zu erreichen. Man hat sich dazu entschlossen, eine eiserne Reserve an medizinischem Fachpersonal im Hintergrund zu bilden". Deshalb ergeht der Aufruf an Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und Medizinstudierende aus dem Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, die derzeit nicht oder nicht mehr arbeiten, sich für den Fall einer Zuspitzung der Corona-Epidemie beim Landratsamt Neustadt registrieren lassen.

"Wir wollen rechtzeitig eine eiserne Reserve an medizinischem Fachpersonal bilden, was bei der voranschreitenden Corona-Lage von wichtiger Bedeutung ist. Der Aufruf richtet sich an Kräfte, die zum Beispiel in Rente, in Elternzeit oder ähnliches sind.

Die Freiwilligen sollen, sofern die Krankenhäuser an ihre Kapazitätsgrenze stoßen, vorrangig die dortigen aktiven Ärzte und Pflegekräfte unterstützen. Sie kommen selbstverständlich nur dann zum Einsatz, wenn die aktiv Tätigen aus den eigenen Reserven nicht mehr ausreichend unterstützt werden können", so der Pressesprecher des Landkreises, Matthias Hirsch.

Da bestimmte Qualifikationen abgefragt werden, erfolgt die Datenaufnahme ausschließlich telefonisch. Das Landratsamt bittet, von schriftlichen oder elektronischen Anfragen Abstand zu nehmen. Freiwillige Personen mit medizinischem Fachwissen sollen sich unter der Telefonnummer unseres Bürgertelefons 09161/925050 (Montag – Sonntag 8 bis 12 Uhr und Montag bis Donnerstag 14 bis 16 Uhr) melden und registrieren lassen.

"Es kommt in der aktuellen Lage auf jeden an, jede Fachkraft kann zur Rettung von Menschen helfen, deshalb erhoffe ich mir zahlreiche Rückmeldungen", erklärte Landrat Helmut Weiß. Klinikbesuche nur in Ausnahmefällen

In den Kliniken des Landkreises sind seit 16. März Besuche grundsätzlich nicht gestattet. Ausnahmen sind nach Rücksprache mit dem zuständigen Stationsarzt für die Begleitung sterbender Patienten durch engste Verwandte sowie zur Anwesenheit von Vätern oder einer Bezugsperson bei Geburten möglich. Besuche auf der Wöchnerinnen-Station sind nicht möglich. Der Zutritt zu beiden Kliniken ist nur noch über den Haupteingang möglich.

Alle planbaren Aufnahmen, Operationen und Eingriffe in den Kliniken werden auf unbestimmte Zeit verschoben. Betroffene Patienten wurden bereits informiert. Hierdurch werden freie Kapazitäten für das prognostizierte Aufkommen von Corona-infizierten Patienten geschaffen. Der Sprechstunden in unseren MVZ´s und Praxen finden wie gewohnt weiterhin statt. Diese Maßnahmen werden täglich von der Corona-Steuerungsgruppe geprüft, ggf. neu ausgerichtet und an die gesundheitspolitischen Vorgaben angepasst. Über Neuerungen wird stets umgehend auf der Website sowie unter "www.facebook.com/klinikennea" informiert.

Stadtratssitzung abgesagt

Angesichts der aktuellen Situation hat die Kreisstadt ihre für Mittwoch, 25. März, in der "NeuStadtHalle" geplante Stadtratssitzung abgesagt. Erster Bürgermeister Klaus Meier hat an die Bevölkerung den inständigen Appell gerichtet, "die Anweisungen der Behörden ganz strikt zu befolgen, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern". Wer von den älteren Mitbürgern/innen nicht in der Lage sei, selbst zum Einkaufen zu gehen, solle sich bei der Stadt melden. Meier: "Es stehen bereits eine ganze Reihe an ehrenamtlichen Helfern in den Startlöchern um helfen zu können! Ich bin sehr froh darüber, dass hier unsere Ehrenamtlichen die Älteren und Menschen mit Handicap so toll unterstützen, ganz großen Dank dafür!"

Hilfen haben auch Gemeinden wie Gutenstetten angeboten. Bürgermeister Gerhard Eichner rät, "weitestgehend den näheren Kontakt untereinander zu reduzieren, wenn möglich, zu Hause zu bleiben und nur für das Nötigste, Geschäfte und Einrichtungen persönlich aufzusuchen". Insbesondere älteren, alleine lebende Personen sowie für Personen die zur Risikogruppe (z.B. Personen mit chronischen Erkrankungen) zählen, sei die Gemeinde gerne behilflich. bestimmt. Wer das Haus derzeit nicht verlassen könne und jemanden benötige, der einkauft oder Medikamente besorgt, kann sich an die Gemeinde wenden (Telefon 09161/3167 Anrufbeantworter). "Bitte handeln Sie überlegt und mit Augenmaß, ich hoffe sehr, dass wir alle diese Krise unbeschadet überstehen!", stimmt Eichner mit vielen Bürgermeisterkollegen überein.

o. n.

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