18°

Samstag, 17.08.2019

|

Neustadt auf dem Weg zur "Bienenstadt"

"HonigBienenMarktPlatz" schärfte Blick für die Natur - 13.07.2019 21:17 Uhr

Als Symbol für die „Bienenstadt Neustadt/Aisch “ überreichte Imkervorsitzender Josef Heller Bürgermeister Klaus Meier (v. r.) das Modell einer „Wildbienenstadt“. Wie Imkerkreisvorsitzender Dietmar Lisson rief auch der stellvertretende BN-Kreisvorsitzende Engel (v. l.) zu noch mehr Einsatz jedes Einzelnen für die Bewahrung der Naturvielfalt auf. © Harald Munzinger


Auch wenn sich zur offiziellen Eröffnung im strahlenden Sonnenlicht Bürgermeister Klaus Meier einmal mehr über das Festwetter freuen konnte, um das Neustadt im weiten Umland beneidet wird, fielen auf dieses Image diesmal auch einige Schatten und Tropfen. Diese wiederum waren in der über Wochen dürstenden Natur willkommen. Trocken gingen die Darbietungen eines Querflötenensembles der Musikschule über die Freilichtbühne vor der Rathauskulisse, hätten aber unter den Marktbesucher mehr aufmerksamen Respekt verdient. Dann hätten sie wohl ebenso wie der Bürgermeister bei den zarten Tönen an den Bienenflug denken können.

Er würdigte die Mitwirkung des ausgezeichneten Quartetts ebenso, wie die Ausgestaltung des „HonigBienenMarktPlatzes“ durch die Imkervereine Neustadt/Aisch, Oberer Ehegrund und Mittlerer Aischgrund, die Honigmanufaktur Rommfeld, den Bund Naturschutz, den „NeuStadtGarten“ und die Büchertauschbörse des Caritas-Freiwilligenzentrums und der „Nachbarschaftshilfe“. Deren Premiere in der Öffentlichkeit, die sie über vielfältige Hilfen im Alltag informierte, erfreute besonders die Seniorenbeauftragte des Stadtrates, Heike Gareis, ist mir ihr doch „meine Herzensangelegenheit an den Start gegangen“. Bürgermeister Klaus Meier riet dazu, Informations- und auch Hilfsangebote zu nutzen und würdigte ebenso wie Gareis „alle die hier ehrenamtlich zum Wohl der Allgemeinheit wirken“.

Bienenvölker und Wildinsekten

Das Hauptaugenmerk sollte an diesem Tag jedoch „den Imkern und ihren zahlreichen Problemen“ auch für die Bienenvölker und Wildinsekten gelten. Diese durch Blühflächen als Bienen- und Insektenweiden in den Gärten ebenso zu mindern, wie durch die Unterstützung von entsprechenden Initiativen von Landwirten in der Region, appellierte das Stadtoberhaupt an die Besucher und die Bürgerschaft allgemein. Dass die Stadt mit gutem Beispiel vorangehe, machte er mit dem insektenfreundlichen Blumenschmuck am Rathaus oder Neptunbrunnen, wie auch mit den wieder speziell angelegten Bienen- und Insektenweiden oder Kräuterblumenwiesen auf Ausgleichs- oder Rekultivierungsflächen deutlich. Für weitere Maßnahmen habe der städtische Gärtnermeister „ein schlüssiges Gesamtkonzept zusammengestellt“.

Bilderstrecke zum Thema

Imkerware und Musik: Der "HonigBienenMarktPlatz" in Neustadt

„Weiter denken, näher einkaufen“ ist seit vielen Jahren das Motto der wöchentlichen Bauernmärkte und der „ThemenMarktPlätze“ in der Kreisstadt. Und das mit erkennbar fruchtbarer Wirkung, wie es der gute Besuch des 17. „HonigBienenMarktPlatzes“ und das rege Interesse an den Imkerprodukten wie auch an den Informationsständen zeigte.


Meier würdigte den äußerst aktiven Imkerverein in Neustadt, der sich sowohl der Wildbienen mit entsprechenden Behausungen annehme wie auch die kunstvolle „Bienenbeute“ des Markgrafen Albrecht Achilles am Alten Schloss mit einem Bienenvolk besetzt habe. Dem ehemaligen städtischen Mitarbeiter Wolfgang Hille, „der mit ungeheuer viel Herzblut bei der Sache ist“ galt seine besondere Anerkennung. Wie mit den „ThemenMarktPlätzen“ unterstrich der Bürgermeister auch mit den Bauernmärkten das Bestreben der Stadt, den Fokus auf örtliche Produkte zu lenken und damit „unsere Naturräume zu erhalten und die regionalen Wirtschaftskreisläufe zu stärken“.

Jeder Einzelne kann beitragen

Anerkennung dafür erfuhr die Stadt durch die Imker. Deren Kreisvorsitzender Dietmar Lisson und der Ortsvorsitzende Josef Heller begrüßten Neustadts Entwicklung zur „Bienenstadt“. Das sollte auch eine „kleine Stadt aus Wildbienenhäusern“ zum Ausdruck bringen, die gerade entsteht und die Kreisstadt „noch insektenfreundlicher“ machen soll. Dass dazu auch jeder Einzelne beitragen kann, betonte Lisson mit der Anregung von Blühflächen in den Gärten, „in denen nicht alles aufgeräumt“ sein sollte. Eine deutliche Absage erteilte er den Steingärten.

Lisson wähnte die Imker derzeit „sehr politisch“. Mit dem Volksbegehren für den Artenschutz tue sich „a weng was“, was er mit den von einigen Bauern angelegten Blühflächen ansprach und meinte, dass „noch viel mehr passieren müsste“. Erfreut zeigte er sich über etliche Gemeinden, „die mitmachen und selbst kleinere Parzellen ausnutzen, um Blühflächen anzulegen“. Für den BN als „Fürsprecher für den Naturschutz insgesamt“ rief der stellvertretende Kreisvorsitzende Engel Kommunen und Bürger gleichermaßen zu konkretem Handeln für die Bewahrung der Vielfalt in der Natur auf.

Viele praktische Anregungen

Dazu gab es auf dem „HonigBienenMarktPlatzes“ viele praktische Anregungen und auch anschauliche Beispiele für insektenfreundliche Gartenpflanzen sowie Saatgut für Blumenwiesen. Dass diese nicht nur das Auge erfreuen, sondern sich auch mit der Vielfalt der Bienenprodukte lohnen, vermittelten die Imker mit gerne angenommenen fachlichen Informationen, wie auch verlockenden Kostproben. Anregungen für Papas oder Opas Werkstatt nahmen die Kinder beim Bohren der Nistlöcher in Wildbienenstöcke mit.

Für sie war zudem der Schaubienenkasten mit der spannenden Suche nach der Königin ein besonderes Erlebnis, das ihnen der Imkerverein auch am Lehrbienenpfad und -stand bei Diebach unter anderem im Ferienprogramm bietet. Mit einem Pflanzenquiz war manch ein Erwachsener herausgefordert, der „HonigBienenMarktPlatz“ somit erneut ein lohnendes Ziel für den Familienbummel mit starker Anziehungskraft. 

Harald J. Munzinger

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Neustadt