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Neustadt: Der stumme Hilfeschrei als Kunst

Terror von Paris schlägt sich im Bild von Elke Rogler-Klukas nieder - 13.01.2016 14:52 Uhr

Die Rogler-Klukas mit ihrem Bild des stummen Hilferufes in einer sich mit Terror und Katastrophen verändernden Welt. © Harald Munzinger


Diese hat nach den Aussagen der in Reinhardshofen lebenden Künstlerin in einer durch Flucht und Terror, Unglücksfälle und Umweltkatastrophen veränderten Welt „eine neue Dimension“ erreicht“. Hilfesuchende Hände und Augen dominieren das für die Spendenaktion des SV Gutenstetten zugunsten der Notfallseelsorge gestaltete Bild (n-online berichtete). Augen, so Rogler-Klukas, „die Unfassbares sehen und gesehen haben“.

Einen stummen Hilfeschrei bringt sie in zwei blauen Händen, einem halbgeschlossenen Auge, zwei Spiegeln und einem weit geöffneten Mund zum Ausdruck: „Die Ohnmacht, die jeden von uns treffen kann“. Paris sei zum Symbol von Terror in Europa geworden – ein Angriff auf Kunst und Kultur und unsere grenzenlose Freiheit, führt die Künstlerin zu ihrem Bild aus und mahnt; „Es ist kurz vor 12 Uhr!“ Was bleibe, sei die Hoffnung.

Frieden und Zuversicht

Sie kommt im unteren Teil des großflächigen Bildes in flauschigen Wolken zum Ausdruck, in denen sich drei Christbaumkugeln verstecken. Möge sich für den Betrachter im Bild Hoffnung, Frieden und Zuversicht auch für das Jahr 2016 wiederspiegeln, wünscht sich Elke Rogler-Klukas. Erneut hat sie Spiegelflächen eingefügt, die den Betrachter zu einem Teil des Bildes werden lassen und seinen Standpunkt reflektieren. Bewegt hatten die Künstlerin auch die Gedanken, dass 2015 für die Notfallseelsorge im Landkreis ebenfalls ein „ganz besonders spezielles Jahr“ gewesen sei: „Viele Einsätze des Notfallseelsorgeteams haben Hoffnung zu den Menschen gebracht, wo es keine Hoffnung mehr gibt“.

So kann der stumme Hilfeschrei auch von Angehörigen der Opfer sein, denen die Notfallseelsorge Trost in trostlos erscheinenden Situationen gab. Elke Rogler-Klukas begleitet die Spendenaktionen des SV-Gutenstetten immer wieder mit den individuell zum jeweiligen Anlass gestalteten „Themenbildern“, fügt so der Geld- ihre „Zeitspende“ zu. Jedes ihrer Bilder erzählt eine Geschichte, diesmal eine bedrückende der sich beängstigend verändernden Welt, verbunden mit der Botschaft der Hoffnung, wo sich Hoffnungslosigkeit breit zu machen droht. Symbolträchtig für die Botschaft auch der Notfallseelsorge. 

hjm

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