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Freitag, 24.01.2020

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Neustadt: Künftig Zugang über den Schlossturm gewünscht

Ausstellung mit Überraschungen - 12.12.2019 20:57 Uhr

Von einer Sperre und dem Museumseintritt wurden Kunstinteressenten überrascht, die zur „KiNA-Weihnachtsausstellung“ im Alten Schloss wollten. © Harald Munzinger


Sehr erfolgreich war die ganz spezielle Galerie mit dem „99 Kunstwerken für je 99 – 999 Euro“ mit der sehr gut besuchten Vernissage gestartet, bei Manfred Hönig in die Ausstellung einführte und Walter Gramming mit einem Liedvortrag zur Gitarre bewies, dass er sich nicht nur auf die bildnerische Kunst versteht. Alle KollegInnen stellten ihre Arbeiten vor: Manfred Hoenig seine lichtdurchdrungenen Aquarelle, Andreas Riedel seine immer interessanten Fotografien von Menschen und fremdartigen Ensembles. Dieter Uhlschmidt erklärte die Maskenmaltechnik seines exotischen Maskenbildes, Heidi Kippenberger den minutiösen Aufbau und die Emailierung ihrer Vasen sowie „ushi f“ ihre verführerischen Akte und das dynamisch glitzernde Video.

Walter Gramming hatte von Reisen oder der Kerwa seine Instagram-Fotos auf quadratisch-stabile Platten gedruckt, Beate Pöltl fotografierte heimische Bäume in ihrer ganzen Pracht und Verschrobenheit – angesichts deren Bedrohung. Christine Kestler brachte prächtig-obskure Weiberfiguren aufs Papier, Maria Schwarm fein ziselierte Naturphänomene. Peter Pabst zeigte seine bekannten aber immer hochinteressanten Radierungen mit ausgefeilter Technik. Und schließlich begeisterte Dietmar Lisson alle allein durch sein „Tanzbild“, welches scheinbar nur durch Trampeln entsteht und doch so feinsinnig wirkt.

Das Künstlerkollektiv hatte durch fleißiges Austragen und Verteilen von Einladungen, persönliche Ansprachen und Mobilisierung der Medien viel erfolgreiche Vorarbeit geleistet, mochte sich aber durch Neuerungen der Museumsleitung nicht im gewohnten Maß unterstützt sehen. War bei der letzten Weihnachtsausstellung der „KiNA“ das Schloss während des Weihnachtsmarktes noch bis weit nach 17 Uhr geöffnet, wurde diesmal auf dem pünktlichen Schluss bestanden und die Künstlerinitiative wie Kunstinteressierte vom mit einem Seil versperrten Zugang und dem Museumseintritt überrascht.

Erklärt wurde dies nach „KiNA“-Mitteilung damit, dass Marktbesucher mit Bratwürsten durch das Schloss gegangen seien und sich mit dem Vorwand des Ausstellungsbesuches „den Eintritt ins Karpfenmuseum erschlichen” hätten. Das nannten auch Museumsmitarbeiter als Grund für die Maßnahme, hätten doch Ausstellungsbesucher immer wieder auch die Gelegenheit zum Streifzug durch die „Aischgründer Karpfenwelt“ genutzt.

Als Lösung des mutmaßlichen Konfliktes im guten Einvernehmen, schlägt die Künstlerinitiative beim nächsten Weihnachtsmarkt den Zugang zur ihrer Galerie über den Turm vor, womit Kunstfreunde unabhängig und bei freiem Eintritt ihre Ausstellung auch noch über 17 Uhr die Ausstellung besuchen könnten. Die Bewachung übernähmen die Künstler gerne selbst, die sich für den Zuspruch all derer bedanken, „die tapfer genug waren, uns trotz Schranke zu besuchen“.

Da der Turm als Fluchtweg ausgewiesen sei, könne er nicht als Zugang genutzt werden, teilte die Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins, Carola Kabelitz, mit. Auch könne der Zutritt nicht über die festgelegten Museumszeiten hinaus gewährt werden, sei der Verein doch als Mieter des Schlosskomplexes für diesen verantwortlich. 

nb/hjm

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