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"Neustadt wird putzt": Neuer Teilnehmerrekord bei Aktion

Umweltaktivisten aller Generationen sammelten Wohlstandsmüll ein - 30.04.2017 16:00 Uhr

Neuer Rekord: Mit großem Eifer sammelten Kinder und Jugendliche in Begleitung von Erwachsenen achtlos weggeworfene Abfälle ein. © Harald Munzinger


Zum elften Mal wurde diese durchgeführt und drei Jahre in Folge gab es nun neue Teilnehmerrekorde. Hatten sich 2015 mit 316 „Müllsammlern“ mehr als im Jahr zuvor aufgemacht, um gut zwei Stunden lang für eine saubere Stadt zu sorgen, freute sich Erster Bürgermeister Klaus Meier 2016 über eine leichte Steigerung auf 318 überwiegend jugendlicher Kräfte, die auszogen, um ein Beispiel für Umweltbewusstsein zu statuieren.

Als nun über 400 Teilnehmer angemeldet wurden, rüstete das BRK-Team seine Feldküche auf, um ausreichend Essen für den Abschluss dieser großartigen Bürgerinitiative ausgeben zu können. Die beliebte Pasta Asciutta sollte die Mühen der in 13 Bezirke aufgeteilten Sammlergruppen belohnen. Dafür legten sich die Feldköchinnen und -köche nach einem stärkenden Weißwurstfrühstück mächtig ins Zeug und konnten sich über einen "Riesenapplaus" für den köstlichen Mittagstisch freuen.

Den hatten sich die 344 Teilnehmer – vom Krippenalter der "Wurzelwichte" bis zu aktiven Senioren – auch redlich verdient. Denn obwohl Bürgermeister Meier den Eindruck hatte, dass sich die Müllmenge von Jahr zu Jahr etwas reduziert, füllten sich erneut zahlreiche Müllsäcke, mit denen die Teams ebenso ausgestattet wurden, wie mit Arbeitshandschuhen. Es mache ihn "manchmal sprachlos, wie unglaublich sorglos Abfälle, insbesondere Verpackungen, weggeworfen" würden und "wie achtlos viele Menschen mit der Umwelt umgehen".

Geschärftes Umweltbewusstsein

Umso wichtiger sei die Umwelterziehung in den Schulen sowie die Schärfung des Umweltbewusstseins bei der Jugendarbeit in den Vereinen. Dass Beides erfolge, zeige sich nach Feststellung des Stadtoberhauptes in den stetig zunehmenden Teilnehmerzahlen an der Aktion "Neustadt wird putzt". An der wirkt der Bürgermeister mit Ehefrau Karin jedes Jahr auch selbst mit, nahm sich heuer mit Franken-Brunnen-Chef Stefan Beyer und einer Gruppe aus seinen Unternehmen Kleinerlbach – samt Kreisel – vor, was Meier als "höchst bemerkenswert" bewunderte. Zumal Franken-Brunnen mit seiner Stiftung "Jugend und Natur" seit zwei Jahren das Projekt als Hauptsponsor großzügig fördert und es ermöglicht, mit Meistbeteiligungsprämien "das Sammelfieber" zu steigern; ganz abgesehen von der Getränkespende.

Unterstützt wird der "NEA-Putz" auch von der Metzgerei Ullrich und der Brauerei Hofmann sowie von der Freiwilligen Feuerwehr, die abschließend die Müllsäcke einsammelt. Viel Anerkennung zollte Amtschef Meier den Bauhofkräften mit Friedrich Lunz an der Spitze, sowie "Oberorganisator" Harald Heinlein, der bei der logistischen Bewältigung der Aktion die Obergrenze erreicht sah. Schließlich gelte es die Reinigungsbezirke gut einzuteilen, um eine Gefährdung der Teilnehmer möglichst auszuschließen.

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Rekordbeteiligung bei der Aktion "Neustadt wird putzt"

Rekordbeteiligung bei der Aktion "Neustadt wird putzt": 344 Umweltaktivisten aller Generationen machten sich in Neustadt/Aisch auf den Weg, Abfälle und Unrat von Straßenrändern und Plätzen zu sammeln. Vor einem Jahr waren es noch 318.


So schickte er beispielweise die Kleinsten des Kindergartens abseits vom Verkehr von der "Obermühle" auf den Flurbereinigungsweg. Die "Wurzelwichte" sorgten am Waldbadparkplatz für die saubere Ecke ihres künftigen "Waldkindergartens", wobei eine "geheime Mülldeponie" entdeckt wurde. Den "Profis" von THW und Feuerwehr konnten die schwierigeren Reinigungsbereiche zugewiesen werden. Neu dabei war neben den "Wichten" die Koronarsportgruppe des TSV Neustadt.

Es sei nicht selbstverständlich, am Samstagvormittag früh aufzustehen und den Unrat Anderer einzusammeln, sprach der Bürgermeister den Gruppen aus Schulen und Vereinen, Parteien und Institutionen wie die Jugend von Feuerwehr und THW sowie etlichen Einzelpersonen sein Kompliment aus. Das galt auch der Dorfgemeinschaft Birkenfeld, die mit 24 Aktiven schon zuvor eifrig Müll gesammelt hatte.

"Schlossgrundschule" auf Platz eins

Mit stolzem Blick auf die große Teilnehmerzahl machte es Meier spannend bei der "Siegerehrung", bei der schließlich die „Schloss-Grundschule“ mit 57 kleinen und auch begleitenden großen Müllsammlern den ersten Platz und 120 Euro für die "Klassenkasse" bejubeln konnte. Mit 54 Teilnehmern ganz dicht dahinter folgte der jährlich ebenfalls stark vertretene Handballclub auf dem mit 100 Euro dotierten zweiten Platz und 80 Euro "sammelten" die 49 TSV’ler aus verschiedenen Abteilungen mit dem dritten Rang ein.

Ebenfalls Geldprämien erhielten die 31 Aktiven des FSC Franken, die 28 "Geißbock-Müllfahnder" der von Anfang an beteiligten Fastnachtsgesellschaft, die Dorfgemeinschaft Birkenfeld und die 23 Kinder samt Eltern des Schlosskindergartens. Erleichtert stellte Bürgermeister Meier fest, dass nach der aprillaunischen Regenwoche trocken und sogar mit einigen Sonnenstraßen auch die elfte Aktion reibungslos ablief, zu der die Gruppen mit solchem Eifer aufgebrochen waren, dass die offizielle Begrüßung "flachfiel", wohl aber die Teams mit der Mahnung losgeschickt wurde, "gut auf die Wuzzele aufzupassen", von denen viele deutlich kleiner als die Müllsäcke waren. Schließlich durften sie aber stolz darauf sein, den "Großen" ein tolles Beispiel für Umweltbewusstsein gegeben zu haben.

"Wenn’s nur nachhaltiger wäre", wünschte sich manch einer der erwachsenen Begleiter, erstaunt und erschüttert zugleich, was alles achtlos weggeworfen wird. Können Umweltsünder ermittelt werden – etwa bei der Entsorgung ihres Hausmülls – greife die Stadt hart durch, ließ Bürgermeister Meier wissen, der fast täglich vor seiner RatHausTüre "Neustadt putzt".  

Harald J. Munzinger

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