Donnerstag, 12.12.2019

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Neustädter Kirchenbibliothek bald ganz ausgelagert

Durchgebogene Regalbretter verursachen Schäden an Büchern - 02.12.2019 21:57 Uhr

Durch die durchgebogenen Regalbretter sind die über der Sakristei der Stadtkirche gelagerten Bände der Neustädter Kirchenbibliothek gefährdet und müssen ebenfalls ins Landeskirchliche Archiv Nürnberg ausgelagert werden. © Harald Munzinger


Zunächst müsse die Raumfrage geklärt werden, ehe die Kirchenbibliothek zurückgeholt werden kann, ließ der Vorsitzende des Mitte Juli gegründeten Förderkreises, Dr. Wolfang Mück, wissen, der genau das zum Ziel hat. Schließlich bestehe die von vielen Generationen zusammengetragene Bibliothek seit rund 500 Jahren, sei von herausragender Bedeutung und „ein untrennbarer Teil der Neustädter Geschichte“, wie es bei der Gründung des Förderkreises betont wurde, der dieser Tage nach Eintragung beim Registergericht auch die offizielle Anerkennung als gemeinnütziger Verein durch das Finanzamt Ansbach erhalten hat.

Schon zuvor hatte sich auch schon ein „Arbeitskreis Kirchenbibliothek“ drei Jahre lang intensiv um den Erhalt der gesamten historischen Kirchenbibliothek in Neustadt bemüht und Tendenzen widersetzt, sie komplett dauerhaft nach Nürnberg abzugeben.

Weitere Auslagerung nötig

Doch zunächst muss wohl in diesen sauren Apfel gebissen werden. da auch die über der Sakristei in Neustadt verbliebenen Bücher nach Auskunft von Dr. Mück aus dem Raum genommen werden müssen, weil „die durchgebogenen Regalbretter Schäden an den Büchern verursachen“. Sie werden noch vor Weihnachten ins Landeskirchliche Archiv nach Nürnberg verbracht und erst nach der Restaurierung der Kirche wieder ins das Receptaculum zurückgebracht, so der Vorsitzende des Förderkreises auf NN-Online-Anfrage. Für den nun betroffenen Buchbestand aus der Stadtkirche liegt für die vorübergehende Deponierung eine auf fünf Jahre befristete Erlaubnis der Denkmalschutzbehörde vor. „Wir müssen und wollen die Bücher in die Stadtkirche zurückholen. Ich hoffe, dass der ehrgeizige Zeitplan für die umfangreichen Baumaßnahmen in der Stadtkirche (Heizung, Elektrik, Statik Glockenstuhl, etc.) eingehalten werden kann“, erklärte Pfarrer Christian Schäfer

Die statische Instabilität des „Kärnter“ war Ursache dafür gewesen, dass 8000 dort gelagerte Bände der Kirchenbibliothek nach Nürnberg gebracht worden waren. An eine Rückkehr an den gewohnten Ort ist nicht zu denken, da „eine Nutzung als Bibliotheksraum aufgrund massiver statischer Probleme - auch über dem Gewölbe im ersten Stock - zu kostenintensiv und daher ausgeschlossen“ sei, wie zu erfahren war. Für den „Kärnter“ seien dem Vernehmen nach Zuschussanträge durch die Kirchengemeine für Flüchtlingswohnungen gestellt worden und lägen dafür nun auch die Förderzusagen vor.

Förderkreis hofft auf breite Unterstützung

Beim „Förderkreis Kirchenbibliothek“ hofft man auf breite Unterstützung der Bevölkerung sowie von Sponsoren beim Bemühen, die Bibliothek komplett zurückzuholen, die „in ihrer Gesamtheit zur Stadtgeschichte“ gehöre. Dazu ist es erforderlich in den Räumen am Peter-Kolb-Platz die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen, wofür der Förderkreis nicht unerhebliche Mittel requirieren muss. „Je mehr Menschen, Firmen und Institutionen dieses Ziel unterstützen, desto leichter ist es erreichbar“, lautet sein Appell.

Zuletzt hatten sich in der Kirche etwa 2000 Bände in dem Raum über der Sakristei befunden. „Während dessen Sanierung will der Förderkreis durch Ausstellungen, Internetpräsentation und Begehungen des Raumes mit Foto-Planen, die den Bestand in der jetzigen Form zeigen, die enge Bindung der Neustädter mit ihrer Kirchenbibliothek wachhalten“, ließ der Vorsitzende Dr. Wolfgang Mück wissen.

Harald J. Munzinger

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