Notarztmangel

Neustädter Landrat Weiß: Optimale medizinische Versorgung oberstes Ziel

30.12.2021, 18:21 Uhr
Landrat Helmut Weiß zur aktuellen Notarztlage: „Sicherstellung einer optimalen medizinischen Versorgung der Landkreisbevölkerung steht für mich an oberster Stelle“.

Landrat Helmut Weiß zur aktuellen Notarztlage: „Sicherstellung einer optimalen medizinischen Versorgung der Landkreisbevölkerung steht für mich an oberster Stelle“. © o.n.

Auf Ebene des Kommunalunternehmens Kliniken mit den beiden Klinikstandorten Bad Windsheim und Neustadt/Aisch werde "ein elementarer Baustein hochwertiger wohnortnaher medizinischer Versorgung" geschaffen. "Diese gute Versorgung zu erhalten, stetig zu optimieren und auszubauen, daran arbeite ich tagtäglich", so der Landrat in einer Pressemitteilung. Darüber hinaus werde im Landkreis unter dem Dach unserer Kliniken massiv an der Nachwuchskräftegewinnung in der Pflege gearbeitet. Dazu werde auch noch eine neue Pflegeschule entstehen.

"Weiter rekrutieren wir bereits erfolgreich internationale Pflegeschüler/innen und haben dafür eine eigens zuständige Person im Landratsamt in der Gesundheitsregion Plus dafür eingesetzt", führt Helmut Weiß aus und ergänzt: "Um den drohenden Haus- und Fachärztemangel im Landkreis frühzeitig entgegen zu wirken habe ich ein Konzept dazu initiiert; mit Unterstützung des Kreistags und der Bürgermeister/innen werden wir gemeinsam mit den vorhandenen Ärzten daran arbeiten auch dieses Problem zu lösen um eine gute medizinische Versorgung im Landkreis ‚rundum‘ zu gewährleisten".

Zu dieser Versorgung gehöre natürlich auch die Notarztversorgung. Die Sicherstellung des örtlichen Rettungsdienstes obliege im hiesigen Rettungsdienstbereich dem Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Ansbach, wo neben der Stadt Ansbach und dem Landkreis Ansbach unser Landkreis Mitglied ist. Für die Führung der dortigen Geschäfte sei eine Geschäftsstelle in Ansbach eingerichtet. Weiter obliege der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns die Sicherstellung der notärztlichen Behandlung. Insgesamt erfolge in diesem Bereich somit eine gemeinsame Aufgabenerfüllung durch den Rettungszweckverband und der kassenärztlichen Vereinigung.

Der Baustein der optimalen Notarztversorgung liegt Weiß nach seinem Bekunden "sehr am Herzen und ich setze mich massiv für eine bestmögliche Versorgung für unsere Landkreisbevölkerung ein." So habe man bereits in den Jahren 2016 und 2017 die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns zur Diskussion unter anderem des Themas der Notarztversorgung in den Kreisgremien gehabt. Das Problem, dass Notarztdienste nicht besetzt werden könnten, da schlichtweg zu wenig Notärzte vorhanden seien, herrsche landesweit vor und davon sei auch der Landkreis, insbesondere der westliche Landkreis betroffen. Deswegen habe er sich "bereits intensiv seit 2020 auf Ebene unseres Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung dafür eingesetzt dieses Problem zu beleuchten und dringend nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen um diesem Mangel zu beheben".

Gespräch auf Ebene des Zweckverbandes

Ziel war und sei es immer, "die bestmögliche Notarztversorgung für unsere Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen". Ende des Jahres habe ein Gespräch auf Ebene des Zweckverbands stattgefunden, wo die seitens des Zweckverbands entwickelte Idee der probeweisen Etablierung eines gemeinsamen Notarztbereichs mit einem gemeinsamen Dienstplan für die Rettungsdienststandorte Bad Windsheim und Uffenheim unter Beibehaltung beider Standorte als möglichen Verbesserungsansatz erstmals diskutiert worden sei.

Landrat Weiß: "Der Gedanke dabei ist, dass durch das Zurückgreifen auf den anderen Notarztstandort im Rahmen eines gemeinsamen Dienstplans sonst entstehende tatsächlich unbesetzte Notartschichten vermieden werden können. Es wurden dazu weder Beschlüsse noch weitere Festlegungen getroffen. Es handelt sich dabei um einen Gesprächsstand der seitens des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung kürzlich erst mit den jeweiligen Notarztgruppensprechern besprochen wurde".

Es würden nach Mitteilung des Landrates "zeitnah zu dem wichtigen Thema weitere Gespräche mit den weiteren beteiligten Stellen erst noch stattfinden. Diese gilt es zu führen und dabei immer die bestmögliche Versorgung unserer Bevölkerung im Visier zu haben. Eine Verbesserung der Situation ist sachlich anzugehen; als Landrat dränge ich auf eine gute notärztliche Versorgung, da werde ich auch nicht lockerlassen".

Polemische Äußerungen zu dem Thema, wie sie jetzt kürzlich getroffen worden seien, sowie die Vermischung des wichtigen Themas mit anderen Dingen seien seiner Ansicht nach "fehl am Platz"; nimmt Weiß dazu Stellung: "Sie verbessern in keinster Weise die Situation und bringen uns überhaupt nicht weiter, das ist nicht mein Politikstil". Das Grundproblem sei "der uns überall treffende Ärztemangel, das ist der Dreh- und Angelpunkt. Auf Kreisebene leisten wir unseren Beitrag dem Mangel entgegen zu treten, jedoch muss uns allen auch bewusst sein, dass wir als Landkreis den Ärztemangel nicht alleine in den Griff bekommen können". Auf Ebene des Kommunalunternehmens Kliniken beispielsweise werde "ein wichtiger direkter Beitrag für die Notarztversorgung geleistet. So decken unsere Klinikärzte zahlreiche Notarztdienste am Tag ab und wir fördern aktiv die Fortbildung unserer Ärzte zu Notärzten, indem wir diese für die erforderliche Fortbildung freistellen".

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