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Neustadter Museen machen Geschichte anschaulich

Kinder dürfen Wappen entwerfen und auf Holzschilde malen - 07.08.2016 17:54 Uhr

Museumsleiterin Silvia Pertschi beobachtet die Fertigung der hölzernen Wappenschilde durch Schülerinnen des Schreiner- BGJ an der Berufsschule Neustadt. Fachlehrer Thomas Medack (l.) hat dafür das computergesteuerte Programm entwickelt. © Foto: Harald Munzinger


Das Markgrafen- und das Karpfenmuseum im "Alten Schloss" sorgen für interessante Ferientage. Am Mittwoch, 10. August, führt es Kinder ab acht Jahren auf die "Spuren der Siebener", tags darauf wird Sieben- bis Neunjährigen "Der Karpfen und die große Welt" erschlossen und spannend wird es auch am 19. August mit der einstigen Vermessung der "Erbteile".

Einer von der bis ins Mittelalter reichenden Gilde der "Feldgeschworenen", die sich um die Überwachung und Einhaltung von Grenzen kümmern, erzählt am Mittwoch, 10. August, ab 14 Uhr aus dem Alltag seines Ehrenamts. Mit traditionellen Werkzeugen werden die im "Museum im Alten Schloss" angemeldeten Kinder im Schlosshof danach sogar einen Grenzstein setzen.

Die Museen sind auch am Donnerstag. 11. August, Veranstalter eines spannenden Feriennachmittages. Zunächst hören die Sieben- bis Neunjährigen die Geschichte "Die große Welle" vom kleinen Naoki und einem geheimnisvollen silbernen Fisch. Dann manchen sie sich im Museum auf die Suche nach den "Drachenkarpfen". Einen dieser Gattung können sie gebastelt mit nach Hause nehmen und im Wind wehen lassen.

Da nur maximal 12 Kinder an dieser "Expedition" (14 bis 16 Uhr) daran teilnehmen können, ist die Anmeldung im Museum erforderlich. Dies gilt unter dem Motto "Alles in Maßen" auch für den Freitag, 19. August, an dem Kinder ab acht Jahren "Elle, Fuß und Rute neu entdecken", also erfahren, womit früher gemessen wurde. Sie fertigen einen Meterstab mit alten und neuen Maßeinheiten an und erfahren Spannendes rund um eines der ältesten Ehrenämter, das Feldgeschworenen- oder Siebeneramt, das bis heute ausgeübt wird.

Kurzweilige Museumspädagogik

Geschichte unterhaltsam und kurzweilig zu vermitteln, ist nicht nur ein Beitrag im vielseitigen Ferienprogramm der Kreisstadt, sondern Ziel der Museumpädagogik, die der Geschichts- und Heimatverein seit geraumer Zeit bietet. In mehreren Modulen sind für Kindergärten und Schulen in verschiedenen Altersstufen Themen aufbereitet, die "von der Vergangenheit bis in die Gegenwart reichen, Geschichte und Kultur ebenso lebendig werden lassen, wie Ökologie und Natur", Spaß am Entdecken wecken.

So werden Schulen zu Stadtspaziergängen oder in die Wappenwerkstatt eingeladen, werden Rätsel um Grenzsteine oder den "Mönch im Karpfenteich" gelöst, wird der Blick dafür geschärft, "was alles kreucht und fleucht im Ökosystem Teich". Hort- und Kindergartengruppen können sich auf eine "abenteuerliche Reise in die Vergangenheit des Alten Schlosses" oder auf die Suche nach dem "Drachenkarpfen" machen. Schließlich bietet sich die Museumspädagogik für ganz besondere Kindergeburtstage der Ritter und Burgfräuleins an.

"Was führst du da im Schilde?" ist es zunächst eine spannende Frage, wenn den jungen Gästen Wappen und ihre Bedeutung erklärt werden und sie erfahren, dass einst Fell, Leder, Gold und Silber Statussymbole der Ritter und auch adligen Damen waren, die ihr eigenes Wappen hatten. Dann können sie sich selbst ans Werk machen, Wappen entwerfen und sie mit den traditionellen acht Farben auf Holzschilde malen. "Das kommt sehr gut an", berichtet Silvia Pertschi, die mit Sabine Fink und Susanne Mäckl für die Museumspädagogik zuständig ist und "mit ihr die Museen im Alten Schloss nach außen noch mehr präsent werden lassen".

Interessantes Schulprojekt

Und sie kam auch mit einer Anfrage in der Berufsschule "gut an", ob hier im Rahmen des BGJ-Unterrichtes eventuell die Wappenschilde gefertigt werden könnten. Thomas Medack und Ludwig Menhardt griffen die Idee auf und entwickelten die computergesteuerte Fertigung als Schulprojekt. Da der Museumsverein von Ehrenamtlichen getragen werde, gab auch die Schulleitung ihre Zustimmung, die nach Feststellung von stellvertretendem Direktor Michael Goers streng darauf achtet, den Betrieben "nicht ins Handwerk zu pfuschen", also jegliche Konkurrenz mit der Beschränkung auf soziale Projekte zu vermeiden. In diesem Fall sei zudem den Schülerinnen und Schülern mit der Herstellung der Schilde aus Furniersperrholzplatten eine gute Gelegenheit gegeben worden, "sie an ihre berufliche Zukunft heranzuführen".

Silvia Pertschi dankte der Schule für die schnelle und unkomplizierte Hilfe sowie die kompetente Beratung bei der Fertigung der Wappenschilde mit Griffen. Dafür sprach sie Lehrern wie Schülern die Einladung ins Museum aus. Wer weiß, vielleicht entsteht dabei in der "Wappenwerkstatt" ein eigenes Zeichen für die Berufsschule, das zeigt "was sie im Schilde führt".

Über die Museumspädagogik können sich Interessenten ebenso wie über die Museumslandschaft insgesamt unter der Telefonnummer 09161/6620905 oder per E-Mail info@karpfenmuseum.de informieren oder alles Wissenswerte im Internet www.karpfenmuseum.de erfahren. Offen sind die Museen im einstigen Markgrafenschloss jeweils Mittwoch und Freitag bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung.

Harald Munzinger E-Mail

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