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Dienstag, 23.07.2019

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"Pilzwelt unserer Heimat"

Dr. Schell arbeitete acht Jahre an einmaligem Werk - 11.07.2019 08:57 Uhr

Seit dem achten Lebensjahr den Pilzen auf der Spur, hat ihnen Dr. Ekkehard Schell ein umfangreiches "Bilderbuch" gewidmet. © Harald Munzinger


Dem verleiht die Tatsache das Siegel der Einmaligkeit, dass es ein spezielles Pilzbuch für einen Landstrich in der Fachliteratur bisher wohl nicht gibt.

Dr. Ekkehard Schell, seit 1996 Pilzsachverständiger und Experte für Pilzbestimmungen sowie Ansprechpartner der Giftnotrufzentrale, hat die "Pilze zwischen Frankenhöhe und Steigerwald" und damit "Die Pilzwelt unserer Heimat" (so der Untertitel) beschrieben. Und das sehr persönlich, wie es der Autor betont, der acht Jahre an dem über 400 Seiten starken und reichhaltig illustrierten Werk arbeitete und 30 Jahre Stoffsammlung aufbereitete.

Seit dem achten Lebensjahr war Ekkehard Schell nach seiner Schilderung mit dem Vater und dessen Freund, dem Gymnasiallehrer Thomas Kriegisch in den Wäldern unterwegs, dem er verdankt "welche Freude man an und in der Welt der Pilze haben kann". Mit zehn Jahren bereits war er mit dem Bruder Thomas alleine zur Pilzerkundung unterwegs, hat unterdessen den Landkreis durchwandert und sich autodidaktisch weitergebildet.

In der Neustädter Verlagsdruckerei Schmidt hat er nun sein "Bilderbuch" der faszinierenden Pilzwelt herausgegeben, die er nach eigener Schilderung bewusst nicht wissenschaftlich erschließt, sondern aus der Sicht des Betrachters schildert. 275 Arten beschreibt der Pilzsachverständige mit über 760 Fotografien betont für den Einsteiger und Hobbysammler ohne den Anspruch auf ein "echtes Bestimmungsbuch".

Der Autor, der besonderen Wert auf den Druck auf Umweltpapier legte und den Blick auch immer wieder auf Umweltthemen wie die "Pilze und den Klimawandel" oder auf Schadstoffe und Radioaktivität richtet, beschreibt die Erscheinungsformen und speziellen Eigenschaften der Pilze. Dr. Schell geht ebenso auf deren Verwendung und Verwertung ein und reichert die sachlichen Schilderungen immer wieder mit persönlichen Randnotizen und gelegentlichen witzigen  Anmerkungen an und lässt über manches Schmankerl aus der dem Laien geheimnisvollen Welt der Röhr-,Milch- oder Täublinge, von Stachelpilzen oder Korallen schmunzeln.

Verführerische Pilzgerichte

Natürlich dürfen in dem umfassenden Werk in der Erstauflage von 500 Exemplaren, das Dr. Ekkehard Schell am Mittwoch, 17. Juli, um 19 Uhr im Gasthaus "Zur Sonne" vorstellen wird, auch verführerische Pilzgerichte nicht fehlen und mit dem ausdrücklichen Hinweis auf nicht etwa gesponserte Tipps sondern "ehrliche Überzeugungen", weiß er auch die besten Weine zu den Steigerwald-Schwammerln oder die spezialisierte Gastronomie zu empfehlen und räumt dem Leser nach einem übersichtlichen Arten- und Sachregister schließlich noch Platz für eigene Notizen ein.

Der erfährt noch ganz nebenbei, was es mit den Namen Steigerwald auf sich hat und manch geschichtlichen Hintergrund, sowie fast alle im Landkreis anzutreffenden Bodenarten. Dies alles ohne wissenschaftlichen Schlüssel, der, so Schell, die Menschen eher abschreckt. Der will sie stattdessen mit den ganz praktischen Informationen an die "Pilzwelt unserer Heimat" heranführen. 

Harald J. Munzinger

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