Dienstag, 28.01.2020

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Pläne für die EVA Dettendorf stoßen auf Widerspruch

"Geruchs- und Lärmbelästigungen müssen ein Ende haben!" - 27.01.2017 17:14 Uhr

Der gegenwärtigen Erweiterung der EVA Dettendorf um eine DK-0 Deponie hatte die Gemeinde Diespeck noch zugestimmt. Gegen einen weiteren Flächenkauf hat Bürgermeister Christian von Dobschütz (4. v. r.) nun Landrat Helmut Weiß (r.) scharf kritisiert. © Harald Munzinger


Man sei verwundert und verärgert über den Ankauf, zumal er "im Geheimen vorbereitet und vollzogen" worden sei, führen Bürgermeister Christian von Dobschütz und seine beiden Stellvertreter Roland Schmidt und Georg Grimm in einem Schreiben Landrat Weiß und Regierungsdirektor Baumgärtner aus; "Eine Einbindung der Gemeinde Diespeck und seiner Bürgerinnen und Bürger wäre aus unserer Sicht zwingend erforderlich gewesen. Der Standort Dettendorf hat über Jahrzehnte die Belastungen der Anlage getragen: An- und abfahrende Müllfahrzeuge, Geruchs- und Lärmbelästigungen. Dies muss ein Ende haben!"

Bereits die gegenwärtige Erweiterung der DK-0 Deponie sei ein Kompromiss, ein Entgegenkommen der Gemeinde Diespeck und insbesondere der Bürgerinnen und Bürger in Dettendorf gewesen, wird in dem Schreiben ausgeführt. "Wir haben die komplexen Grundstücksverhandlungen mit der Eigentümerin des neuen DK-0 Areals geführt, um dem Landkreis direkt an die EVA anliegende Flächen zu verschaffen. Wir haben eigene, sehr attraktive Waldflächen in das Tauschgeschäft eingebracht, um dem Landkreis Zeit für eine Suche nach alternativen Standorten im Landkreis zu verschaffen".

"So sollte und konnte gemeinsam erreicht werden, dass eine Erweiterung der Deponie südlich der Kreisstraße NEA 15, also auf der gegenüberliegenden Seite der bestehenden Anlage, nicht erforderlich ist. Diesen Kompromiss konnte die Bevölkerung in Dettendorf mittragen, wenngleich alles andere als begeistert", erklären die Bürgermeister in Namen des Gemeinderates. Dass nun vom Landkreis weitere der Gemarkung Dettendorf unmittelbar angrenzend an die bestehende EVA Dettendorf erworben worden seien, wird als "klarer Bruch der Abmachung, keine weiteren Erweiterungen in Dettendorf mehr vorzunehmen" angesehen. Dies sei schließlich von Landrat Weiß, wie auch von früheren Landräten immer wieder zugesichert worden.

"Wir fordern den Landkreis nachdrücklich auf, die angekauften Flächen nicht für Erweiterungsvorhaben jedweder Art zu nutzen. Wir fordern den Landkreis nachdrücklich auf, sich an seine in der Vergangenheit getätigten Aussagen zu halten, und die Deponie in Dettendorf nicht abermals zu erweitern", wird in der "Protestnote" der Gemeinde ausgeführt und zugleich angekündigt, dass "Gemeinde Diespeck künftigen Ausbaubestrebungen ihr Einvernehmen nicht erteilen wird".

Ferner erwarte Antworten darauf, wie es zu dem Grundstücksgeschäft kommen konnte und wer "an dieser Stelle proaktiv gehandelt" habe, Wissen will man ferner, wie die seitens des Landkreises die zeitlichen und inhaltlichen Planungen des Landkreises für die erworbenen Flächen aussehen und ob "mit dem Ankauf die Suche nach alternativen Standorten im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windheim beendet" sei.

Landrat Helmut Weiß räumte gegenüber "NN-Online" den Kauf ein und definierte das erworbene Land als Vorbehaltsfläche ohne Erweiterungspläne der Deponie. Der Kauf sei mit Zustimmung von Kreisgremien erfolgt und habe nach der Vereinbarung des Verkäufers geheim gehalten werden müssen. Bürgermeister von Dobschütz sieht er in der Pflicht, die Angelegenheit auch seiner Verantwortung als Kreisrat zu behandeln.

nb

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