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Regionale Kliniken erhalten!

MdB Schmidt und MdL Schmidt zur Bertelmann-Studie - 19.07.2019 13:56 Uhr

Krankenhäuser, wie das in Neustadt, müssen für die Grundversorgung im ländlichen Raum erhalten bleiben. Darin stimmen der Bundesminister a. D. Christian Schmidt und die Freie-Wähler-Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt überein. © Harald Munzinger


"Die Qualität der stationären Versorgung auf dem Lande ist das eine, die Stärkung der ambulanten Versorgung ebenso wichtig, aber auch auf dem Lande muss die Grundversorgung in zeitlich und räumlich erreichbarer Nähe bleiben", betont der Unionspolitiker in einer Stellungnahme zu der Studie: "Unser politisches Ziel ist die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Ballungsräumen und im ländlichen Bereich. Ich freue mich auf die Arbeit hierfür".

Die CSU-Kreistagsfraktion Neustadt/Aisch-Bad Windsheim richte hierzu am Dienstag, 23. Juli, eine wichtige Tagung aus, um die Perspektiven der Zukunft hierfür zu planen. "Hierzu leiste ich gerne meinen Beitrag", kündigt es der Bundestagsabgeordnete Christian Schmidt an.

"Es dürfen keine wichtigen regionalen Krankenhäuser mehr geschlossen werden, denn eine umfangreiche medizinische Versorgung für Jedermann muss auf jeden Fall gewährleistet bleiben", vertritt die Freue-Wähler-Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt "eine eindeutige Meinung". Deshalb fordere ihre Partei "ein flächendeckendes Angebot an Krankenhäusern und Geburtshilfestationen". Gerade für Menschen im ländlichen Raum müsse die wohnortnahe Versorgung im Fokus stehen.

"Wirtschaftliche Interessen dürfen nicht zu Lasten der Medizin gehen", erklärt die Landtagsabgeordnete. Zur Bertelsmann-Studie zum Thema Zukunft der Krankenhausversorgung in Deutschland habe sie sich "bereits mit dem Patienten- und Pflegebeauftragten der Staatsregierung, Dr. Peter Bauer, ausgetauscht hat".

Rahmenbedingungen verschlechtert

Die finanzielle Situation der bayerischen Krankenhäuser sei seit Jahren angespannt und der Fachkräftemangel verschärfe die Situation immer weiter. Denn die Krankenhauslandschaft in Bayern sei besonders geprägt von vielen, kleineren Krankenhäusern. In anderen Bundesländern hingegen bestimmten vor allem Großkliniken die Versorgung. Diese Strukturnachteile der bayerischen Krankenhauslandschaft hätten dazu geführt, dass 50 Prozent aller Krankenhäuser in Bayern rote Zahlen schreiben würden. Zudem hätten sich die Rahmenbedingungen besonders für kleine Häuser in den letzten Jahren erheblich verschlechtert, führt MdL Schmidt in einer Pressemitteilung aus und beklagt: "Die Basisversorgung wird von den Krankenkassen nicht ausreichend honoriert, nicht einmal die Tarifsteigerungen beim Personal werden komplett ausgeglichen".

"Gesundheitsregion plus"

Um gleichzeitig die Qualität der Versorgung auf einem hohen Niveau zu halten, wird der Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim seit 2015 als "Gesundheitsregion Plus" gefördert und hat einen besonderen Ansatz entwickelt. Als Träger betreibt er das Kommunalunternehmen "Kliniken im Landkreis Neustadt an der Aisch – Bad Windsheim". Durch die Zusammenarbeit bieten die beiden Krankenhäuser in Neustadt Aisch und Bad Windsheim zwar jeweils selbst noch viele grundlegende Leistungen wie Unfall- und Allgemeinchirurgie an, teilen aber ansonsten die Kompetenzen untereinander auf.

Mit dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) wurde darüber hinaus noch ein weiteres ergänzendes Element geschaffen: Vier zusätzliche Arztpraxen stehen den Einwohnern des Landkreises neben den beiden Krankenhäusern zur Verfügung. "Die Abdeckung ist also da, jedoch muss das Kommunalunternehmen weiterhin finanziell vom Landkreis unterstützt werden". Und auch bei der Verkehrsinfrastruktur sieht die Landtagsabgeordnete Investitionsbedarf: "Die Kliniken müssen endlich vernünftig an das ÖVPN Netz angebunden werden!" Denn, "das beste Krankenhaus nützt herzlich wenig, wenn es nicht erreichbar ist." 

nb

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