Jahrhunderthochwasser und seine Auswirkungen

Rettungskräfte im Dauereinsatz: Stadtrat zollt höchste Anerkennung

30.7.2021, 12:14 Uhr
In der akuten Hochwasserlage schaute sich Neustadts Bürgermeister Klaus Meier an den Einsatzstellen der Rettungskräfte um.

In der akuten Hochwasserlage schaute sich Neustadts Bürgermeister Klaus Meier an den Einsatzstellen der Rettungskräfte um. © o.n.

Der Bürgermeister rief das Hochwasser in Erinnerung, das „weit über unsere bisherigen Vorstellungen hinaus“ gegangen sei. Die enorm großen Wassermassen, die am 9. Juli in der Stadt und in weiten Teilen des Landkreises gefallen seien, hätten ein „Jahrhunderthochwasser“ ausgelöst. Viele Straßen seien nicht mehr passierbar gewesen und Autos hätten teilweise bis zum Dach im Wasser gestanden, wie beispielweise auf dem Großparkplatz an der Wasenmühle. Unzählige Keller seien geflutet gewesen und etliche Wohngebäude hätten evakuiert werden müssen.

„Zum ersten Mal überhaupt wurde in unserem Landkreis der Katastrophenfall ausgerufen und über 1000 Einsätze beschäftigten die Rettungskräfte“, führte Meier in der Stadtratssitzung aus. Rund 1300 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer seien an jedem Wochenende im Dauereinsatz gewesen, hätten oft bis über die Grenzen der Belastbarkeit gegen die übermächtigen Wassermassen gekämpft und „unter Einsatz ihrer Gesundheit oder gar ihres Lebens unsere Stadt vor noch weit größeren Schäden geschützt“. So sprach der Bürgermeister im Namen des Stadtrates und aller Mitbürgerinnen und Mitbürger für den „mit unglaublichem Einsatz hervorragend arbeitenden Rettungskräften der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt und der Ortsteile, des THW und der anderen Hilfsorganisationen noch einmal meinen herzlichen Dank und meine tiefste Anerkennung“.

Ungeheuer starker Zusammenhalt

Ganz ausdrücklich bezog der Bürgermeister auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des städtischen Bauhofes in die Würdigung ein, „die an diesem Wochenende und in den Folgetagen wirklich übermenschliches geleistet haben!“ Neben dem unermüdlichen Einsatz der Rettungskräfte habe sich in jenen Tagen auch gezeigt, „was unsere Stadt ausmacht, nämlich der ungeheuer starke Zusammenhalt unter den Bürgerinnen und Bürgern, denn viele boten ganz spontan ihre Hilfe an, um bei den Aufräumarbeiten zu unterstützen“. Auch diesen „tollen Helfern“ sprach das Stadtoberhaupt seinen „ganz herzlichen Dank“ aus.

Eingedrungen war das Wasser unter anderem in den Schauerheimer Kindergarten, in dem bewegliche Teile aus dem Unter- ins Erdgeschoss ausgelagert, Schränke und andere Gegenstände auf Erhöhungen gestellt werden und Tauchpumpen eingesetzt werden mussten. mussten. Die Kindergartengruppe, die bislang im unteren Geschoss untergebracht war, wurde ins Gemeindezentrum verlegt, Möbel im Feuerwehrhaus Schauerheim eingelagert. Die Sanierung werde mehrere Monate andauern, berichtete Bürgermeister Meier. In der Grundschule Neues Schloss wurde im Untergeschoss ein Höchstwasserstand von 50 Zentimetern gemessen. Nach Prüfung der Folgeschäden im Bereich der Heizung sowie im Blockheizkraftwerk liegt die erste Kostenschätzung bei rund 50.000 Euro.

Umkleideraum 1.70 Meter unter Wasser

Die Freisportanlage mit dem sogenannten „Dürrhaus“ stand nach Schilderung des Bürgermeisters bis zu 60 cm komplett unter Wasser. Der Zaun, der Hartplatzbereich und die Laufbahn wurden vom Bauhof gereinigt. Der Stromverteiler wurde vom Elektriker geprüft, ein Schaden wurde nicht festgestellt. Von den drei Mähroboter, die vom FSC gekauft wurden, konnte einer noch gerettet werden. Die beiden anderen und alle Ladestationen standen vollständig im Wasser. Der Keller des Umkleidegebäudes war etwa 1,70 Meter unter Wasser. Hier konnte das Wasser durch den hohen Wasserpegel nicht ablaufen und hat ins Gebäude gedrückt. Die Hausmeister haben den Keller ausgepumpt und gereinigt. Die Entwässerungsleitungen wurden auch gereinigt.

Auch Straßen- und Brückenschäden verursachte das Jahrhunderthochwasser. Die Gemeindeverbindungsstraße von Stöckach nach Birkenfeld wurde durch die Wassermassen des von Weiherhof herkommenden Schweinebaches im Bereich eines Durchlasses unterspült. Das Hochwasser verursachte eine Schadenfläche von etwa 50 Quadratmetern. Die Reparatur wurde bereits am Montag und Dienstag nach der Überschwemmung durch die Firma Dienstbier durchgeführt, so dass die Straße am Mittwoch für den Verkehr wieder freigegeben werden konnte. Beide Brücken bei der Obermühle wurden beschädigt, die Brücke auf der Bauhofseite vom Wasser mitgerissen und um zehn Meter versetzt, sodass diese nicht mehr benutzt werden kann. Die Schäden an beiden Brücken sind so stark, dass über Ersatzbauten nachgedacht werden muss. Die Brücken und somit auch der Fuß- und Radweg sind bis auf weiteres gesperrt. Die Verwaltung ist derzeit damit beschäftigt, ein Konzept zu erarbeiten.

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