Dienstag, 12.11.2019

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Saat kann noch mehr aufgehen

SPD-Kreisverband regt mit Blühpatenschaft Nachahmung an - 26.07.2019 12:32 Uhr

In blühenden Feldern sah die SPD-Delegation mit Heike Gareis (2.v. r.) an der Spitze und Landwirte um BBV-Kreisobmann Jürgen Dierauff (3. v. l.) einen guten Anfang für aktiven Artenschutz gemacht. © Harald Munzinger


BBV-Kreisobmann Jürgen Dierauff hatte bei der Kreiskonferenz in einem Impulsreferat deutlich gemacht, dass man Artenschutz nicht nur "begehren" könne, sondern aktiv angehen müsse. So hatten denn auch er und einige Kollegen Blühpatenschaften angeboten. Der SPD-Kreisverband nahm die Anregung auf und sammelte unter den Mitgliedern 300 Euro, die Vorsitzende Heike Gareis zwei Landwirten für ihre überzeugende Initiative zu blühenden Felderm übergab.

Sie war mit stellvertretendem Landrat Bernd Schnizlein, Ronald ReichenbergMargit und Wolfgang Lampe sowie Siegfried Göttfert und SPD-Landratskandidat Bernhard Schurz der Einladung von Kreisobmann Dierauff gefolgt, die Blühflächen zu besichtigen, für die vom SPD-Kreisverband die Patenschaft übernommen worden war.

Dabei berichteten die Landwirte Stefan Jungert (Herbolzheim) und Martin Gundel (Markt Nordheim) über die Motivation, Blühflächen anzulegen, noch ehe das Volksbegehren "Rettet die Bienen" dafür Impulse geben sollte. Dass man die zu unterschiedlichen Zeiten blühenden Pflanzen auch über den Winter stehen lasse, um Insekten und Kleintieren Unterschlupf zu bieten, und bei entsprechender Pflanzenmischung die Natur allgemeinen Nutzen durch die Stärkung der Nützlinge zur biologischen Minderung der Schadinsekten ziehe, erfuhren die Gäste.

1500 Unterschriften, eine Patenschaft

Während es Jürgen Dierauff mit der positiven Darstellung hielt und den rund 15 Landwirten im Landkreis dankte, die dem Aufruf folgten, Blühpatenschaften anzubieten und etwa ebenso vielen Paten, sah man in seinem Kollegenkreis da noch reichlich Luft nach oben. Und machte auch aus den Schlüssen keinen Hehl, wenn in einer Gemeinde 1500 das Volksbegehren unterschrieben, es aber nur einen "Blühpaten" gab.

In der Summe dürften nach Dierauffs Schätzung etwa 1200 Hektar als Blühflächen oder -streifen einsät worden sein, teils mit Förderungen, teils aus Eigeninitiative, "etwas für die Umwelt zu tun", wie Stefan Jungert, im Nebenerwerb wirtschaftender Agraringenieur. Von dem Ortstermin sollten weitere Impulse ausgehen, der "Medienwind" das Saatgut verbreiten. Es gelte, so wurde betont, möglichst viele gesellschaftliche Gruppierungen mitzunehmen, Institutionen und Vereine zu Patenschaften anzuregen, die sich für Firmen als beste Imagewerbung anböten.

SPD-Kreisvorsitzende Heike Gareis erfreute sich ebenso wie Landratsvertreter Bernd Schnizlein an den Blühflächen, mit denen nicht nur für die Insekten etwas getan, sondern die Landschaft insgesamt aufgewertet werde. Gareis dankte allen Landwirten für "eine tolle Sache" und ihren Beitrag für die blühende Kulturlandschaft, die sich damit auch touristisch gut vermarkten lasse. "Nicht nur fordern, sondern sich auch selbst gefordert sehen" wurde zu weiteren Blühpatenschaften angeregt. "Wir leben Naturschutz" stellte Ronald Reichenberg zum SPD-Beitrag fest. Nachahmung empfohlen!

Harald J. Munzinger

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