Samstag, 14.12.2019

|

Scheinfeld: Kreisbäuerin sieht die Betroffenen übergangen

Daten weichen von der Realität ab - 11.11.2019 15:13 Uhr

Der „Ibalis“-Darstellung eines durch den Acker verlaufenden Fließgewässers stellt die Kreisbäuerin die Realität gegenüber. © Ixmeier


Beiden macht sie in offenen Briefen an die Landtagsabgeordneten Gabi Schmidt (Freie Wähler) und Hans Herold (CSU) Luft, der auch der Online-Redaktion vorliegt. Anlass ist die Tatsache, dass sie bei der Anfrage im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten nach der "Einstufung von Gewässern, sprich Gräben an meinen Äckern als Fließgewässer" mit der Erklärung keine Antwort erhalten habe, dass "die entsprechenden Daten noch nicht im Bayernatlas eingepflegt" seien. Nun aber seien in "Ibalis" Daten veröffentlicht, "bevor sie mit den Betroffenen abgeklärt" worden und dazu auch noch falsch seien.

So war Ixmeier nach ihrer Schilderung "zutiefst erschrocken", als sie sah, dass ein Fließgewässer laut Plan mitten durch ihren Acker führe. Tatsächlich aber befinde sich dieser – nach ihrer Meinung nicht ständig Wasser führend – jedoch "in zwei Meter Abstand westlich des Ackers". Sie habe von vielen Berufskollegen erfahren, dass es ihnen ähnlich ergangen sei, fast jeder Fließgewässer im Plan habe, die in Wirklichkeit nicht existierten, schreibt die Kreisbäuerin. Bei einem Kollegen habe sogar schon eine Kontrolle stattgefunden, "bevor überhaupt noch Daten für uns Betroffene einsehbar waren".

Nachvollziehbare Daten gefordert

Renate Ixmeier fordert, "diesen Missstand zu beheben und dafür zu sorgen, dass wir verlässliche und nachvollziehbare Daten bekommen". Zudem zeigt sie sich "zutiefst enttäuscht von der Art und Weise, wie hier die Politik die Verantwortung an die Wasserwirtschaftsämter abgegeben und uns im Stich gelassen hat". In dem Schreiben fordert sie die Abgeordneten Schmidt und Herold auf, "sich dafür einzusetzen, dass eventuelle Verstöße gegen das Gesetz erst zu Verstößen werden, wenn endgültig geklärt ist, welche Daten nun verbindlich sind".

Es könne, so Ixmeier weiter, "nicht sein, dass wir Strafzahlungen für Fehler leisten müssen, die offensichtlich andere zu verantworten haben". Es gehöre für sie zur Verlässlichkeit, dass Vorgaben, auf denen ein Gesetz fuße, immer vor dessen Inkrafttreten bekannt seien. Die Politikerin und den Politiker lädt sie "zum Ortstermin mit Presse ein", um sich vor Ort selbst ein Bild von der allgemeinen Verwirrung machen können. Ausgelöst ist diese in Folge des Begleitgesetzes zum Artenschutz, in dem unter anderem ein Fünf-Meter-Abstand von Fließgewässern mit Land geregelt ist, das aus der ackerbaulichen Nutzung zu nehmen ist.

Für ihren Betriebe sehe sie dies als "kalte Enteignung", protestiert sie dagegen, dass ihr ein Teil der Fläche zum Anbau von Futtergetreide genommen werde und sie mit der Folge der verschlechterten Rentabilität ihres Schweinemastbetriebes mehr Futter zukaufen müsse.

hjm

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Scheinfeld