Donnerstag, 21.11.2019

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Scheinfeld regte anschaulich zu belebter Altbausubstanz an

Beispielhafte Objekte - 04.10.2019 13:51 Uhr

Viele Gäste ließen sich beim „Aktionstag Innenorte“ in Scheinfeld von Carolin Schwartz über die Sanierung des Altbaues und den „verwunschenen“ Garten informieren. © Harald Munzinger


Für zahlreiche Besucher war reichlich Gelegenheit gegeben, das Motto umzusetzen und „mal“ an ein Leben in alter Bausubstanz zu „denken“.

An der hat Scheinfeld etliche Leerstände mit dem Anreiz zu bieten, dass die Stadt in das Bund-Länder-Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ aufgenommen wurde. Mit dem werden die Kommunen bei der Bewahrung des historischen Stadtbildes unterstützt. Für Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen gibt es steuerliche Anreize und Fördergelder für „private Maßnahmen zur Sanierung und Erhaltung von Bausubstanz, wenn diese nach städtebaulichen Gesichtspunkten durchgeführt werden und zur Verbesserung des Erscheinungsbildes“ der Stadt beitragen. Auch mit dem Fassadensanierungsprogramm eröffnen sich interessante Fördermöglichkeiten sogar für die Hof- und Gartengestaltung.     

Bürgermeister Claus Seifert konnte mit Stadtplanerin Daniela Rupsch eine große Gästegruppe zu beispielhaften privaten Sanierungsprojekten führen. In der mit Stadttor und einigen prächtigen Fassaden fotogenen Hauptstraße mit dem ansprechenden Flair des „innen stattfindenden Lebens“ markierten die Symbole der Aktionswoche auf großen Bannern zwei historische Anwesen aus dem 17. Jahrhundert.

Ein zweigeschossiger Gasthof mit markantem Fachwerkobergeschoss wird derzeit von zwei Eigentürmern generalsaniert, was mit Fotos dokumentiert wurde. Für Scheinfeld bedeutet die Gastronomie mit „einmaliger Atmosphäre inmitten der Altstadt“ auch ein Gewinn im aufstrebenden Steigerwaldtourismus und damit gut angelegtes Geld der Städtebauförderung. Nur ein paar Schritte weiter zieht ebenfalls ein prächtiger Fachwerkgiebel die Blicke auf sich. Die an und hinter diesem von privaten Eigentümern mit den Sanierungsmaßnahmen erbrachten „hervorragenden denkmalpflegerischen Leistungen“ wurden vom Bezirk Mittelfranken prämiert.

„Innen statt außen“ präferiert

     Auch außerhalb des Stadttores führte Seifert die Besucher zu zwei interessanten Beispielen für eine immer wichtiger werdende Zielsetzung der Kommunen, mit der Belebung von Leerständen „innen statt außen“ zu präferieren und restriktiver mit neuem Bauland zu planen. Die ehemalige Polizeistation in der Schwarzenberger Straße, in zweiter Generation in Privatbesitz, wurde von 2013 bis 2018 aufwändig generalsaniert und modernisiert. Dass dabei viel Handarbeit geleistet, Türen und Tore Originalen nachempfunden wurden und auch der Restaurierungen im Inneren „mit viel Aufwand und Liebe zum Detail“ erfolgten, ist das Projekt in einer informativen Broschüre zur gesamten Aktionswoche beschrieben.  

Offen stand die Tür zu einer Doppelhaushälfte in der Schwarzenberger Straße, in der die (neuen) Eigentümer die rund 70 köpfige Gästegruppe mit einer gelungenen Kombination aus altem und modernem Wohnen in einem besonderen Flair ebenso beeindruckten wie auch viele weitere Interessenten in der großzügigen, nach einem Besucherkommentar „herrlich verwunschenen“ Gartenanlage. Carolin und Bastian Schwartz freuten sich über das große Interesse an Sanierungsthemen, kompetente Fragen und den regen Gedankenaustausch mit Gästen in ähnlicher Situation, die also selbst auch ein altes Haus haben und im Umbau sind. Mit Bürgermeister Seifert, der ihr Projekt unterstützte, waren sie vom „Ansturm“ überrascht, hatte dieser doch mit 20 Leuten gerechnet.

Pläne der Altstadtsanierung

     Und deutlich geringer waren auch seine Erwartungen, ebenso wie jene der Regionalmanagerin des Landkreises, Andrea Linz, beim Auftakt des Aktionstages im „Alten Rathaus“. So musste denn auch im Saal mit dem Blick ins „offene Dach“ – eine reizvolle Anregung für   Altbausanierungen – rasch nachbestuhlt werden, um allen Besuchern Platz zu bieten. Für reges Interesse hatten insbesondere die von Bürgermeister Claus Seifert und Stadtplanerin Daniela Rupsch vorgestellten Pläne zur Altstadtsanierung gesorgt, die in den nächsten zwei Jahren zunächst mit umfangreichen Tiefbaumaßnahmen ansteht. Die Bürger sollen dabei Schritt für Schritt mitgenommen und in einer Reihe weiterer Veranstaltungen über alle Details informiert werden.

     Über „Vererben oder Verschenken“ referierte die Rechtanwältin Anneliese König-Graf mit anschaulichen Beispielen der „Erbteilung“ und der Architekt Georg Brügel gab Ratschläge für die energetische Sanierung und den barrierefreien Umbau. Referate und Besichtigungen sorgten abschließend für reichlich Gesprächsstoff bei der Einkehr, zu der Bürgermeister Seifert einlud. Am Samstag, 5. Oktober, setzt Diespeck die Reihe „Leben findet innen statt“ mit einem „kulinarischen Spaziergang“ fort. Der führt „durch Geschichte, Gegenwart und Zukunft“ und beginnt um 10.30 Uhr an der „Alten Zimmerei Frank“ in der Neustädter Straße. Gutenstetten, Weigenheim und Uffenheim sind am Sonntag, 6. Oktober, Gastgeber der „Aktionstage Innenorte“.  Details dazu finden sich auf der Homepage des Landkreises.

Harald Munzinger

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