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Dienstag, 22.10.2019

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Schmidt an Seite der Bauern

Offenes Stallgespräch über aktuell belastende Themen - 24.05.2019 13:47 Uhr

Zum Stallgespräch hatte BBV-Kreisobmann Jürgen Dieauff (l.) den ehemaligen Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (4. v. r.) auf den Betrieb der Familie Wieland in Peppenhöchstädt eingeladen. © Harald Munzinger


„Ich will Ihre Themen, Ihre Sorgen und auch konstruktive Vorschläge aufgreifen“, erklärte der frühere Bundeslandwirtschaftsminister. Als Fachmann, der die jetzt gültige Düngeverordnung zu verantworten hat, erklärte Schmidt: „Mich haben Sie an ihrer Seite! Ich stehe für den Schutz des Grundwassers, erwarte aber auch, dass die bestehenden Gesetze fünf Jahre Zeit erhalten, ihre positiven Wirkungen unter Beweis zu stellen“. Heute bereits eine erneute Verschärfung der ohnehin hohen Auflagen anzuordnen, halte er für überzogen. Der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes Jürgen Dierauff machte seine Kritik an den zusätzlich geplanten Auflagen bei der Düngeverordnung deutlich. So werde dem Grundwasser nicht gedient, wenn Nährstoffe, welche die Pflanzen dem Boden entziehen, nicht mehr zugeführt werden dürften. Hier sei von einer geplanten 20 prozentigen Unterversorgung in Regionen, wie dem Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, die Rede. Ein Ausschluss der Herbstdüngung mit Gülle sei, so Dierauff, gegen den Kreislaufgedanken gerichtet. Weiter mahnte er fehlerhafte Berechnungsgrundlagen an.

Bau von Güllelagerraum befürwortet

Für Klaus und Johannes Wieland ist eine grundwasserschonende Bewirtschaftung langjährige Praxis. Sie würden weite Bereiche ihrer Flächen bereits im Wasserschutzgebiet bewirtschaften. Für sie sei es wichtig Gülle und Gärreststoffe aus der Biogasanlage zielgerichtet fürs Pflanzenwachstum einzusetzen. Deshalb würden sie aktuell ein Förderprogramm zum Bau von Güllelagerraum befürworten.

„Wir lernen stets dazu und machen uns immer besser“, erklärte Johannes Wieland, der bei immer neuen Verordnungen den „Unterschied zwischen grünem Tisch und grüner Wiese“ ausmachte. Mutter Lydia Wieland beklagte, dass „die Nerven der Bauern immer mehr drangsaliert“ und ihre „Argumente von ganz oben ignoriert“ würden, weshalb sie an die Adresse des Bauernverbandes forderte: „Wir brauchen mehr Werbung für uns!“ Was die Einteilung in rote, weiße und grüne Gebiete anbelangt, befürwortete Schmidt im Gespräch eine Überprüfung der jetzigen Kriterien in Bayern. Johannes Wieland verwies darauf, auf seinen Betriebsflächen im Wasserschutzgebiet noch nie ein Nitratproblem gehabt zu haben, sie dennoch als rotes Gebiet ausgewiesen seien.

Tierärzte hängen in der Luft: Kein Impfstoff

Hygiene ist oberstes Gebiet, dem sich auch ein Agrarminister a. D. beugen muss, dem Kreisobmann Jürgen Dierauff die Schutzstiefel überstreift. © Harald Munzinger


Die jüngsten Einschränkungen beim Tiertransport aufgrund der Blauzungenkrankheit sprach Tierarzt Dr. Johannes Hermann aus Dachsbach an. Seit 18. Mai würde in den Restriktionsgebieten, dazu gehöre der Landkreis Neustadt/Aisch, der Verkauf von Nutzrindern beziehungsweise -kälbern deutlich erschwert. Nur geimpfte Tiere könnten nach außerhalb der Restriktionszonen verbracht werden. Für die erforderlichen Impfungen würde jedoch der Impfstoff fehlen. „Wir hängen komplett in der Luft“, während in den Ställen der Platz fehle, die Kälber monatelang im Betrieb zu halten. Dr. Hermann bat den früheren Bundesminister um Prüfung, ob die bisherige Regelung beim Viehtransport solange aufrechterhalten werden könnte, bis in den Rinderbeständen ein Impfschutz aufgebaut sei.

Christian Schmidt, aktuell in agrarpolitischen Belangen „viel in Brüssel unterwegs“, plädierte zum Abschluss des Gesprächs für eine „solidarische Landwirtschaft“ Es sei eine große Herausforderung, die Gesellschaft besser über ökologische Zusammenhänge und die Situation in der Landwirtschaft sowie die Nahrungs- und Energieproduktion zu informieren.

SPD sah sich bei Kreisobmann um

In seinem Maststallbetrieb hatte BBV-Kreisobmann Jürgen Dierauff Besuch der SPD-Kreisvorstandschaft in Begleitung von MdB Carsten Träger und Europakandidat Matthias Dornhuber. Kreisvorsitzende Heike Gareis berichtete von sehr guten Eindrücken in den Stallungen mit munteren Ferkeln, genügend Platz und ständiger Versorgung mit Futter und frischem Wasser. Nach der Besichtigung des Stalls habe noch mit weiteren Vertreten der Landwirtschaft ein sehr offenes und interessantes Gespräch stattgefunden. Landwirtschaft sei „ein sehr interessantes und wichtiges Thema, an dem der SPD - Kreisverband sicher dranbleiben wird“ resümierte Gareis.

nb/hjm

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