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So soll das Unfallrisiko am "Frankenbrunnen-Kreisel" sinken

Mehrmals verloren Fahrzeugführer die Gewalt über ihre Autos - 21.10.2016 13:11 Uhr

Behördentermin am "Frankenbrunnen-Kreisel". MdL Hans Herold und Landrat Helmut Weiß präsentieren die Markierungsnägel mit "Katzenaugen", mit denen die Unfallgefahr an der Kreiselausfahrt gebannt werden soll. Die Bürgermeister Christian von Dobschütz und Klaus Meier (v. r.) wollen das Tempo auf den Zufahrten gedrosselt sehen. © Harald Munzinger


Dies wurde bei einem Behördentermin betont, bei dem die "unendliche Kreiselgeschichte" um ein weiteres Kapitel fortgeschrieben wurde. Angefangen hatte sie mit so genannten "Bischoffsmützen", die den Verkehrsfluss kanalisieren, aber rasch zum Stein des Anstoßes werden sollten. Dass sie durch Leitlinien ersetzt wurden, die sich bewährten, begrüßte der Landtagsabgeordnete Hans Herold, der sich für die Korrektur der umstrittenen Maßnahme des Staatlichen Bauamtes stark eingebracht hatte.

Innerhalb des täglich von circa 30.000 Fahrzeugen passierten Kreisels war somit weitgehend für Ordnung gesorgt, die Bundesstraßen-Ausfahrt Richtung Neustadt aber sollte ein Problem bleiben, das bei den Unfallanalysen der Polizei deutlich wurde. Mehrmals verloren Fahrzeugführer die Gewalt über ihre Autos, die meist in der Böschung landeten und dies in der Regel mit Blechschäden abging. Folgenschwerer verlief die Schleuderfahrt, wenn sie im Gegenverkehr endete.

Als Ursache dafür machte es der Abteilungsleiter des Staatlichen Bauamtes, Thomas Fechner, aus, dass "vornehmlich in schwach belasteten Stunden dunkle heckbetriebene Fahrzeuge mit nicht abgepasster Geschwindigkeit den Kontakt zum Boden verloren". Im Klartext heißt das, dass zu schnell nach rechts aus dem Kreisel in die Bundesstraße Richtung Neustadt abgebogen wird, was insbesondere bei nasser Fahrbahn zum Verhängnis werden kann.

Abgeflacht und mit Warnbarken

Um diese Gefahr zu mindern, war die Einmündung schon etwas abgeflacht und mit Warnbarken versehen worden.

Sollen reflektierend-leuchtend die Linienführung verdeutlichen und ratternd warnen, wenn diese überfahren wird: Die Markierungsnägel, die in die Bundesstraßenäste montiert werden. © Harald Munzinger


An einem der "Runden Kreisel-Tische" von Landkreis, Polizei, Kommunen und Staatlichen Bauamt entschied man sich, noch zusätzlich diese Fahrbahn aufzurauen, was die Griffigkeit verbessern soll, und auf der durchgezogenen weißen Linie reflektierende Markierungsnägel aus den Ausfahrten Richtung Neustadt und Höchstadt anzubringen, um die Linienführung zu verdeutlichen, bei deren Überfahren es "kräftig rattert". Auf 30.000 Euro sind die Kosten der Maßnahme veranschlagt, die - verzögert durch den starken Regen - Anfang nächster Woche abgeschlossen werden soll.

Ein relativ geringer Aufwand, um die Situation zu entschärfen, wie es beim Behördentermin erklärt wurde. Bei dem wähnte MdL Herold nun "Ausreichendes getan", einen früher erwogenen und mit immensen Kosten verbundenen Bypass neben dem Kreisel als unverhältnismäßig. Man könne, so der Unionspolitiker "nicht jeden Autofahrer an der Hand nehmen und durch den Kreisel führen".

Tempo Thema für nächsten "Kreisel-Tisch"

Das letzte Kapitel der "unendlichen Geschichte" ist mit den "Katzenaugen" allerdings noch nicht geschrieben, wie es eine Debatte beim Ortstermin andeutete. Denn Diespecks Bürgermeister Christian von Dobschütz und sein Gemeinderat wollen es partout nicht eingehen, warum die auf den Kreisel zuführenden Ortsstraßen auf Tempo 30 begrenzt sein sollen, auf den Bundesstraßen aber mit 100 km/h auf den Kreisverkehr zugefahren werden darf.

Von Dobschütz will zumindest die 70-er Begrenzung an der Einfahrt Bahnhofstraße – nach Auskunft der Kreisverkehrsbehörde noch in einer Testphase – aufrecht erhalten wissen. Neustadts Bürgermeister Klaus Meier mag deren Aufhebung ebenso wenig verstehen wie sein Diespecker Kollege und empfiehlt das Limit auch an der Kreiselzufahrt vom Gewerbegebiet Kleinerlbach kommend.

Verkehrsfachleute sehen darin wenig Sinn, da ohnehin in den Kreisel nur mit geringer Geschwindigkeit eingefahren werden dürfe, notfalls gehalten werden müsse. Diespeck will Tempo 30 auf der Ortsstraße vom Limit 70 auf der Bundesstraße abhängig machen. Für den nächsten "Kreisel-Tisch" und ein weiteres Kapitel-Thema ist also gesorgt. 

Harald J. Munzinger

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