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Freitag, 27.11.2020

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Söder eröffnet Sonderausstellung "Heimat auf Stein" in Neustadt

Auftakt der Bayerntour im Schlossgewölbe - 28.03.2015 17:36 Uhr

Heimat- und Finanzminister Markus Söder eröffnete die Sonderausstellung "Heimat auf Stein".

28.03.2015 © Harald Munzinger


Das ehemalige Markgrafenschloss mit seinem einmaligen Karpfenmuseum sollte ein denkbar guter Ort für die Mittelfrankenstation der Ausstellung über das Vermessungswesen in Bayern sein, führte in der Begrüßung Dieter Mäckl mit dem Hinweis auf das hier entstehende Museum aus, das die Bedeutung des Siebenerwesens dokumentieren wird. Feldgeschworene waren denn auch unter den zahlreichen Gäste aus der Landes - und Kommunalpolitik sowie der regionalen Behörden stark vertreten.

Die Ausstellung, die den Bogen von der Erfindung des Lithografiesteindrucks als Grundlage für das erste flächendeckend Kataster in Europa über die weitere Entwicklung der Vermessung Bayerns zur Digitalisierung schlägt und damit den Blick in die Geschichte und Zukunft richtet, sollte für Neustadt Symbolkraft haben. Minister Markus Söder sprach vom Auftakt der langfristigen Stärkung des ländlichen Raumes. Dazu solle in Neustadt die Einrichtung eines der acht Bayern-Labs mit einem Videokonferenzraum und dem schnellsten Internetanschluss ebenso dienen, der Schulen und Firmen zugute kommt, wie ein Depot des Landesluftbildarchivs, das die Zentralität der Kreisstadt ebenfalls stärken werde.

Schon sehr viele Impulse

Wie schon bei der Ansiedlung des Vermessungsamtes in Neustadt mit der Integration der Höhenmessung habe der Landtagsabgeordnete Hans Herold “einen entscheidenden Teil beigetragen, Akzente zur Stärkung Mittelfrankens zu setzen”, führte der Finanz- und Heimatminister aus, an den Herold den Ball zurückspielte. Der ländliche Raum verdanke dem Heimatministerium schon sehr viele Impulse. Beispielhaft verwies der Unionspolitiker aus Ipsheim auf die Breitbandversorgung mit 80-prozentiger Förderung in 29 und gar 90 Prozent in neun Gemeinden des Landkreises.

Die Dokumentation zum 150-jährigen Jubiläum des weltweit größten Lithografiesteinarchivs stieß auf großes Interesse. Im Schlossgewölbe kann sie bis zum 4. Mai besichtigt werden.

28.03.2015 © Harald Munzinger


Die Behördenverlegungen seien wichtige strukturelle Entscheidungen, so Herold, der die Stärkung des Landkreises auch durch die deutliche Erhöhung des Regionalmanagements und die Anerkennung als “Gesundheitsregion Plus” würdigte, für die Staatsministerin Melanie Huml Landrat Helmut Weiß am 31. März den Förderbescheid überreichen wird. Heimatminister Söder machte er auf die besondere Bedeutung des Raumes als Heimat der Fränkischen Wein- und der Bayerischen Weißwurstkönigin aufmerksam.

"Den besten Fisch der Welt"

Der genoss nach einer arbeitsreichen Woche in München Franken als “emotionalen Höhepunkt” - da sei er derham - zumal in Neustadt, wo es “den besten Fisch der Welt” gebe, und das nicht nur im Museum! Bürgermeister Klaus Meier mochte dies mit besonderer Genugtuung vernommen haben. Als sich Franken 1806 spontan entschieden habe, die Altbayern zu integrieren, so Söder sichtlich gut gelaunt, habe Montgelas begonnen, Bayern neu organisieren und zu vermessen. Damit habe die Geschichte der Vermessung begonnen, die vor 150 Jahren komplett abgeschlossen worden sei. Kein anderes Land sei zu dieser Zeit “so gut vermessen und strukturiert gewesen“.

MdL Hans Herold, Minister Marks Söder, MdL Harry Scheuenstuhl, Bürgermeister Klaus Meier, MdL Gabi Schmidt und stellvertretender Landrat Norbert Kirsch (v. r.) "studieren" die Steinplatte von Neustadt, ein "Herzstück" der Wanderausstellung.

28.03.2015 © Harald Munzinger


Was heute digital erfolge, alle Daten sofort auf dem Smartphone zur Verfügung stünden, sei damals mit den Steinen als Druckstöcken buchstäblich schwer gewesen. Die Feldgeschworenen, deren Hochburg Franken gewesen sei, hätten die einzelnen Grundstücksabmarkungen beigetragen, führte Markus Söder aus. Der 1700 Tonnen schwere Grundstücksatlas von Bayern lagere auf über 26.000 Steinplatten als Schatz in München, der es verdiene einmal gezeigt zu werden.

Dem dient die Ausstellung “Heimat auf Stein”, in der nun im Schlossgewölbe “fast 200 Jahre Stadtentwicklung von Neustadt erlebbar werden“. Blickfang der Dokumentation sind mehrere Original-Lithografiesteine aus dem 19. Jahrhundert. Jene aus Neustadt, Bad Windsheim, Scheinfeld und Uffenheim entstanden 1828.

Übersichtlich dargstellt, zeigt die Ausstellung die Erfindung des Lithografiesteindrucks durch den Franken Alois Senefelder. Ihm und Montgelas als “genialen Visionären” sei es zu danken, dass Bayern bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein hochmoderner Staat gewesen sei, hob der Heimatminister hervor: “Wir hatten das erste flächendeckende Kataster in Europa und eine innovative Methode, Karten, Texte und Bilder zu vervielfältigen“. Auf jedem einzelnen Stein, in Spiegelschrift millimetergenau von Hand graviert, sind alle Häuser, Grundstücksgrenzen, Straßen und topografischen Elemente wie Bäume bis ins kleinste Detail dargestellt.

Öffnungszeiten erweitert

Das 150-jährige Jubiläum des weltweit größten Lithografiesteinarchivs ist Anlass der Ausstellung “Heimat auf Stein” im Schlossgewölbe. Der Geschichts- und Heimatverein hat dafür die Öffnungszeiten des “Aischgründer Karpfenmuseums” erweitert, so dass bis 4. Mai die Ausstellung bei freiem Eintritt Dienstag bis Freitag von 14 bis 17 Uhr, Samstag von 10.30 bis 13 und Sonntag von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden kann.

Ferner sind Sonderöffnungen jederzeit nach telefonischer Vereinbarung im Kulturamt der Stadt (09161/66614) möglich. Von Neustadt wandert die Ausstellung durch die bayerischen Bezirke zunächst nach Schweinfurt, dann nach Landshut, Wolfratshausen und Ende des Jahres schließlich nach Marktoberdorf.

Harald J. Munzinger

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