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Stadtführungen begannen mit "sprudelnder Geschichte"

Quellen des Lebens - Notwendigkeit von Wasser rückt in Vordergrund - 22.04.2019 16:11 Uhr

Am österlich geschmückten Neptunbrunnen begann der Historiker Dr. Wolfgang Mück die erste Stadtführung der Saison zur Geschichte von Neustadts Lebensquellen. © Harald Munzinger


Wie lebensnotwendig Wasser sei, rückten die täglichen Meldungen über dessen Mangel in Notstandsgebieten in das Bewusstsein, führte Mück im Gästekreis aus, dem sich auch eine Stadtführergruppe anschloss. Und der Mangel sei in der niederschlagsarmen Fränkischen Schweiz mit ihren durchlässigen geologischen Formationen auch Anlass gewesen, das Wasser mit den Osterbrunnen als Symbole des Lebens besonders zu würdigen, schlug Mück am besonders schön geschmückten "Neptunbrunnen" die Brücke von der Wasserversorgung zu dem seit 1906 in der Ursprungsregion dokumentierten und heute weit verbreiteten Brauchtum, Brunnen zu verzieren.

Vielfach sei dies zu einem Stück Selbstdarstellung der Städte und Gemeinden geworden. Am mehrfach erneuerten und in seiner Form veränderten Brunnen auf dem Marktplatz, den seit 1735 als Ausdruck reichsstädtischen Denken nicht etwa ein Markgraf sondern der altrömische Gott Neptun in Verbindung mit dem Wasser als Sinnbild des Lebens ziert, schilderte Dr. Wolfgang Mück den Riesenaufwand, den Neustadt für die Wasserversorgung auch der stetig wachsenden Siedlungen betreiben musste. Der ist auch mit Fundstücken einer hölzernen Wasserleitung dokumentiert, die einst von der Anhöhe im Norden unter der Aisch Richtung Innenstadt verlegt, auch die Gasthäuser am Marktplatz mit ihren Hofhaltungen über Holzröhren von der "Oberen Stadt" versorgt worden waren. Mit dem Bevölkerungswachstum – von 1938 bis 1948 auf 10.000 Einwohner verdoppelt – hatte die Stadt für die Wasserversorgung große Herausforderungen bewältigen, immer neue Quellen erschließen und zeitweise Sperrzeiten anordnen müssen. Auch die Militärregierung sei tätig geworden, berichtete der Historiker und Altbürgermeister Dr. Mück, der seit den 1990er Jahren auch über den Fernwasseranschluss die Versorgungssicherheit gewährleistet sieht.

Neptuns begehrte Gabel

Am Rande schilderte er das Glück eines gewonnenen Wettlaufes bei einer Quellensuche mit dem Unternehmen Frankenbrunnen, der Neustadt ausgezeichnetes Trinkwasser in Mineralwasserqualität gesichert habe. Auch über Neptuns begehrte Gabel wusste Dr. Mück von Diebstählen und infolge einer Erneuerung über das mehrwürdige Verschwinden des Originals zu berichten. Alleine zehn Brunnen waren in seiner Amtszeit als Bürgermeister neu aufgestellt oder erneuert worden, angefangen vom Riedfelder Königshof- und dem Heimatfestbrunnen über den Luitpold- oder den Gänsehirtenbrunnen am Max-Döllner-Platz bis zum Schöpfbrunnen an der Jean-Paul-Allee oder den Quellstein am Schloss-Kreisverkehr.

Bei seiner Führung nahm der Historiker Bezug zu den einzelnen Brunnen, die unter anderem in der "Vogelsanlage", am Finanzamt und Plärrer, vorbei am "Bullenkreisel" und einstigen Königshof Riedfeld bis zum Renaissancebrunnen im Schlosshof besucht wurden. Bis Oktober findet nun jeden Samstag eine Stadtführung statt, die jeweils um 11 Uhr am Rathaus beginnt. Es werden auch spezielle Themenführungen angeboten, worüber die sich Interessenten im Kulturamt der Kreisstadt (Telefon 09161/66614) oder in den "Museen im Alten Schloss" (09161/6620905) informieren können. 

Harald J. Munzinger E-Mail

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