Umgang mit Anderen: Der Workshop "Anders?!"

15.2.2017, 13:56 Uhr
Zu mehr Sicherheit im Dialog mit Menschen verschiedener Kulturen führte ein Workshop des Netzwerks

Zu mehr Sicherheit im Dialog mit Menschen verschiedener Kulturen führte ein Workshop des Netzwerks "über Zaun und Grenze" Ehrenamtliche aus den Unterstützerkreisen. © oh

19 Ehrenamtliche kamen in das "Haus der Kirche" nach Uffenheim zum interkulturellen Workshop "Anders?!". Eingeladen hatte das Freiwilligenzentrum der Caritas mit seinem Netzwerk "über Zaun und Grenze". "Stehen Sie auf, bewegen Sie sich im Raum und finden Sie sich in kleinen Gruppen zusammen". So startete die Dozentin Marina Khanide, Ausbildungstrainerin für internationale Programme der Demokratie- und Toleranzbildung sowie der interkulturellen Verständigung, den interkulturellen Workshop für die Mitwirkenden in Unterstützerkreisen der Flüchtlingshilfe im Landkreis Neustadt/Aisch–Bad Windsheim.

Begegnungen mit Flüchtlingen

Mit sensibilisierenden Übungen, Spielen und alltagsnahen Beispielen kamen die Teilnehmer sofort ins Gespräch und tauschten Erfahrungen über die eigene Kultur aus. Sehr anschaulich und mit viel Humor konnten sich die Teilnehmer so dem Kultur- und Toleranzbegriff annähern. Durch praktische Beispiele vermittelte die Referentin das nötige Rüstzeug im interkulturellen Miteinander. In weiteren Aufgaben ging es um das Bewusstmachen der eigenen Werte und Traditionen. Es stand die Frage im Focus, wie man den Menschen, die zu uns flüchten, mit ihren Lebenseinstellungen, Werten und Traditionen begegnet.

Es ging um den Umgang mit Konflikten aufgrund von unterschiedlichen Vorstellungen und wie man zu mehr Sicherheit im Dialog mit Menschen verschiedener Kulturen kommt. Im Gegensatz zu den geflüchteten Menschen lebe man hier in einer individualistisch orientierten Gesellschaft, machte die Dozentin Marina Khanide deutlich. Freiheit und Selbstbestimmtheit prägten hier weitgehend den Alltag, "leider oft auch verbunden mit Isoliertheit und Einsamkeit". Damit kämen diese Neuankömmlinge schwer zurecht.

Missverständnisse sollen ausgeräumt werden

"Umso wichtiger sind hier Integrationspaten. Sie helfen sowohl im Alltag weiter, stehen zu Gesprächen und Freizeitaktivitäten gelegentlich auch abends oder am Wochenende zur Seite", betonte Dorothea Hübner, Leiterin des Freiwilligenzentrums. Die Referentin des Workshops, Marina Khanide, ist Ausbilderin für interkulturelles Training und unterstützt mit ihrer Arbeit unter anderem das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, das Goethe-Institut, Wohlfahrtsverbände und Stadtverwaltungen.

Einig waren sich die Teilnehmer darin, dass dieser Workshop hilfreich für die weitere Arbeit in der Flüchtlingshilfe ist. Ursachen vieler Missverständnisse und Fallstricke im interkulturellen Miteinander wurden aufgedeckt und aufgeklärt. Für das leibliche Wohl sorgte der Unterstützerkreis Uffenheim, übernahm an diesem Tag die Gastgeber-Rolle und arrangierte das "Rundum-sorglos-Paket" für die Teilnehmer des Workshops. Informationen zum Netzwerk "über Zaun und Grenze" finden sich unter www.ueberzaunundgrenze.de. Neue Prozesskoordinatorin ist Maria Schwarm.

 

Keine Kommentare