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Volkshochschulen neu ausrichten

Volk: „Mehr Spielraum für künftige Entwicklungen“ - 05.10.2018 12:00 Uhr

Die Beiratssitzung bot den Rahmen für die Würdigung des Wirkens in und für die Volkshochschulen: Johanna Ebert, Brigitte Koch, Landrat Helmut Weiß, Maria Luise Dietl, Geschäftsführerin Evelyn Volk, Jutta Polito-Trösch, Anna Butscher und Roswitha Ziener (v. l.). © privat


Der Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim hatte mit Beschluss des Kreistages vom 30. November 1973 die Trägerschaft der Volksbildungswerke (ab 1979 „Volkshochschulen“) Bad Windsheim, Neustadt a. d. Aisch, Uffenheim und der Volkshochschule Scheinfeld übernommen. Nun sollte die fast 20 Jahre alte Satzung an die aktuellen Gegebenheiten angepasst werden, um die Volkshochschulen für die zukünftigen Herausforderungen besser aufzustellen. Auch biete die neue Satzung, „mehr Möglichkeiten in der Arbeitsaufteilung und Zusammenarbeit und lässt uns mehr Spielraum für zukünftige Entwicklungen“, erklärte Geschäftsführerin Evelyn Volk.

In ihrem Geschäftsbericht stellte sie sowohl das finanzielle Ergebnis als auch die statistische Auswertung des Vorjahres vor. Letztere ergab einen leichten Rückgang der Teilnehmer- und Kurszahlen, jedoch einen Zuwachs bei den geleisteten Doppelstunden und Teilnehmerdoppelstunden. Letztere stellen die Grundlage für die Förderung der Volkshochschulen nach dem BayEbFöG dar. Insgesamt konnte Volk von „stabilen Zahlen im Vergleich zu den Vorjahren“ berichten.

Beim finanziellen Jahresergebnis verzeichnen die Volkshochschulen einen Rückgang ihrer in den vergangenen Jahren angesparten Überschüsse. Dieser ist unter anderem begründet durch lange hinfällige Investitionen in technische und räumliche Ausstattung, Qualitätsentwicklungsmaß-nahmen und eine Gutschein-Aktion. Die Geschäftsführerin kündigte an, auch in den kommenden Jahren „sowohl in Lehr- und Lernmaterial, aber auch in Kurse, die ohne ein Defizit nicht zustande kämen“ zu investieren. Dies sei notwendig, da die Volkshochschulen als gemeinnützige Einrichtungen keine hohen Überschüsse erwirtschaften dürften.

Programm in der Breite ausdehnen

Über die kurz- und mittelfristig anstehenden Projekte der Volkshochschulen informierte der stellvertretende Geschäftsführer Tobias Götz. Dieser führte diverse Anpassungen in den einzelnen Fachbereichen aus. So solle unter anderem der Sprachenbereich um die Möglichkeit ergänzt werden, nach absolvierten Prüfungen international anerkannte Zertifikate zu erwerben. Auch der Bereich Beruf/EDV müsse für die Herausforderungen der Digitalisierung weiter fit gemacht werden. Das Programm der Volkshochschulen solle „in der Breite ausgedehnt und beispielweise durch das Angebot an anerkannten Zertifikaten im Sprach- oder betriebswirtschaftlichen Bereich an aktuelle Standards der Erwachsenenbildung weiter angepasst werden“, führte Tobias Götz aus.

Bei den anschließenden Berichten der VHS- und Außenstellenleitungen zeigten sich die Anwesenden sehr zufrieden mit dem vergangenen Jahr. Lediglich Dr. Karl Heinz Franke, VHS-Leiter aus Bad Windsheim, bemängelte eine angespannte Raumsituation in seiner Außenstelle. So stünden ihm keine eigenen Räumlichkeiten zur Verfügung, was auch Auswirkungen auf sein Kursprogramm hätte.

Eine neue Mitarbeiterin stellte sich ebenfalls dem VHS-Beirat vor. Seit Juli 2018 ist Sandra Wicke (32) als Hauptamtliche Pädagogische Mitarbeiterin in der Kreisgeschäftsstelle tätig. Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt auf der Betreuung der Fachbereiche Sprachen und Gesundheit. Sie habe, so Wicke, „sehr viel Spaß an ihrem neuen Tätigkeitsfeld“ und freue sich auf die zukünftigen Herausforderungen.

Wirken mit Herzblut gewürdigt

Landrat Helmut Weiß würdigte langjährige Dozenten und ehrenamtliche Mitarbeiter der Volkshochschulen für ihr Engagement. Maria Luisa Dietl unterrichtet seit 25 Jahren Italienisch an den Volkshochschulen Scheinfeld und Uffenheim sowie an der Außenstelle Burghaslach. Über den gleichen Zeitraum engagiert sich Brigitte Koch als VHS-Dozentin für Volkstänze an der Volkshochschule Neustadt. Fünf Jahre länger ist Anna Butscher als Kursleiterin tätig. Sie lehrt Englisch und Tschechisch und verabschiedete sich von Landrat Weiß mit dem dort üblichen Gruß „Ahoj“. Auf beeindruckende 45 Dienstjahre bringt es Jutta Polito-Trösch, die seit dieser Zeit, die Italienischkenntnisse ihrer Teilnehmer verbessert. Verabschiedet wurden die langjährigen Dozentinnen Heidi Petry sowie Johanna Ebert, die nach 25 beziehungsweise 34 Dienstjahren ihre Tätigkeit im vergangenen Jahr beendet haben.

Ein 20-jähriges Dienstjubiläum feierte die Außenstellenleitung von Sugenheim, Roswitha Ziener. Landrat Weiß betonte dabei ihre herausragende Leistung für ihre Außenstelle. Sie kümmere sich „mit viel Herzblut und Einsatz um jede einzelne Teilnehmerin und jeden einzelnen Teilnehmer, wie auch um alle ihre Dozentinnen und Dozenten.“

Kann die neue Satzung am 24. Oktober verabschiedet werden, tritt sie zum 1. Januar 2019 in Kraft, gleichzeitig die Satzung vom 17. Dezember 1999 und die Änderungssatzung vom 30. Oktober 2015 außer Kraft. Die vier Volkshochschulen bilden dann eine Volkshochschule mit dem Namen: Volkshochschule Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim. Sie bleibt eine öffentlich-rechtliche Einrichtung des Landkreises Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim mit Sitz in Neustadt. Um ein flächendeckendes Angebot für alle Bürger zu gewährleisten, hat die Volkshochschule Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim Außenstellen in den Städten und Gemeinden des Landkreises Neustadt/Aisch-Bad Windsheim.

nb

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