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Donnerstag, 18.07.2019

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Walter Billmann ausgezeichnet

Willy Brand Medaille für "Leuchtturm für unsere Gesellschaft" - 05.07.2019 15:49 Uhr

MdB Carsten Träger, Walter Billmann, Vorsitzender der Kreistagsfraktion Fürth, Frank Bauer, Elke Zahl, Uffenheims Bürgermeister Wolfgang Lampe und Ruth Billmann (v. l.) nach der hohen Auszeichnung. © privat


In seiner Laudatio auf Walter Billmann bescheinigte der Bürgermeister von Uffenheim, Wolfgang Lampe, Billmann "Ein Leuchtturm für unsere Gesellschaft und ein Vorbild für junge Menschen zu sein."

Begründet sah das Lampe, der sich freute, die Laudatio auf einen Mann halten zu dürfen, "der es mehr als verdient hat, mit der Willy-Brandt-Medaille geehrt zu werden", in seinem vielfältigen Wirken auf politischer, sportlicher, aber vor allem humanitären Seite. Bis zu seiner Pensionierung prägte er das schulische Leben vieler junger Menschen als Studiendirektor am Friedrich-Alexander-Gymnasium mit. Mit dem Bürgerkriegsbeginn im Jahr 1991 in Kroatien änderte sich die Beziehung der Schulen Friedrich-Alexander-Gymnasium und das Gymnasium Lipik/Pakrac von einer lockeren Schulpartnerschaft zu einer Versorgungsbrücke.

Spendengelder, Lebensmittel, Kleider, Medikamente und anderes mehr transportierten er und sein Freund Manfred Büttner unter Einsatz ihres Lebens mit gemieteten LKW's und Freunden direkt in die "Kriegszone" nach Lipik. Es wurden bis zum Ende des Krieges mit 15 selbstbegleiteten und fünf weiteren Transporten Hilfsgüter im geschätzten Gesamtwert von etwa 25.000 Euro in das Krisengebiet gefahren.

In den Jahren 1992 - 1994/95, betreute Billmann zusammen mit seiner Frau Ruth und Freunden rund 50 Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten in Bosnien (Bosanski Novi, Tuzla, ...) in Neustadt. Er war Gründungsmitglied der Partnerschaftsvereine Montespertoli (Toskana) und Hluboka (Böhmen), und ist seitdem in beiden Vereinen aktiv an den Partnerschaftstreffen beteiligt.

Vielseitiges sportliches Engagement

Auch sein vielfältiges sportliches Engagement wurde gewürdigt. Sein langjähriges Wirken als Jugendtrainer der TSV Judoabteilung von 1966 bis 1970 und von 1972  bis 1984 als Abteilungsleiter der Judoabteilung. Danach von 1982 bis 1999 Bezirksvorsitzender des Bayerischen Judoverbandes in Mittelfranken und Mitglied im Landessportausschuss für Judo in Bayern. Sein Organisationstalent konnte er als verantwortlicher Organisator bei der Vorbereitung und Durchführung von regionalen und überregionalen Wettkämpfen und Meisterschaften einschließlich der Deutschen Jugend- und Juniorenmeisterschaften und der Europameisterschaften der Frauen unter Beweis stellen. „Auch heute ist Walter Billmann noch in vielen Vereinen aktiv und ist 1. Vorsitzender des Jägervereins Neustadt/Aisch und Umgebung, so Lampe.

Doch genau so wichtig war und ist sein politisches Engagement. 1980 ist Walter Billmann der SPD beigetreten. Von 1992 bis 1999 war er Vorsitzender des SPD Ortsvereins Neustadt/Aisch. Dem Kreistag des Landkreises Neustadt/Aisch–Bad Windsheim gehört er seit 1990 an. Seine Beliebtheit in der Bevölkerung und seine Fachkompetenz brachten Walter Billmann auch das beste Ergebnis bei der Kandidatur zum Landrat ein, dass die Kreis-SPD je hatte. 36 Prozent der Stimmen gegen den damaligen Amtsinhaber Robert Pfeiffer waren für Walter und unsere SPD ein sehr gutes Ergebnis und verdient noch heute großen Respekt, erläuterte Lampe. Auch seine zweite Kandidatur als Landrat wurde von den WählerInnen mit 27 Prozent der Stimmen gewürdigt.

In Kreis- und Stadtpolitik aktiv

Verantwortung trug Walter Billmann lange Jahre als Fraktionsvorsitzender der Kreistagsfraktion, gestaltete die Kreispolitik aktiv mit und prägte hierbei auch den Begriff der Abfallbewirtschaftung, der bis heute in unserem Landkreis die gesamte Abfall- und Wertstoffwirtschaft gestaltet, wie Lampe auf das nachhaltige Wirken Billmanns hinwies. Seit 2002 gehört er dem Stadtrat der Kreisstadt an und gestaltet die Stadtpolitik aktiv mit, wie Lampe abschließend betont.

Walter Billmann bedankte sich bei seinem Kreisverband, aber auch und vor allem bei seiner Frau Ruth ohne die er die vielen Dinge, die ihm heute zugeschrieben werden, nie hätte tun können. Er nähme die Willy Brandt Medaille deswegen auch für sie entgegen. 

nb

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