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War es ein Hund? Schäfer kämpft nach Unfall um Existenz

30 Tiere tot: Halter ruft 500 Euro Belohnung für Hinweise aus - 03.03.2017 20:04 Uhr

Der Mann fuhr mit seinem Wagen in der Nähe eines Waldstückes in die Schafherde - er konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. © News5/Schmelzer


Die Bilder von der Staatsstraße bei Neuhof an der Zenn erschütterten selbst erfahrene Rettungskräfte. Der Asphalt in Blut getränkt, mehrere Schafe zerquetscht unter dem Kühlergrill eines Mercedes, einige der Tiere waren nur noch schwer als solche erkennbar. Zuvor war der Wagen in Teile der etwa 300 Schafe starken Herde gefahren. Das Todesurteil für zahlreiche Muttertiere und, so sagt es der Schäfer, auch Lämmer.

Die 32-jährige Beifahrerin des Mercedes wurde bei dem Unfall verletzt, musste wegen eines angebrochenen Brustwirbels im Krankenhaus behandelt werden. Sie und der 35-jährige Fahrer, der körperlich unverletzt blieb, stehen auch Tage danach unter Schock. Der gerade einmal vier Wochen alte Mercedes wurde so stark demoliert, dass noch unklar ist, ob er überhaupt repariert werden kann oder als Totalschaden gilt.

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Auto trifft auf Schafherde: Zahlreiche Tiere tot

Nachdem in Neuhof an der Zenn am Dienstagabend eine Schafherde aus ihrem Gatter ausgebrochen war, gerieten die Tiere auf eine Straße, auf der zwei Fahrzeuge mit der Herde kollidierten. Dreißig Tiere starben, eines der Fahrzeuge blieb mit einem Totalschaden zurück.


Jetzt ermittelt die Polizei gegen den Schäfer. Es geht etwa um die Frage, ob das Gatter, das in der Nähe der Staatsstraße stand, korrekt gesichert war. "Das war es", sagt Schäfer Thomas Gackstatter. "Ich habe extra noch geprüft, ob Strom darauf ist. Wie jeden Tag."

Gackstatter hat eine andere Vermutung. An einigen Tieren habe er Bisswunden bemerkt. Er geht davon aus, dass ein Hund die Tiere aufgescheucht hat. "Das sieht man auch daran, wie die Schafe das Gatter durchbrochen haben." Wenn sie einmal laufen, sagte er gegenüber der Polizei, "dann hält sie kein Zaun mehr". Theoretisch könnte auch ein Wolf oder ein Fuchs die Tiere in Angst versetzt haben.

Polizei spricht von 20.000 Euro Schaden

Mit einer Anzeige auf Facebook sucht der Schäfer jetzt nach Haltern, die in der Nähe von Neuhof an der Zenn mit ihrem Hund am Dienstagabend spazieren waren. "Für Hinweise zur Ermittlung des Hundehalters zahle ich 500 Euro Belohnung", heißt es dort. Der Post wurde bislang über 6000 Mal geteilt (Stand Freitagabend), die Hilfsbereitschaft innerhalb des sozialen Netzwerks ist enorm.

Geld, das für Gackstatter gut angelegt ist, denn: Der Schäfer hat nach dem folgenschweren Unfall, bei dem der Fahrer des Mercedes nicht verletzt wurde, Existenzsorgen. Ein Mutterschaf koste demnach etwa 600 Euro, die Lämmer rund 130. Zusätzlich ist der Unfallwagen völlig demoliert, die Polizei kalkuliert mit rund 20.000 Euro. "Das ist zu viel", sagt Gackstatter.

Ein paar vage Hinweise gebe es bereits, sagt der Schäfer. Den Halter des Hundes, der nach Gackstatters Vermutung die Tiere aufscheuchte, ist aber noch nicht gefunden. Augenzeugen können sich bei der Polizeiinspektion Neustadt/Aisch unter der Rufnummer 09161/8853-0 melden.

Hier geht es zu allen aktuellen Polizeimeldungen.

tl

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