Samstag, 14.12.2019

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Wertvolle Arbeit der Sportvereine: Landkreis erhöht Übungsleiterbeitrag

Sozialausschuss tagte in Neustadt - 14.11.2019 20:06 Uhr

Die Kreisbehindertenbeauftragten Tanja Siemund-Özcan und Rebeka Hartlehnert erfuhren viel Anerkennung für ihr wertvolles Wirken. © Harald Munzinger


In den vergangenen Jahren waren jeweils rund 23.000 Übungsstunden abgerechnet und dafür etwa 35.000 Euro ausbezahlt worden. Für eine Erhöhung der Pauschale, von Kreisrat Ronald Reichenbetrag in einem fraktionsübergreifenden Zuschussantrag ebenso empfohlen, wie von der Kreisrätin und BLSV-Ehrenvorsitzenden Hildegard Schlez, hatten schon im Vorfeld der Sitzung die Fraktionsvorsitzenden von CSU und FWG, Dieter Hummel und Reinhard Streng ihre Unterstützung signalisiert.

Gutes Signal

Den positiven Beschluss wertete stellvertretender Landrat Hans Herold als „gutes Signal für die wichtige Arbeit der Vereine“ und auch quer durch den Ausschuss wurde die Erhöhung als Anerkennung begrüßt, die den Vereinen für ihre „Riesenaufgabe“ gebühre und „neue Impulse setzen“ könne. Nach 12 Jahren sei es höchste Zeit gewesen, das Engagement der Vereine insbesondere in der wertvollen Jugendarbeit, das nicht hoch genug einzuschätzen sei, zu unterstützen, war es Konsens.

Viel Anerkennung genossen auch die Kreisbehindertenbeauftragten Tanja Siemund-Özcan und Rebeka Hartlehnert, die dem Ausschuss über Wirken berichteten, das unter anderem von Menschen zur Überwindung bürokratischer Hürden schon beim Verstehen von Formularen gerne in Anspruch genommen werde. Bei der aufgebauten guten Vernetzung mit anderen Institutionen könnten Hilfesuchende auch an zuständige Stellen weitervermittelt werden.

Rollatorführerschein gewünscht

Besonders gefragt sei aktuell die Wohnraumberatung, stellten die beiden Kreisbehindertenbeauftragten fest, barrierefreies Wohnen ein zentrales Thema. Dass die Kreisverkehrswacht dies schon auf der Agenda habe, erklärte Landrat Helmut Weiß zum Wunsch von Anleitungen zum Rollatorfahren und einem Rollatorführerschein. Dass sie neben vielen anderen Handreichungen auch mit ihren Beratungen bei Baumaßnahmen eine sehr wichtige Aufgabe erfüllten, wurde die Arbeit von Tanja Siemund-Özcan und Rebeka Hartlehnert gewürdigt.

Ebenso wie die Tätigkeit der drei Integrationslotsinnen, die seit Juli 2017 „Hilfe und Anlaufstelle für Ehrenamtliche im Bereich Integration sind“ und sich eine Stelle teilen. Diese ist bei den beiden Wohlfahrtsverbänden Caritas und Diakonie angesiedelt und wird zu 80 Prozent vom Staat gefördert. Die restlichen 20 Prozent trägt der Landkreis. Auch für ihre Kollegin Kathrin Okafor schilderten Sonja Schneider-Rasp und Veronika Polok, wie sie „die Tätigkeiten im Bereich der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund koordinieren, steuern und praxisbezogen unterstützen, wozu auch die Suche nach Wohnungen für Menschen mit Migrationshintergrund gehört.

Polok und Schneider-Rasp sehen „Vorurteilsbewusstsein, Anti-Bias und Antirassismus auf allen gesellschaftlichen Ebenen“ als eine ihrer wichtigen Aufgaben an, ebenso das „Mitbedenken von politischen und gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen“. Es gelte, so führten sie es aus, „das Bewusstsein für den gesellschaftlichen Gewinn durch Migration zu schaffen…weg vom defizitären Blick auf geanderte, migratisierte, rassifizierte Menschen“. Durchgeführt werden unter anderem landkreisweite Veranstaltungen für Frauen mit Fluchterfahrung im geschützten Raum, Bewerbertraining für Geflüchtete in Kooperation mit dem Projekt „Freiwilliges Soziales Schuljahr“ und Initiativen mit verschiedenen Kooperationspartnern.

Hilfen werden beispielsweise durch die Vermittlung von ehrenamtlichen Nachhilfen oder Sprachkursen sowie von Spenden in Form von Kleidung oder Möbeln gewährt. Unterstützungs- und Qualifizierungsangebote reichen von Austauschtreffen über die Mieterqualifizierung bis zur Vortragsreihe „Haltung zeigen“ oder Veranstaltungen zu „Empowerment für Betroffene von Diskriminierung“.

Kostenträger Bezirk, Bund und Land

Bei der Vorstellung der wichtigsten Unterabschnitte des Teilhaushaltes verwies Kreiskämmerin Silvia Ripka auf eine wesentliche Entlastung bei der „ambulanten Hilfe zur Pflege“. Da dafür seit 1. Januar 2018 der Bezirk Mittelfranken „sachlich und örtlich zuständig sei, seien hierfür 2020 keine Haushaltsansätze mehr notwendig. Bei der Grundsicherung für Senioren und dauerhaft voll erwerbsgeminderte Personen werden die Kosten zu 100 Prozent vom Bund übernommen. 2018 hätten die Ausgaben bei etwa 2,1 Millionen Euro gelegen und 2019 konstant geblieben, so Ripka, die im Haushalt 2020 dafür einen Betrag von 2,17 Millionen Euro einstellt.

Da die Leistungen für Asylbewerber in voller Höhe vom Freistaat erstattet werden, ist der Landkreis nicht mit den rund 2,9 Millionen Euro belastet, die von der Kämmerin im Haushalt 2020 eingestellt werden. Ohne die direkten Buchungen aus dem Staatshaushalt hätten die Ausgaben 2018 bei circa 3.645.000 Euro gelegen, berichtete Silvia Ripka. 2019 werde mit Ausgabe von 2,8 Millionen Euro und aktuell mit „konstanten Fallzahlen“ gerechnet.

Harald J. Munzinger

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