20°

Dienstag, 15.10.2019

|

Wertvollen Lebensraum schützen

Jägerverein bittet Kommunen: Auf Mähen und Mulchen verzichten - 23.05.2019 11:46 Uhr

Für den Lebensraum der Insekten bricht der der Jägerverein Neustadt bei den Kommunen mit dem Verzicht auf das Mähen und Mulchen die Lanze. © Rother


In diesen Wochen rückten nach den Beobachtungen der Waidleute in den Bauhöfen vieler Gemeinden wieder die Mäh- und Mulchfahrzeuge aus, um Straßen-, Weg und Grabenränder sowie andere Freiflächen in der Gemeinde "aufzuräumen" und schön sauber zu halten, auch wenn dort die Pflanzen jetzt in voller Blüte stünden. "Für unzählige Arten – Wildbienen und andere Insekten, Schmetterlinge und Kleinlebewesen – bedeuten diese Maßnahmen den sicheren Tod", mahnen die Jäger.

"Ohne blühende ‚Unkräuter‘ gibt es keine Nahrungsgrundlage für Tausende verschiedener Arten", erklärt Walter Billmann, Vorsitzender der BJV-Kreisgruppe. Für viele Insekten wird die Mahd außerdem zur Todesfalle, sie werden kurzerhand mit geschreddert oder vom Sog getötet“. Damit fehle auch vielen Vögeln die Insektennahrung, die gerade jetzt zur Aufzucht der Jungvögel so notwendig sei. "Wir wünschen uns, dass die Kommunen umdenken und den Artenschutz schon jetzt und heute ernst nehmen und umsetzen, auch bevor das neue Gesetz zum Erhalt der Artenvielfalt beschlossen wird", heißt es im Schreiben des Jägervereins.

"Sauber war gestern"

Umdenken müssten nach dessen Auffassung natürlich auch die Bürger. Deshalb wirbt der Jägerverein um mehr Verständnis für „unordentliche“ Wegränder und Gemeindeflächen. "Weniger ist mehr", betont Vorsitzender Walter Billmann, "ungemähte oder verblühte Weg- und Grabenränder mögen auf den ersten Blick ungepflegt aussehen, aber sie sind wertvoller Lebensraum in unserer so stark zersiedelten und versiegelten Landschaft". Denn auch unsere Insekten fielen nicht vom Himmel. Sie benötigten für ihre Entwicklung vom Ei zum fertigen Insekt Pflanzenmaterial. Die Florfliegen bräuchten beispielsweise hohle Stängel zur Eiablage, Schmetterlingsraupen Futterpflanzen wie die Brennnessel oder Libellenlarven Pflanzenteile, an denen sie vom Wasser an Land klettern könnten.

nb

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Neustadt/Aisch