Zum Abschluss

Zeugnisse für ein "ver-rücktes Freiwilliges Soziales Schuljahr"

28.7.2021, 14:47 Uhr
Können stolz auf sich sein: Die Absolventinnen und Absolventen eines

Können stolz auf sich sein: Die Absolventinnen und Absolventen eines "ver-rückten Freiwilligen Sozialen Schuljahres". © FWZ

Über 90 Prozent der angemeldeten Jugendlichen haben ihr FSSJ durchgezogen. "Darauf können alle Projektpartner stolz sein!" führte sie es zum Abschluss aus. Zu dem schenkte die FSSJ-Koordinierungsstelle des Caritas-Freiwilligenzentrums den FSSJlern als Dank für ihren freiwilligen Einsatz "eine Runde Kinogenuss" im Neustädter Kino.

Seit 2003 gibt es das Freiwillige Soziale Schuljahr im Landkreis – übrigens der Geburtsort dieses Projekts, was inzwischen bundesweit an mehreren Standorten Nachahmer findet! Offenheit für Neues und Stressresistenz können Jugendliche durch das FSSJ erproben, aber auch Teamwork, gutes Zeitmanagement und Kreativität. Alles Fähigkeiten, die im späteren Berufsleben von großem Nutzen sind. "Zukunftsrelevante Kompetenzen sammeln – diese Chance bietet das FSSJ und die sollte sich kein junger Mensch entgehen lassen!", appellierte die stellvertretende Landrätin Ruth Halbritter bei ihrem Grußwort im Kino Neustadt.

"Viel möglich, wenn man es will!"

"Da läuft doch eh nichts!" war vielfach zu hören. Verbunden mit der Frage, ob es denn überhaupt möglich sei, sich ehrenamtlich zu engagieren unter all den Einschränkungen durch Corona. "Natürlich ist es das!", kontert ohne Zögern Agatha Ludwig, FSSJ-Projektkoordinatorin im Freiwilligenzentrum der Caritas, "wenn man es will, ist vieles möglich. Das haben unsere FSSJler doch bewiesen!"

Trotz bereits im Herbst 2020 absehbarer Einschränkungen durch Maßnahmen im Zusammenhang mit Corona hatten 175 Jugendliche den Mut, sich für ein FSSJ zu entscheiden. Nur 15 haben es abgebrochen – 160 wiederum haben es durchgezogen. Jede und Jeder so wie es in der Einsatzstelle möglich war. Von Demotivation aufgrund schwerer Zeiten könne also beim FSSJ-Projekt nicht die Rede sein, so Agatha Ludwig. Flexibilität sei gefragt gewesen.

Bereits im November verbot der Lockdown einem Großteil der FSSJlern den Besuch ihrer Einsatzstelle. Viele Einrichtungen schufen daraufhin neue Möglichkeiten des Engagements, die regelkonform waren. Und um die Lücke zusätzlich zu schließen, hat das FSSJKoordinierungsbüro im Freiwilligenzentrum den Jugendlichen spezielle Aktionen angeboten, die es ihnen ermöglichten, von Zuhause aus Einsatzstunden für das FSSJ zu sammeln.

Engagement durch ungewöhnliche Aktionen

Mit der Aktion "Hoffnungspost" gestalteten FSSJler wunderschöne und sehr liebevolle Briefe, Gedichte und Bilder für BewohnerIinnen von Senioreneinrichtungen. Zum Thema "Unser Landkreis blüht auf!" bastelten die Jugendlichen im Frühjahr über 500 Samenkugeln und - tütchen, die zum "Tag der Nachbarn" verteilt wurden. Um Hoffnung und Freude zum Ausdruck zu bringen, malten und schrieben FSSJler im Frühjahr über den ganzen Landkreis verteilt Sprüche auf Geh- und Fahrradwege oder Steine und hinterließen unzählige "Glücksbotschaften".

Zum "Tag der offenen Gesellschaft" entstanden bildliche Darstellungen zu einer Nachbarschaftsbefragung unter dem Motto "Wie vielfältig ist meine Nachbarschaft? Wer kommt woher?" Die FSSJler beteiligten sich an der weltweiten Jerusalema-Challenge und es entstand aus einzeln eingeschickten Aufnahmen ein, so Ludwig, "fantastastisches FSSJ-JerusalemaTanz-Video". Zu guter Letzt setzten eine Hand voll Jugendlicher sogar eigene Ideen mit sozialem Charakter um. Eine Minigolfanlage wurde gebaut, eine Auslagestelle der "BücherTauschBörse" wurde initiiert, Nachbarschaften wurden durch Aufmerksamkeiten belebt.

Erfahrungsbericht als Podcast anhören

Eine FSSJ-Schülerin mit Migrationshintergrund machte dieses Jahr zum zweiten Mal in Folge ein Freiwilliges Soziales Schuljahr direkt im Freiwilligenzentrum. In der Podcast-Serie "Frangn digidol on tour" des Freiwilligenzentrums erzählt sie in einem Interview über ihren Einsatz, ihre Erlebnisse, all ihre Erfahrungen. Und diese sind sehr vielfältig. Sie reichen von der Hilfe bei der Handysprechstunde, Organisation von Veranstaltungen, diversen Büroarbeiten bis hin zum Kurs als Kulturdolmetscherin, den sie kürzlich absolviert hat. Sie berichtet auch, was ihr in den zwei Jahren am meisten Spaß gemacht und sie weitergebracht hat. Nachzuhören ist der Erfahrungsbericht unter https://freiwilligenzentrum-nea.de/podcasts/-frangn-digidolon-tour----zeit-schenken Appell: Sei auch ein Durchstarter!

Unter www.freiwilliges-soziales-schuljahr.de lassen sich die Corona-Aktionen, weitere Erfahrungsberichte von FSSJlern zu ihren Einsätzen und alle wichtigen Informationen rund um das Projekt finden. Jugendliche ab der achten8. Klasse aller Schularten können am FSSJ teilnehmen und durch ein schulbegleitendes freiwilliges Jahr wichtige Erfahrungen für die eigene Zukunft sammeln. Die Anmeldungen für das nächste Schuljahr starten jetzt mit dem Appell: "Sei dabei!" Das Freiwillige Soziale Schuljahr wird gefördert durch die Bundesagentur für Arbeit, den Landkreis Neustadt/Aisch – Bad Windsheim sowie die Sparkasse im Landkreis.

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