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Donnerstag, 25.04.2019

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1000 Nürnberger demonstrieren gegen Urheberrechtsreform

"Dieselfilter statt Uploadfilter": Kundgebung neben der Straße der Menschenrechte - 16.03.2019 20:06 Uhr

Zur Demo, die sich gegen die EU-Urheberrechtsreform aussprach, kamen mehr als 1000 Teilnehmer in die Innenstadt. © Alexander Brock


Sie sind jung. Kaum jemand, der hier steht, hat die 50 Jahre erreicht. Weit mehr als 1000 Teilnehmer kommen auf den Kornmarkt zu einer Demo, die sich gegen etwas Abstraktes richtet, aber das ihrer Ansicht nach spürbare Folgen nach sich ziehen wird. "Klärt eure Eltern und eure Omas und Opas darüber auf, was künftig passieren soll", ruft Sebastin Alscher, Bundesvorsitzender der Piratenpartei, durchs Mikro über den Platz. "Es geht um eure Zukunft."

Wem Internet-Themen keine Herzensangelegenheiten sind, der wird mit dem Begriff "Uploadfilter" nicht viel anfangen können. "Kaffeefilter statt Uploadfilter", steht auf einem Transparent, auf einem anderen "Dieselfilter statt Uploadfilter". Klar ist: Mit so einer Software lassen sich Medien und Dateien beim Hochladen filtern und gegebenenfalls abweisen.

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Bunter Protest: 1000 Menschen demonstrieren gegen Urheberrechtsreform

Auf dem Kornmarkt demonstrierten am Samstagmittag über tausend Menschen gegen die Reform des Urheberrechts und für die freie Nutzung des Internets.


Die Netzaktivisten auf dem Kornmarkt sind sich einig: Mit der geplanten EU-Urheberrechtsreform werden diese umstrittenen Filter zum Einsatz kommen - auch wenn die CDU, die deswegen massiv in der Kritik steht, am Wochenende bekannt gab, auf derartige Systeme doch verzichten zu wollen. "Die angedachte Reform lässt sich gar nicht ohne diese Filter umsetzen", sagt Jonathan Babelotzky, Versammlungsleiter der Kundgebung.

Netzaktivisten sehen dann die Meinungsfreiheit bedroht, es werde im Internet in großem Umfang kontrolliert und zensiert. "Wir haben die Straße der Menschenrechte gleich neben dem Kornmakt bewusst für diese Auftaktveranstaltung gewählt. Nachdem selbst der UN-Sonderberichterstatter für Meinungsfreiheit, David Kaye, kritisierte, dass er mit der Reform möglicherweise elementare Grund- und Menschenrechte beschnitten sieht", so Babelotzky.

Die Veranstalter sind mit der Auftaktveranstaltung der Protestbewegung in Nürnberg zufrieden gewesen. "Wir nahmen an, dass lediglich rund 350 Teilnehmer kommen. Jetzt sind es doch so viele geworden“, sagt der 20-jährige Versammlungsleiter. Am 23. März werde es in 84 Städten von 15 Ländern der Europäischen Union Proteste gegen die EU-Urheberrechtsreform geben.

  

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