12. Dezember 1968: Wöhrder See gewinnt Gestalt

12.12.2018, 06:54 Uhr

© Ulrich

Während jetzt mit starken Maschinen das Gelände gerodet wird, will das mit den Arbeiten betraute Unternehmen in der nächsten Woche ausprobieren, welche Gerätetypen sich am besten für die Erdbewegungen eignen.

Außer diesen Planier- und Aushubversuchen steht auf dem Programm der Bau der Fließrinne, die zunächst jedoch nur zur Entwässerung gebraucht wird. Bekannt sind bereits die Abmessungen des praktisch aus zwei Seen bestehenden Gewässers, die bei der Eisenbahnbrücke durch einen „Schlauch“ miteinander verbunden sind: 3,5 Kilometer lang, zwischen 350 und 63 Meter breit, mit einer Wassertiefe von 2,90 Meter am Wöhrder Talübergang und einem Meter am östlichen Zipfel in Mögeldorf. Die gesamte Wasserfläche wird 529.000 Quadratmeter messen.

Mit der Rodung ist nun der Startschuß für den ersten Bauabschnitt des Vorhabens gefallen, das insgesamt rund zehn Millionen DM kostet. Von der neuen Straßenbrücke bis etwa 200 Meter westlich der Eisenbahnbrücke in dieser Höhe liegen das Sebastianspital im Norden und der Pulversee im Süden – erstreckt sich das rund 25 Hektar große Gebiet, das zuerst als Becken für den Stausee hergerichtet wird.

Erdreich für die Ufer

Das Wasserwirtschaftsamt – so erläuterte Oberbaurat Hans Joachim Kersten als zuständiger Referent – läßt den Grund zwischen einen und zwei Meter tief ausheben und verwendet das gewonnene Erdreich zum Aufschütten der Uferböschungen. Der Untergrund ist dicht genug, daß das Wasser nicht davonlaufen kann. Sollten bei den Bauarbeiten durchlässige Stellen entdeckt werden, so müßten sie freilich noch eigens abgedichtet werden. Außerdem vermuten die Fachleute im Pegnitzgrund noch manchen Blindgänger. Die Männer vom Sprengkommando Feucht werden deshalb das Gelände Stück für Stück absuchen.

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