12. Mai 1969: 70.000 strömten ins Fußballstadion

12.5.2019, 07:58 Uhr

© Kammler

Während die 22 Aktiven aus Deutschland und Österreich um die Weltmeisterschaftsqualiffkation kämpften, waren die Straßen in der Innenstadt weitgehend wie ausgestorben. Die fränkische Fußballhochburg war für zwei Stunden vom Fußball-Fieber infiziert: Im Stadion oder vor dem Bildschirm hofften die Nürnberger auf einen Erfolg.

Ein „dickes“ Lob für die Nürnberger Autofahrer. Polizeioberamtmann Emil Kleinschnitz, Leiter der Verkehrspolizei: „Dank an die Kraftfahrer für ihr diszipliniertes Verkehrsverhalten. Besonderen Dank aber an alle Nürnberger Fahrer, die der Bitte der Polizei entsprochen haben, die Autos in der Garage zu lassen und mit der Straßenbahn oder Bundesbahn zum Stadion zu fahren. Ihr Verständnis hat ein Chaos verhindert.“ Insgesamt zählte die Polizei 16 500 Pkw und rund 120 Omnibusse auf den Parkplätzen rund um den Dutzendteich.

Während die Abfahrt meist reibungslos verlief, kam es bei der Anfahrt zu größeren Stauungen. Besonders die Münchner Straße war zeitweilig dicht verstopft. Die Polizei, die alle verfügbaren Kräfte eingesetzt hatte, bediente die Ampelanlagen der Zufahrtsstraßen mit „der Hand“. Trotz der Massierung der Fahrzeuge kam es nur zu unbedeutenden Auffahrunfällen. Auch das Rote Kreuz meldete lediglich 145 Hilfeleistungen. Vier Personen wurden zur Untersuchung in ein Krankenhaus transportiert. Hochbetrieb verzeichneten dagegen die Straßenbahnen und die Bundesbahn.

Rund 8.000 Fußballbegeisterte reisten über „die Schiene“ zum Stadion. Die Bundesbahn setzte zahlreiche Sonder- und Verstärkungszüge zum Bahnhof Dutzendteich ein, die zum Teil aus München, Dortmund und Hannover nach Nürnberg kamen.

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