13. August 1968: "Glückspilze" gefragt

13.8.2018, 07:00 Uhr

© Kammler

"Die Pilze wachsen, wie‘s mögen!" Zu diesem Ergebnis kamen die Mitglieder der Naturhistorischen Gesellschaft, die sich –172 an der Zahl – für Pilz- und Kräuterkunde interessieren, bei einem ihrer "Spezi"-Abende im Luitpoldhaus. Mehr als 50 Schälchen mit Pilzen aus der näheren Umgehung waren aufgestellt, auf daß die Sammler sie sehen und schnuppern konnten.

Die "Glückspilze" (nicht nur in der Poesie) wechselten sich mit den Giftpilzen, wie beispielsweise dem "Satansröhrling", ab, daneben aber lag ein "Goldröhrling", der an Bäumen wächst und durchaus genießbar ist. Mancher sucht diese Rarität allerdings vergebens.

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Überhaupt sind die Pilzfreunde ein Völkchen für sich: mal weisen sie auf die üppigen "Quellen" in den Wäldern bei Sperberslohe oder um Allersberg/ Hilpoltstein hin, mal (meist) verschweigen sie den Ort ihrer Entdeckungen. Sie kommen zu einer der zwölf Auskunftstellen und lassen sich von den Fachleuten sagen, daß sie Laien oder "Profis" sind.

Durch die Entdeckerfreude, die etliche Nürnberger fern der Großstadt verspüren, kam es im letzten Jahr zu 59 "Pilz-Neufunden", so daß sich die Zahl der Pilzarten im heimischen Umkreis sage und schreibe auf 1070 Sorten erhöht hat.

Diese Tatsache erfreut natürlich die unermüdlichen Wanderer durch die Pilzflora, ob sie nun die Pilze fürs Weckglas oder das Trockenbrett sammeln, ob sie die "Häublinge" gleich verzehren oder gar wissenschaftlich untersuchen.

Im Luitpoldhaus ging man unter der Leitung von Paul Meyer – nach der Begrüßung durch den neugewählten 1. Obmann Peter Haas – sogar ans Mikroskopieren oder zumindest detaillierte Betrachten der vielen Waldfrüchte, damit sich die Kenntnisse vertiefen. Die Pilzfreunde hörten bei diesem Aufklärungsabend eifrig zu, auf daß sie sich eine Lektion bei den Auskunftstellen – im vergangenen Jahr wurden 3595 Proben vorgenommen – ersparen können.

Alle miteinander, die auf ein gutes Pilzjahr noch hoffen, teilen eine Freude: sie wollen in den Wäldern spazierengehen, herumschauen, sich bücken, Stengel mit Deckel anschauen, einstecken, begutachten und Erfahrungen austauschen. Das ist ihr Hobby. Das erhält sie elastisch und gesund. Und außerdem kann man die Ernte auch verzehren.

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