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13. Juni 1969: Spielzeug auf Papier

Einen Nachmittag lang prüften Kunstexperten 400 Kinderzeichnungen - 13.06.2019 07:00 Uhr

Die Wertungsrichter bei ihrer schwierigen Aufgabe: bei der Endausscheidung hatten sie unter 400 Zeichnungen zu wählen. Vier Stunden lang prüften sie, bis zu einem Ergebnis kamen. © NN


Mit viel Phantasie, Formen- und Farbgefühl verewigten die Kinder im Alter von vier bis 16 Jahren ihren Teddybären, die Eisenbahn oder das Kasperletheater auf schlichten Papierbogen, die gestern im Kleinen Saal der Meistersingerhalle einer Fachjury großes Kopfzerbrechen bereiteten.

Zum internationalen Zeichenwettbewerb hatte die Vereinigung der Spielwarenfachgeschäfte (VEDES) Nürnberg aufgerufen. Nach insgesamt sieben Vorentscheidungen standen gestern noch immer 400 kleine farbige Kunstwerke aus Kinderhand zur Wahl. Für die neun Juroren wurden sie fast zur Qual. Einen ganzen Nachmittag lang studierten sie die Zeichnungen, diskutierten, verwarfen „verdächtige“ Arbeiten, wo sie die Anleitung Erwachsener vermuteten, und kämpften mit Engagement für ihr Lieblingsbild.

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Trotz aller Argumente waren die Meinungen der Professoren, Kunsterzieher und Graphiker nicht unter einen Hut zu bringen. So wurde Kaspar Klebusch, Atelierleiter in Nürnberg, bei der Auswertung der Zeichnungen der jüngsten Teilnehmer glatt überstimmt. Rektor Oskar Rieß i. R. wiederum mußte bei der Auswahl der ältesten Gruppe klein beigeben. Gerade für deren Kunstwerke konnten sich die Wertungsrichter am wenigsten begeistern. „Arme Kinder kann man da nur sagen“, meinte Prof. Gerhard Wendland von der Akademie der bildenden Künste. Nicht nur er vermißte das ursprüngliche, die Ehrlichkeit, die aus den Zeichnungen der Kleinen sprach.

Nach langem und erbittertem Tauziehen machtne schließlich drei Kinder aus Würtemberg das Rennen.

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Aus der Hochburg des Spielzeugs konnte kein Sieger ermittelt werden; die Nürnberger Teilnehmer hatten nicht die Endrunde erreicht. Doch auch ihre Einsendungen werden nicht so bald in Vergessenheit geraten; das gesamte Material soll nocheinmal gesondert ausgewertet werden, da sich besonders die Universitäten für die Zeichnungen interessieren.

K. N.

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