15. Juni 1969: Dr. Wendland von Journalisten gewählt

15.6.2019, 07:00 Uhr
Der strahlende Sieger: Dr. Ernst Wendland mit der Trophäe, der Presse-Ente „Nora“.

Der strahlende Sieger: Dr. Ernst Wendland mit der Trophäe, der Presse-Ente „Nora“. © NN

Während eines „Stammtisches“ im Siemens-Hochhaus in Erlangen überreichte der Vorsitzende des Bezirksverbandes Franken im Bayerischen Journalistenverband, Dr. Wolfgang Buhl, die Presse-Ente „Nora“ an Dr. Ernst Wendland von der Bundesbahndirektion Nürnberg. Der erste Inhaber dieses Wanderpreises ist der Nürnberger Baureferent, Stadtrat Heinz Schmeißner gewesen.

Daß die Nürnberger Journalisten ausgerechnet eine Ente als Preis gestiftet haben, ist natürlich nicht ohne einen gewissen symbolisch-ironischen Hintersinn geschehen, denn gemeinhin ist die Zeitungs-Ente ja das Sinnbild für eine nicht zutreffende Meldung. (Der Begriff „Ente“ stammt übrigens aus Berlin; dort pflegten zu Ende des vorigen Jahrhunderts die Redakteure eine Meldung, für deren Wahrheitsgehalt sie sich nicht verbürgen mochten, mit einem „n. t.“ zu versehen, was „non testatum“, also „nicht bestätigt“ bedeutet. Aus dem „n. t.“ ist dann die „Ente“ geworden.)

Initiator des Stammtisches

Bei der Preisrede auf Dr. Wendland rühmte der Journalistenvorsitzende, daß der Geehrte seine Hauptaufgabe nicht darin sähe, von Schreibtisch zu Schreibtisch Informationen weiterzureichen, sondern sich vor allem um persönliche Kontakte ganz besonders bemüht zu haben. Zusammen mit dem früheren Vorsitzenden Willy G. Popp sei er einer der Hauptinitiatoren der Presse-Stammtische gewesen, jener im Bundesgebiet ziemlich einmaligen Einrichtung, bei der in regelmäßigen Abständen Journalisten und die Leiter von Pressestellen der Behörden, der Verbände und der Industrie zu zwanglosen Kontakt- und Informationsgesprächen zusammenkommen – was schließlich wieder dem Zeitungsleser in Form von besserer Unterrichtung zugute kommt.

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