17. November 1968: Viel Zeit für die Kultur

17.11.2018, 07:00 Uhr

© Kammler

Von allen acht Städten auf der Rundreise wurde der alten Noris am längsten Aufmerksamkeit gewidmet. Sie diente als Beispiel für die Probleme der Pflege von Kunst und Kultur und erhaltenswürdiger Denkmäler. In ihr lernten die Damen und Herren den Wiederaufbau eines historischen Stadtkerns kennen, der auch den modernen Ansprüchen an eine Großstadt genügen muß.

1.532 Kilometer weit fuhren alle Teilnehmer in einem Sonderzug durch die bundesdeutschen Lande, um zu erfahren, daß andere Städte gleiche Sorgen haben. Am Montag und Dienstag sahen sie sechs Städte im Eilzugtempo an sich vorüberziehen, heute folgen noch Ulm und Frankfurt.

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Nürnberg bedeutete für sie eine kurze Verschnaufpause, bevor der Schlafwagen weit nach Mitternacht weiterrollte. Frische Nürnberger Nebelluft atmeten sie auf ihrem Spaziergang vom Bahnhof über Sterntor, Königstraße, Hauptmarkt, Rathaus und Sebalduskirche, an der sie von Pfarrer Barth empfangen wurden, der ihnen die hell erleuchtete Kirche von innen zeigte.

Dann durften die Gäste den Omnibus besteigen. Sie erlebten die Märchenbilder von Nürnberg im Scheinwerferstrahl und waren dann zu Gast bei Dr. Urschlechter in der Teestube im Hochhaus am Plärrer. Bevor Baureferent Schmeißner und Schul- und Kulturreferent Dr. Hermann Glaser die Arbeit der vergangenen Jahre erläuterten, stärkten sich die Gäste bei einer kräftigen fränkischen Brotzeit.

„Wir strebten von vier möglichen Lösungen die Synthese von Tradition und Fortschritt, von historischer und moderner Bausubstanz in der Altstadt und modernstem Städtebau an der Peripherie an. Die Altstadt sollte Metropole einer dynamischen Wirtschaftsmetropole werden“, erklärte der Baureferent. An der Zustimmung der Journalisten war zu erkennen, daß in den Augen der Gäste dieser Vorsatz gelungen ist.

Dr. Glaser führte den Gästen all die vielfältigen kulturellen Einrichtungen vor Augen, die die Stadt ihren Bürgern bietet. Das Herzstück aller Kunst in Nürnberg, das Germanische Nationalmuseum, erlebten die Besucher noch aus eigener Anschauung um Mitternacht.

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