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Donnerstag, 16.07.2020

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2. Juni 1970: Feierstunde für Fans

Während der WM war die Polizeistunde in Gaststätten gelockert - 02.06.2020 07:00 Uhr

Etwas pointiert, doch den Kern trifft es: Die männliche Zunft verschwand während der WM vor dem Fernseher — mit begrenzter Aufnahmefähigkeit für alles weitere. © NN


Auch einige Firmen haben Verständnis gezeigt und Ausnahmeregelungen getroffen. Sie ermöglichen es den Arbeitern und Angestellten, während der Übertragungszeiten den Arbeitsplatz zu verlassen.

Für das Gros der Nürnberger Fußballfans wird daher eine andere Frage akut: wie oft können sie es sich erlauben, bis in den frühen Morgen vor dem Fernseher zu sitzen, wie halten sie sich fit? Die „Nürnberger Nachrichten“ hielten darüber eine Umfrage.

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Fußballidol Max Morlock: „Der Auftakt zwischen Mexiko und der Sowjetunion war ja ziemlich mies; hoffentlich wird in den anderen Spielen mehr geboten. Alle werde ich mir sowieso nicht anschauen, nur die wichtigsten, von denen man erwarten kann, daß sie guten Fußball bringen. Anders ist es natürlich bei der deutschen Mannschaft. Wenn sie spielt, werde ich auf jeden Fall vor dem Fernseher sitzen, ganz gleich, wie spät es wird. Allerdings bleibt mir da nichts anderes übrig, als auf einige Stunden Schlaf zu verzichten, denn früh aufstehen muß ich auf jeden Fall. Dann werde ich halt mit Kaffee nachhelfen.“

Manfred B., Monteur: „Ich hab‘ schon eine Gastwirtschaft, in der alle Spiele übertragen werden. Die meisten werde ich mir wahrscheinlich anschauen, die der deutschen Mannschaft mit Sicherheit. Am besten bleibe ich wach mit Bier, das bin ich so gewöhnt.“

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Charlotte F., Hausfrau: „Mich interessiert das alles nicht, ich geh‘ ins Bett. Aber mein Mann und meine beiden Söhne haben schon lange angekündigt, daß sie wachbleiben werden; wie oft, das weiß ich nicht so genau.“

Antonio S., Gastarbeiter: „Ich werde immer in Wirtschaft sein und Spiele anschauen. Deutschland ist gut, wirklich, aber Italien besser. Italien wird neuer Weltmeister, ganz bestimmt.“

Gernot W., Student: „Bei mir ist‘s ganz schlecht. Ich habe in meiner Bude keinen Fernseher und kenne auch kein Lokal, in dem einer aufgestellt ist. Aber die Spiele der deutschen Mannschaft werde ich schon irgendwie zu sehen bekommen. Die paar Male kann ich leicht wachbleiben.“ 

NN

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