20. August 1968: Bürgermeister fährt Ballon

20.8.2018, 07:00 Uhr

© Ulrich

Das erste „Fäßla“ sticht Bürgermeister Franz Haas an, der wie die anderen Honoratioren um 18 Uhr von Festwirten und gestandenen Kellnerinnen am neugestalteten Eingang mit Pauken und Trompeten empfangen wird. Nach dem Anzapfen im Siechen-Zelt und einigen Stunden Gaudi, beschließt um 22 Uhr ein Feuerwerk den Eröffnungstag.

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Bei der Gelegenheit möchte Franz Haas auch einen neuen Rekord aufstellen. Im vergangenen Jahr brauchte er 13 Schläge, bis der edle Gerstensaft floß. Heuer will er den ersten tiefen Zug aus dem Maßkrug schon eher tun. In drei großen Bierhallen in einem Zelt, in dem der Saft der Reben ausgeschenkt wird, in drei Gigerlas- und Heringsbratereien oder im „Bratwurst-Glöcklein“ sorgen Wirte und dienstbare Geister für des leibliche Wohl der Besucher aus nah und fern. Die richtige Ergänzung dazu sind die Stände, an denen Schmankerln feilgeboten werden: gebrannte Mandeln oder Zuckerwatte, „Zwa in an Weckla“ oder ein Sardinenbrötchen.

Rund 200 Geschäfte werden in diesen Tagen vor der Kulisse des Kongreßhallen-Torsos aufgebaut; Schau-, Wurf-, Schieß- und Losbuden, Tierschauen und Reitbahnen sowie, gleichsam das Salz in der Suppe, die Fahrgeschäfte.

Erstmals erscheint, ein Riesenrad, 33 Meter hoch, mit einem Fassungsvermögen von 144 Menschen, sechs in jeder der 24 Gondeln. Außerdem machen die Volksfestbesucher Bekanntschaft mit einer völlig neuartigen Bahn, die auf einer Fläche von. 60 mal 30 Meter aufgestellt wird, „Wunderwerk der Technik“ so staunen selbst die Fachleute, wenn die Wagen gleich Viererbobs mit hohem Tempo in die Schrägkurven sausen.

Seit vielen Jahren erleben die Nürnberger wieder einmal ein Gastspiel der Augsburger Freiballonfahrer. Ihre Starts am Mittwoch, 28. August, und 4. September, jeweils um 14.30 Uhr auf dem ehemaligen US-Landeplatz werden zahlreiche Neugierige anziehen. Auch Bürgermeister Franz Haas wird sich zu einer stillen Reise in die Lüfte erheben. Allerdings darf er völlig beruhigt sein, Neben dem bekannten Ballonfahrer Alfred Ecken begleitet ihn Oberstleutnant Georg Meier, der Stellvertreter des Standortältesten Wilhelm Schoepf.

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