21. Mai 1969: Erste afrikanische Elefantendame im Tiergarten

21.5.2019, 07:00 Uhr

© Holzknecht

Alle, die gestern mittag der drei bis vier Jahre jungen, braunäugigen „Bibi“ nach ihrer Reise von Kopenhagen im Tiergarten einen herzlichen Empfang bereiteten, unter ihnen auch Bürgermeister Franz Haas, waren sich einig: Bibi ist ein bildhübsches Mädchen, wenn auch noch ein wenig ungestüm.

Kollegin kommt heute

Schon heute wird Bibi eine Kollegin bekommen: eine zweite, etwa zweijährige afrikanische Elefantenkuh kommt heute aus Gelsenkirchen in Nürnberg an. Mit einem eigens für diesen Transport angefertigten 700 Kilogramm schweren Käfig mit armdicken Stahlgittern, setzte sich am Montagmittag der 7,5-Tonnen-Lastwagen von Kopenhagen aus in Bewegung. Begleitet wurde die 2,5 Tonnen schwere Bibi von ihrem Wärter Flemmingg Andersen (22) und dem schweizerischen Tierwärter im Kopenhagener Zoo, dem 30jährigen Arthur Höchner.

Gestern mittag hatten sich neben der Schar von Pressevertretern vor allem Zoodirektor Dr. Seitz, sein wissenschaftlicher Assistent Dr. Manfred Kraus und Tierarzt Anton Gauckler zum Empfang der gewichtigen Dame vor dem Elefantenhaus eingefunden. Als die Plane der Lkw-Ladepritsche zurückgezogen wurde, begann Bibi unruhig zu werden.

300 mg Serenyl

Sie trat um sich und rannte mit den etwa 20 Zentimeter langen Stoßzähnen gegen die Gitter. Dr. Kraus schoß aus einer Luftdruckpistole eine Injektion mit 150 Milligramm Serenyl als Beruhigungsmittel in Bibis Hinterteil. Aber erst ein zweiter Schuß aus der Pistole des Tierarztes Anton Gauckler ließ sie ruhiger werden.

Der offizielle Empfangsbesuch durch den Verein der Tiergartenfreunde für Bibi, die rund 18.000 Mark gekostet hat, findet am 31. Mai, vormittags zur Vereins-Generalversammlung statt. Das erklärte der 2. Vorsitzende Reiner Aichele, einer der Initiatoren für diese Stiftung des Vereins.

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