23. Dezember 1968: Alte Veteranen – neu

23.12.2018, 07:00 Uhr

© Bauer

Zum erstenmal sind heuer auch die Männla nach historischem Vorbild aufgetaucht: Schlotfeger und Marktverkäufer mit einem dekorierten Stand, der einem kleinen Bauchladen gleicht.

Daß sich der 68jährige Paul Dumbeck, Senior der ältesten Zwetschgamännla-Werkstatt im Wehrgang des Turmes Spittlertormauer 15, dieser Wiedererweckung echter Figuren annahm, ist ein Verdienst für sich. Den Hinweis dazu erhielt er von dem ehemaligen Direktor der Staatlichen Fachschule für Korbflechterei in Lichtenfels, Christoph Will, einem alten Nürnberger, dessen Vater einst als Professor an der Kunstschule tätig war.

Direktor Will hatte schon im letzten Jahr nach den „Männla“ Ausschau gehalten, doch konnte er keines entdecken. So ließ er sich von Paul Dumbeck ein kleines privates Sortiment nach alten Vorlagen anfertigen, und siehe da, die schlichten, kindhaften Gestalten gelangen. Fortan gehören sie zum Aufgebot am Dumbeck'schen Verkaufsstand – und sind ausverkauft.

Diese „neuen Alten“ tragen – im Gegensatz zu den vieldekorierten Männlein und Weiblein – keine Kleider, dafür ist ihre „Theke“ aus Gold- und Buntfolie gehalten und mit winzigen Süßigkeiten ausgestattet. Auf dem Haupt thronen spitze Hüte. Wer was wo kauft, wird immer wieder jedem überlassen bleiben, daß aber auch bei den Zwetschgamännla, dieser jahrhundertealten Nürnberger Spezialität, die Tradition nicht vergessen wurde, darf als erfreuliche Tatsache gelten.

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