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23. Mai 1969: Linienführung der U1 festgelegt

City ist damit optimal erfasst - Bau bis 1975 geplant - 23.05.2019 07:38 Uhr

Während der Verkehrsausschuß jetzt erst die Führung der U-Bahn-Stammlinie I festgelegt hat, sind auf dem Streckenabschnitt Stadtgrenze-Ringbahn schon die Umrisse des U-Bahnhofs Sigmundstraße zu erkennen. © Holzknecht


Nürnbergs U-Bahn-Projekt ist in eine weitere wichtige Phase getreten. Gestern befürwortete der Stadtratsausschuß für Verkehrswesen in der Aula des Bauhofes die genaue Trassenführung der Stammlinie 1 zwischen dem künftigen Bahnhof Bauernfeindstraße und dem Plärrer.

Dieses sechs Kilometer lange Teilstück kostet rund 200 Millionen DM und soll in zwei Abschnitten bis 1975 fertiggestellt sein. Neun Stationen werden an dieser Strecke liegen, dabei im Bereich des Hauptbahnhofes ein sogenannter Turmbahnhof, in den später auch die zweite U-Bahn-Linie eingefädelt werden kann.

So sieht die Streckenführung der sechs Kilometer langen U-Bahn-Stammlinie I zwischen Bauernfeindstr. und Plärrer aus. © Holzknecht


Hier die jetzt vom Verkehrsausschuß befürwortete Verwaltungsvorlage über die Streckenführung: Bauernfeindstraße (Bahnhof), entlang des Rangierbahnhofs zur Kreuzung Nerz-/Ingolstädter Straße (Bahnhof), Katzwanger/Frankenstraße (Bahnhof), weiter auf der Katzwanger in die Ritter-von-Schuh-Straße, Maffeiplatz (Bahnhof), Karl-Bröger-Straße, Aufseßplatz (Bahnhof), Hauptbahnhof (Bahnhof), weiter unterhalb des Baugebietes in der Südstadt in Richtung Königs-, Lorenzer (Bahnhof an der Lorenzkirche) und Adlerstraße zum Weißen Turm (Bahnhof) und von dort zum Plärrer (Bahnhof) als der vorläufigen Endstation dieses Bauabschnitts.

Baudirektor Diether Kohler, der Leiter des Stadtplanungsamtes, betonte in seinen Erläuterungen zur Planung des Vorhabens, daß mit den einzelnen Bahnhöfen die Brennpunkte der City alle optimal erfaßt werden. Aus diesem Grund soll der Bahnhof an der Lorenzkirche auch möglichst weit zum Hauptmarkt hinreichen.

Millionenaufwand

Oberbaurat Müller, Leiter der Abteilung U-Bahnbau beim Tiefbauamt, ergänzte die Ausführungen Kohlers aus bautechnischer Sicht. Seinen Darlegungen zufolge soll mit dem ersten 3,5 Kilometer langen Teil der Stammlinie 1 (Bauernfeind- bis Frankenstraße) schon im kommenden Jahr begonnen werden, bis 1973 soll es vollendet sein.

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Die restlichen zweieinhalb Kilometer von der Frankenstraße über den Haupthahnhof zum Plärrer sollen bis 1975 liegen und erfordern einen Kostenaufwand von 56,7 Millionen, gegenüber mehr als 140 Millionen für das erste Teilstück von dreieinhalb Kilometer. Während alle Bahnhöfe in sogenannter offener Bauweise erstellt werden können, müssen doch immer wie-der beim Tunnelbau in Schildbauweise die Bohrer vordringen. Von Langwasser aus werden die ersten 850 Meter bis zur Gewerbezone offen geführt. Von da ab wird der Tunnel unterirdisch vorangetrieben und damit etwas teurer werden.

Hoher Preisunterschied

Von oben kann auch der Tunnel zwischen Frankenstraße, Maffei- und Aufseßplatz angelegt werden, während die 1,5 Kilometer zwischen Aufseßplatz bis zum Weißen Turm wieder in Schildbauweise vorangetrieben werden müssen. Man war, so betonte Oberbaurat Müller, bestrebt, jedes sich anbietende Teilstück offen zu bauen. Immerhin beträgt der Preisunterschied für einen Meter offener Bauweise (etwa 12 000 DM) und geschlossener Bauweise (ein Meter etwa 30 000 DM für doppelgleisige Tunnel) runde 18 000 DM. Man war daher auch froh zu hören, daß schließlich die Anfahrt vom Weißen Turm zum Plärrer ebenfalls in offener Bauweise erstellt werden kann.

Einstimmig billigte der Verkehrsausschuß die Vorlage der Verwaltung, über die, vor allem was die Finanzierung anbelangt, das Plenum zu beschließen haben wird.  

C.P.

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