24. April 1965: Platz für die Fakultät

24.4.2015, 07:00 Uhr
Zwischen den beiden großen Ausfalltoren - der Regensburger Straße (hinten) und der Hainstraße (vorne links) liegt das Grundstück, das der Fakultät gefällt. Ihr Neubau soll einst dort stehen, wo heute noch Kleingärtner eine friedliche Bleibe haben. Die anderen Grenzen des Geländes stellen die Scharrerstraße (links) und die Behaim-Oberrealschule (nicht zu sehen) dar.

Zwischen den beiden großen Ausfalltoren - der Regensburger Straße (hinten) und der Hainstraße (vorne links) liegt das Grundstück, das der Fakultät gefällt. Ihr Neubau soll einst dort stehen, wo heute noch Kleingärtner eine friedliche Bleibe haben. Die anderen Grenzen des Geländes stellen die Scharrerstraße (links) und die Behaim-Oberrealschule (nicht zu sehen) dar.

Wenn der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am 5. Mai zustimmt, kann der lange Streit um den Standort endlich begraben werden. Die Verhandlungen zwischen der Stadt Nürnberg und der Universität waren seit der Mitte des vorigen Jahres festgefahren gewesen, weil es der Stadtrat am 15. Juli 1964 abgelehnt hatte, Bauten am künftigen Wöhrder See errichten zu lassen. Die Fakultät sprach nach dieser Entscheidung von einer „ernsten Lage“ und drohte sogar insgeheim, nach Erlangen abzuziehen.

Noch ehe das Baureferat neue Vorschläge für einen Standort unterbreitete, regte unsere Zeitung am 19. September an, das Grundstück zwischen Regensburger und Hainstraße genau zu überprüfen. Tatsächlich wurde dieses Gelände in den offiziellen Katalog mit den verschiedenen Möglichkeiten aufgenommen, den die Fakultät anfangs des Jahres von der Stadt erhielt.

Die Professoren hatten zuvor schon zu verstehen gegeben, daß ihnen das Grundstück Regensburger/Scharrerstraße passender erscheint als Flächen im Norden oder Südosten der Stadt. Sie hatten von Anfang an dafür plädiert, in der Nähe des Stadtkerns zu bleiben.

Die besonderen Vorzüge des Platzes sind in seiner verkehrsgünstigen Lage an den beiden wichtigen Ausfallstraßen (Regensburger und Münchener Straße) und in der Nachbarschaft solcher Kulturbauten wie der Meistersingerhalle, der beiden höheren Lehranstalten (Neues Gymnasium und Martin-Behaim-Oberrealschule) und der künftigen Pädagogischen Hochschule begründet. Das Grundstück gehört zwar den Städtischen Werken, die darauf ein Depot bauen wollten, es dürfte ihnen jedoch keine Schwierigkeiten machen, entsprechenden Ersatz zu finden.

Für den Neubau der Fakultät bietet sich dieser Grund und Boden im Stadtinnern als beste Lösung an.

Zu dieser Auffassung kamen das Kultusministerium und die Universität in einer Besprechung, die am Anfang dieser Woche unter Vorsitz von Staatssekretär Erwin Lauerbach in Anwesenheit von Oberbürgermeister Dr. Urschlechter, Kulturreferent Dr. Glaser und Vertretern der Universität, der staatlichen Baubehörden und des Ministeriums in München stattfand. Die Stadt hatte über diese jüngste Entscheidung bislang Stillschweigen bewahrt, wie vereinbart worden war, aber das Kultusministerium gab das Verhandlungsergebnis gestern überraschend bekannt.

Die Lösung Regensburger/Scharrerstraße entspreche am besten den Bedürfnissen der Fakultät, heißt es in der Verlautbarung. Sie sei auch besonders wirtschaftlich,

weil das bisherige Gebäude in der Findelgasse weiterhin benutzt werden kann. Bei der Wahl des Standortes ist man davon ausgegangen, daß die Fakultät bis zu einer Zahl von höchstens 3000 Studenten ausgebaut werden soll.

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