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26. Mai 1970: Die Alten stimmten für Junge

Schwache Wahlbeteiligung bei Volksbefragung - 26.05.2020 07:00 Uhr

Schwache Wahlbeteiligung bei der Volksbefragung. © NN-Archiv


Die Beteiligung von 38,4 Prozent an der Volksbefragung liegt zwar unwesentlich über dem Landesdurchschnitt, ist aber eines der niedrigsten Ergebnisse, die je bei einer Abstimmung in Nürnberg erzielt wurden. Von all denen, die trotz dem schönen Ausflugswetter den Gang ins Abstimmungslokal nicht scheuten, sind die meisten dafür, daß die sogenannten Heranwachsenden, wie sie der Gesetzgeber nennt, bei zukünftigen Wahlen ihre Stimme abgeben dürfen.

128 471 Nürnbergerinnen und Nürnberger von 334 237 Wahlberechtigten stimmten ab. 81 737 malten ihr Kreuzehen auf das „Ja“ und sprachen sich damit für die politische Mündigkeit der jungen Leute aus. Damit liegt Nürnberg weit über dem Landesdurchschnitt. 45 839 Bewohner der Stadt sind dagegen. 0,7 Prozent gaben einen ungültigen Stimmzettel ab. Nachdem die Wahllokale um 18 Uhr ihre Pforten schlossen, ging die Auszählung der Stimmen mit Windeseile vor sich. Um 19.45 Uhr lag das Endergebnis vor.

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Etwa hundert ehrenamtliche Helfer arbeiteten im Wahllokal am Unschlittplatz. Der diesmal recht einfache Vorgang erübrigte den Einsatz der Datenverarbeitung. In lediglich zwei Stimmbezirken wurden mehr Nein- als Jastimmen abgegeben. Es sind dies der Stimmbezirk 9112, Schule Grimmstraße 16 in Erlenstegen und der Stimmbezirk 7211 in Wetzendorf. In Erlenstegen stimmten nur 207 Wahlberechtigte mit „Ja“, 279 sind dagegen, daß es Wähler unter 21 Jahre gibt. In Wetzendorf überwogen die Nein-Wähler nur wenig. 53 Ja-Stimmen stehen 55 Nein-Stimmen gegenüber. Auffallend ist, daß in Altersheimen und in als konservativ geltenden Vierteln der Innenstadt das Ja immer eindeutig überwog. Auch die Wahlbeteiligung war hier gar nicht so schlecht. Im Stimmbezirk Altenwohnheim Heilig-Geist-Spital beispielsweise liegt sie bei über 50 Prozent. Die meisten Ja-Stimmen gab es im Stadtteil Buchenbühl. 794 Ja-Stimmen stehen lediglich 269 Nein-Sagern gegenüber.

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Besonders schlecht war die Wahlbeteiligung in Johannis und im städtischen Krankenhaus. In letzterem wählten von 171 Wahlberechtigten 50. Davon 28 mit Ja und 22 mit Nein. Dem Durchschnitt entspricht in etwa der Hasenbuck, wo von 1247 Berechtigten 423 zur Urne gingen. Das Ergebnis: 281 dafür und 139 dagegen. Das letzte Wahllokal von 254 Nürnberger Stimmbezirken ist im Altersheim an der Regensburger Straße. Hier ist man augenscheinlich den Jungwählern besonders freundlich gestimmt. Mit 212 Ja‘s gegen 77 Nein-Stimmen wurde hier das Wahlrecht für junge Menschen befürwortet. 

H. L.

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