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28. September 1970: Im Manager-Superluftexpreß über die Stadt gebraust

Rund 1500 Nürnberger gingen beim 5. Internationalen Rundflugtag in die Luft - 28.09.2020 07:15 Uhr

Attraktionen beim Rundflugtag: die Burda-Kunstflugstaffel.

23.09.2020 © Fischer


Die Veranstaltung des Amtlichen Bayerischen Reisebüros, der Flughafen GmbH und der „Nürnberger Nachrichten“ übt immer größere Anziehungskraft auf die Bevölkerung aus: im Kontrollturm registrierte die Flugsicherung über 300 Starts. Insgesamt nutzten etwa 1500 Nürnberger die Gelegenheit, mit den Maschinen des Aero-Clubs, mit der kleinen Turboprop der „Cimber Air“ oder mit der vierstrahligen Convair Coronado der „Modern Air“ über den Bayerischen Wald zu fliegen, um auf schneebedeckte Alpengipfel herabzublicken oder um einen kurzen Abstecher nach Berlin zu machen. Unter den Fluggästen: die 45 Gewinner des diesjährigen NN-Preisrätels.

Über Funk und Lautsprecher schilderte Flughafendirektor Müller-Gutermann seine Eindrücke vom Alpenflug aus der Coronado: „Aus 4000 Meter Höhe blicken wir auf die schneebedeckte Zugspitze herab. Die Außentemperatur beträgt – 8 Grad Celsius. Bei guter Fernsicht und ruhigem Wetter ist dieser Flug ein einmaliges Erlebnis.“

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So sah es auch der älteste Fluggast: „Herrlich war’s“, schwärmte die 89jährige Karoline Mauser vom Alpenflug. Beim nächsten Mal will sie wieder dabei sein.

Nicht ganz entschließen konnte sich der jüngste Passagier, die sechs Jahre alte Angelika Reim. Auf die Frage, ob es ihr gefallen habe, zuckte sie die Achseln: „Weiß ich noch nicht.“ So wie sie hatte auch ihr Vater erstmals in einer Maschine gesessen. Aber er war sich schlüssig: „Ich würde sofort wieder mitfliegen.“

Doch auch auf der Erde wurde vieles geboten: die Kunstflieger der Burda-Staffel, die Fallschirmspringer vom Luftrettungsdienst des BRK aus München und die Vorführung einer Do 28 schlugen die Besucher in ihren Bann. Vor der langsamen Do 28 war ein Lear-Yet, eine sechs Passagiere fassende Düsenmaschine, in den blauen Himmel gestoßen und später mit Höchstgeschwindigkeit und im Tiefflug über den Platz gerast. So reisen Manager heute: 900 Kilometer schnell und für 1800 Mark in der Stunde.

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Es wurde nicht nur geflogen: es wurde auch ein Herr Fersch vorgestellt. Doch der heiße weder Paul noch habe er sonstwie mit Persien zu tun, sondern sei schlicht ein ganz einfacher Mensch, kündigte Conferencier Herbert Lehnert Schnatterer Günther Fersch an. Der Donald-Duck-Imitator tat, wie von ihm erwartet.

Während sich das Publikum amüsierte hatte Flugleiter Krause einen schweren Tag. Er fungierte als Mittler zwischen dem Rundflugtag und dem Flughafen, dessen Betrieb nicht behindert werden durfte. Und wenn manche Piloten gern etwas mehr gezeigt hätten, mußte er sie aufgrund der Bestimmungen bremsen: Safety first. Krause war ständig in Trab und das Zusammenspiel klappte tadellos.

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